#527 Jonathan Roberz | Co-Founder MicroHarvest | CleanTech | Mountain & Ocean Lover
Shownotes
Unser heutiger Gast hat Maschinenbau und Produktionstechnik an der RWTH Aachen studiert, mit Stationen in Kalifornien und Graz. Früh kombinierte er technische Neugier mit unternehmerischem Mut: Bereits 2012 gründete er sein erstes eigenes Unternehmen, ein Hightech-Start-up im Bereich industrielle Bildverarbeitung. Nach dem erfolgreichen Exit blieb er der Rolle des Gründers treu und wandte sich einem Thema zu, das für die Zukunft unseres Planeten kaum wichtiger sein könnte: der Ernährung. Heute leitet er als Mitgründer und Geschäftsführer ein BioTech-Unternehmen, das mithilfe von Mikroorganismen eine völlig neue Kategorie von Proteinen entwickelt: nachhaltig, skalierbar, nährstoffreich. Innerhalb von nur 24 Stunden entstehen dort proteinreiche Zutaten, die 60 % Eiweiß enthalten, dabei keine Allergene aufweisen und 95 % weniger CO₂ verursachen als Fleisch. Ob Tierfutter, Aquakultur oder menschliche Ernährung. Sein Ziel ist klar: Die Proteinversorgung der Zukunft braucht neue Wege. Und MicroHarvest, so der Name seiner Company, will diese Wege erschließen.. Seit über acht Jahren beschäftigen wir uns in diesem Podcast mit der Frage, wie Arbeit den Menschen stärkt, statt ihn zu schwächen. In über 500 Podcastfolgen haben wir mit fast 700 Persönlichkeiten darüber gesprochen, was sich verändert hat und was sich noch verändern muss. Wie gelingt es, mit technologischer Innovation echte planetare Herausforderungen zu lösen – ohne in Greenwashing oder Vision-Overload zu verfallen? Wie baut man ein Unternehmen, das wissenschaftliche Exzellenz mit Skalierung, Investorenlogik und Sinn verbindet? Und wie bleibt man als Gründer selbst wirksam, wenn das Tempo hoch, die Technologie komplex und der gesellschaftliche Druck groß ist? Fest steht: Für die Lösung unserer aktuellen Herausforderungen brauchen wir neue Impulse. Daher suchen wir weiter nach Methoden, Vorbildern, Erfahrungen, Tools und Ideen, die uns dem Kern von New Work näherbringen. Darüber hinaus beschäftigt uns von Anfang an die Frage, ob wirklich alle Menschen das finden und leben können, was sie im Innersten wirklich, wirklich wollen. Ihr seid bei „On the Way to New Work“ – heute mit Jonathan Roberz.
Hier findet ihr alle Links zum Podcast und unseren aktuellen Werbepartnern
Transkript anzeigen
00:00:00: Unser heutiger Gast hat Maschinenbau und Produktionstechnik an der RWTH Aachen studiert.
00:00:05: Mit Stationen in Kalifornien und Graz.
00:00:08: Früher
00:00:08: kombinierte er technische Neugier mit unternehmerischem Mut.
00:00:12: Bereits im Jahr zwölf gründete er sein erstes eigenes Unternehmen ein High-Tech-Start-up im Bereich industrielle Bildverarbeitung.
00:00:18: Nach dem erfolgreichen Exit blieb er der Rolle des Gründers treu und wandte sich einem Thema zu, dass für die Zukunft unseres Planeten kaum wichtiger sein könnte, der Ernährung.
00:00:27: Heute leitet er als Mitgründer-Geschäftshörer ein Biotech-Unternehmen, das mithilfe von Mikroorganismen eine völlig neue Kategorie von Proteinen entwickelt.
00:00:36: Nachhaltig, skalierbar, mehrstoffreich.
00:00:39: Innerhalb von nur vierundzwanzig Stunden entstehen dort proteinreiche Zutaten, die sechzig Prozent Eiweiß enthalten, dabei keine Allergien aufweisen und fünfundneunzig Prozent weniger CO² verursachen als Fleisch.
00:00:51: Ob Tierfutter, Aquakultur oder menschliche Ernährung, sein Ziel ist klar.
00:00:56: Die Proteinversorgung der Zukunft braucht neue Wege.
00:00:59: On Micro Harvest, so der Name seiner Company, will diese Wege erschließen.
00:01:03: Seit über acht Jahren beschäftigen wir uns in diesem Podcast mit der Frage, wie Arbeit den Menschen stärkste Dienst zu schwächen.
00:01:10: In über fünfhundert Folgen haben wir mit fast siebenhundert Persönlichkeiten darüber gesprochen, was sich verändert hat und was sich noch verändern muss.
00:01:18: Wie gelingt es mit technologischer Innovation, echte Planetare Herausforderung zu lösen, ohne in Greenwashing oder Vision Overload zu verfallen?
00:01:26: Wie baut man ein Unternehmen, das wissenschaftliche Exzellenz mit Skalierung, Investorenlogik und Sinn verbindet?
00:01:32: Und wie bleibt man als Gründer selbst wirksam, wenn das Tempo hoch die Technologiekomplex und der gesellschaftliche Druck groß ist?
00:01:39: Fest steht, für die Lösung unserer aktuellen Herausforderungen brauchen wir neue Impulse.
00:01:44: Daher suchen wir weiter nach Methoden, Vorbildern, Erfahrung, Tools und Ideen, die uns dem Kern von New Work näher bringen.
00:01:51: Darüber hinaus beschäftigt uns von Anfang an die Frage, ob wirklich alle Menschen das finden und leben können, was sie im Innersten wirklich, wirklich wollen.
00:02:00: Ihr seid bei On the Way to New Work.
00:02:03: Heute mit Jonathan Roberts.
00:02:23: Hallo Jonathan.
00:02:24: Hallo Michael.
00:02:25: Herzlich willkommen in unserem Studio Final Leaf.
00:02:28: Vielleicht erzählen wir kurz mal die Geschichte, wie wir uns kennengelernt haben.
00:02:32: Wie hast du es so in der Erinnerung?
00:02:33: Ja, es waren viele Persönlichkeiten hinter der Bühne beim OMR-Festival hier in Hamburg.
00:02:39: Und ja, dann haben wir, ich glaube, Boris.
00:02:43: Boris Hermann hat es uns vorgestellt vielleicht.
00:02:45: Genau.
00:02:45: Boris Hermann, der ja ein auch wirklicher überzeugter Schützer und Verbesserer der aktuellen Lage auf dem Planeten ist.
00:02:58: Wir haben Andrea Petrovic, der ganz, ganz tolle Tennis-Spielerin, heute Kommentatoren dort gehabt und wir haben Dirk Nowitzki da gehabt und wir hatten noch einen berühmten Hollywood-Schauspieler.
00:03:10: Aber ich habe mich eigentlich nur für dich interessiert und das ist jetzt kein Spaß, weil du hast es so im Lebensatz getropft, was du machst und nicht so, what?
00:03:17: Kannst du mal bitte genauer erzählen?
00:03:20: Dann habe ich sehr schnell die Einladung ausgesprochen und die erfahrenen OMR-Ginger wissen, okay, das ist ja nun schon ein bisschen her, warum erst jetzt?
00:03:28: und das lag daran, weil das ein sehr bewegtes Jahr an vielen Dingen war.
00:03:34: Aber du bist dann beigeblieben, du hast immer wieder gesagt, Mensch, da war es, wir wollten noch podcasten und dafür bin ich dir sehr, sehr dankbar.
00:03:41: Und bevor wir In das Thema Protein einsteigen und du wirst auch erklären, warum.
00:03:47: Was ist eigentlich Protein, warum ist das so wichtig und was macht ihr anders?
00:03:50: Kriegst du aber trotzdem die Einstiegsfrage, die alle unsere Gäste bekommen.
00:03:55: Wie bist du der Mensch geworden, der du heute bist?
00:03:58: Ja, wenn ich an die Frage denke, habe ich im Prinzip so ein Bild im Kopf.
00:04:01: Da habe ich das Bild im Kopf, wie ich am Kitesurfen bin und die Story dahinter ist im Prinzip ich.
00:04:08: hatte als Teenager nichts.
00:04:10: Ich hatte kein Geld, ich hatte kein Auto.
00:04:12: Meine Mutter war alleinerziehend mit vielen Kindern.
00:04:15: Also kannst du dir vorstellen, jetzt auch nicht ganz so viel Support, dass mich aus der Familie an den Strand fuhr.
00:04:20: Aber ich habe mir das in den Kopf gesetzt und ich habe das durchgezogen.
00:04:23: Und da steckt ja so ein bisschen die Frage drin, woher kommt die Durchsetzungskraft?
00:04:28: der Mut, andere mobilisiert, dann mich immer, wenn Wind war, an den Strand zu fahren.
00:04:34: Und ich glaube, ein Ursprung liegt da wirklich in der Schulzeit.
00:04:39: Ich bin Legas Täniker und habe die dritte Klasse dann schon zweimal gemacht, was ja als Kind total krass ist, wenn man irgendwie in der dritten Klasse das Umfeld wechselt.
00:04:50: Und später war es dann auch so, dass ich selbst bei Fächern wie Math und Physik Punktabzug gekriegt habe, weil irgendwie die Rechtschreibung nicht passte.
00:05:02: Und das war dann schon irgendwie Total prägend, weil ich mich gefragt habe, hey, irgendwie bin ich anders.
00:05:08: Ich glaube nicht, dass es Sinn macht, irgendwie in eine Kategorie dumm zu tun.
00:05:12: Aber als Kind fragt man sich das natürlich.
00:05:15: Und ich glaube auch, dass sich daraus vielmehr dann so eine Durchsetzungskraft stärke.
00:05:22: Ich habe gesehen, ich muss meinen Weg finden und kann jetzt nicht irgendwie ein Standardkonzept fahren.
00:05:28: Vielleicht mal eine Story, die das so ein bisschen beschreibt.
00:05:33: Du musst dir mal ein Gesicht vorstellen, als ich in der Schule erfahren habe, dass meine Schule in dem Jahr, oder in dem Jahrgang, in dem ich war, kein naturwissenschaftliches Profil anbieten wird.
00:05:45: Das ist ja so ein bisschen wie ein Todesstoß für ein Legastheniker.
00:05:49: Erstes Prüfungsfach Englisch, zweites Deutsch.
00:05:51: Wenn ich will, kann ich tauschen und erstes Deutsch, zweites Englisch machen.
00:05:54: Das macht ja gar keinen Sinn.
00:05:56: Und dann haben wir natürlich mit der Schulleitung gesprochen und gemerkt, hey, die hat überhaupt keinen Bock auf Änderung.
00:06:04: Und dann habe ich mich in einer Schülervertretung organisiert, habe mit Streiter gefunden, die auch Lust hatten auf Naturwissenschaften.
00:06:12: Es kam aber raus, dass es eigentlich nicht abbildbar die Schule kann, nicht jetzt Budget oder Stunden freimachen, um das Profil zu ergänzen.
00:06:22: Also gab es eine städteweites naturwissenschaftliches Cluster gegen den Willen der Schulleiter.
00:06:27: Die wollten das absolut nicht.
00:06:29: Ich hatte am Ende einer Schule, IGS, Intigrierte Gesamtschule in Wilhelmshaven.
00:06:36: Hatte ich ein Physikunterricht und das ist so ein bisschen die Schule gewesen, wo die Schulleitung Angst vorhatte.
00:06:41: Das könnte ja schlecht sein und kompletter Quatsch war der beste Unterricht.
00:06:46: Da sieht man so ein bisschen diesen Kampf und Willen, den ich da quasi in der Schule herarbeitet habe und so ein bisschen abseits des Standardwegs.
00:06:57: Vielleicht nochmal ein zweites Beispiel.
00:06:59: Ich habe neben der Schule mit meinem Kumpel Ralf ein Vorspruchsprojekt angefangen und dann haben wir wirklich Sachen aufgebaut und dann Ja, ein bisschen Fördergelder eingesammelt, hat ein paar Tausend Euro von einer Spartkasse, das fühlte sich schon so ein bisschen an wie ein Mini-Start-up und haben das dann vorangetrieben.
00:07:23: und das hatte natürlich zur Folge, dass wir ja relativ oft vom Unterricht freigestellt waren, an irgendwelchen Wettbewerben teilnehmen konnten.
00:07:32: Da haben wir Jugendforsch erfolgreich mitgemacht und das ging dann soweit, dass ich mit der Forschungsarbeit ein schriftliches Prüfungsfach im Abitur ersetzen konnte.
00:07:41: was natürlich auch noch überhaupt niemand in Erwägung gezogen hat, an der Schule das zu machen.
00:07:47: Und ich glaube, das hat so ein bisschen in der frühen Phase meines Lebens mich geprägt, dass ich so viel Gegenwind hatte und dann wirklich hartnäckig durchsetzten Kraft, du hast es ja auch schon erlebt, wie ich dranbleiben kann.
00:08:01: Und im Studium ist es wahrscheinlich dann nochmal ein bisschen weitergegangen, wobei ich glaube, die Schulphase war die entscheidende.
00:08:08: Im Studium habe ich keine Vorlesung besucht, habe mich direkt an einem Institut beworben und dann da als wissenschaftlicher Hilfswissenschaftler am Institut mitgearbeitet und dann aber auch relativ schnell wieder Limitierungen gesehen.
00:08:22: und dann habe ich mein erstes Unternehmen gegründet, Apodius, du hast es gerade gesagt.
00:08:28: Da war dann nochmal so eine nächste Phase, weil es noch viel mehr Mobilisierung war und da haben wir richtig gesehen, was man auch im Team erreichen kann und wie im Team eins plus eins drei wird.
00:08:38: und da haben wir noch mal was ganz anderes bewegt.
00:08:42: Lass nochmal einmal zurück zum Einstieg kommen.
00:08:47: Alleinerziehende Mutter, vier Kinder klingt nach die erste Kämpferin, die du als Vorbild hat.
00:08:52: Das war deine Mutter?
00:08:56: Ja, mit Sicherheit.
00:08:57: Also, die hat unglaublich viel aufgeopfert für die Familie.
00:09:01: Aber mein Vater war jetzt auch nicht weg, sondern die haben sich halt irgendwie getrennt und er ist dann in eine andere Stadt gezogen.
00:09:08: Aber
00:09:09: auch für uns Kinder noch da.
00:09:11: Aber natürlich, ja, das Ding hat meine Mutter gemacht, das war klar.
00:09:16: Was hast du noch für Vorbilder gehabt so in der Jugend?
00:09:19: Sport, irgendwas irgendwie, Lehrer, irgendwas irgendwie, Menschen, an denen du dich orientiert hast?
00:09:24: Ich glaube, ich habe viel mich im Sport orientiert und hatte deswegen auch Lust mit Kiteshaufen zu beginnen, als das ja noch total früh war.
00:09:32: Also meine Teenager Jahre, das waren ja die frühen zweitausende an.
00:09:36: Also da war ich schon wirklich früh mit dabei.
00:09:38: Das war keine
00:09:39: wirklich guten Sicherheitssysteme.
00:09:40: Ja,
00:09:41: genau.
00:09:41: Das waren dann die Leute, die mich inspiriert haben, wirklich Leute, die sehr, sehr früh dabei waren.
00:09:49: Das hat mich bewegt.
00:09:50: und da waren dann wirklich Leute, die voll Dedication hatten auf der einen Sache und das war was, was mich mitgerissen hatte.
00:10:00: Du hast auch Corporate-Erfahrung, das war jetzt in einer Einleitung rausgeschnitten, erzähl mal, was du im Unternehmenskontext, wo warst du?
00:10:09: Genau, wir haben unser Start-up schon nach vier Jahren verkauft.
00:10:13: Da kam ein großes Corporate auf uns zu.
00:10:16: Was ihr da gemacht habt, das kannst du auch spannen.
00:10:18: Also
00:10:18: im Prinzip haben wir Messtechnik und Automatisierung für im Wesentlichen die Automobilindustrie gemacht.
00:10:26: Da kam dann eben das Corporate auf uns zu und hat gesagt, hey, im Prinzip, da haben wir Lust auf BMW.
00:10:33: Wir waren sehr gut drin bei BMW.
00:10:35: Die hatten Lust auf die Technologie.
00:10:37: Das war im Prinzip eine Bildverarbeitung, die dann in Produktionsprozess gewisse Qualitätsparameter untersucht hat.
00:10:46: Team fanden es auch gut, also es waren die drei Faktoren.
00:10:48: Und am Ende hat es dann für uns hingemacht, zu verkaufen, weil wir an einem Punkt waren, wo die globale Expansion vor der Tür stand.
00:10:57: und jetzt mit einem Partner ein globales Zellsnetzwerk zu haben, das war schon superadraktiv natürlich und hat dann auch ein Boost bringen können.
00:11:05: Und genau, dann haben die uns gekauft und damit wurde ich dann vom Geschäftsführer des Startups ein bisschen zum Unit Director in einem Corporate.
00:11:14: Und das war am Anfang schon auch super spannend, weil wir ziemlich viel vertrauen, eine sehr internationale Verantwortung, also haben dann mit internationalen Sales-Teams zusammengearbeitet, internationale Entwicklungsteams und wirklich so ernst genommen, dass es Spaß gemacht hat.
00:11:31: Aber man kann sich vorstellen, je länger wir im Corporate waren, desto mehr wurde es zum Corporate.
00:11:35: Und das war dann irgendwann der Zeitpunkt, als die mir im Job im Headquarter angeboten haben.
00:11:40: Ich dachte, hey, wenn ihr nicht glaubt, meine Unit braucht mich noch, dann bin ich hier jetzt auch weg.
00:11:47: Und dann, der nächste Schritt dann war dann ...
00:11:50: Dann habe ich eine Transformation von einem Mittelständer geleitet.
00:11:53: Da ging es darum weg von der Kühlung von Verbrennungsmotor hin zu Electricity Drive Train.
00:11:59: Also viel Software auch wieder, weil man muss sich vorstellen.
00:12:03: Im Verbrennungsmotor geht es eigentlich immer nur Hitze raus.
00:12:06: Wenn man so viel Hitze abführt wie möglich, dann hat man eine gute Kühlung.
00:12:10: Das ist natürlich bei einer Batterie ganz anders.
00:12:11: Da muss ich vorwärmen, wenn es im Winter geladen werden soll, dann während des Ladevorgangs wieder kühlen.
00:12:17: Also ganz komplexe Kühlsysteme und an der Transformation drinnen dran hängen, aber auch, dass man, also ich habe da vorgefunden, einen ganz klassischen Mittelständler.
00:12:28: Das waren Zudiverater,
00:12:30: ne?
00:12:30: Genau.
00:12:31: Und der war altbacken organisiert und da gab es schon auch viele Themen in der... Organisation des Mittelständers.
00:12:42: Ich erinnere wirklich noch unser Gespräch und du hattest mich wirklich in den Sechzig Sekunden.
00:12:46: Also der Elevator Pitch war ganz schnell.
00:12:49: Vielleicht machst du den nochmal, dass du einmal ganz schnell erzählst, was ihr macht und dann gehen wir wirklich, fangen wir ganz vorne an.
00:12:55: Ich glaube auch, vielleicht nochmal einmal eingehen.
00:12:57: Gerne, gerne.
00:12:58: Ich glaube, nach dieser Transformation war eine ganz entscheidende Phase, weil danach hatte ich wirklich das Privileg mit viel Zeit und Ruhe.
00:13:08: mir zu überlegen, was ich eigentlich wirklich will.
00:13:09: Und ich habe gesehen, gesteiterisch tätig zu sein, Teams zu bauen, Produkte zu bauen, Unternehmen zu bauen, macht mir Spaß.
00:13:17: und das ist auch was, wo ich quasi nicht so viel Gegenwind habe, wie ich es in der Schulzeit hatte.
00:13:24: Aber was mir fehlte, war im Prinzip so ein bisschen der Sinn hinter dem Ganzen.
00:13:28: Und dann habe ich geguckt, Wo kann man denn was für die Gesellschaft machen?
00:13:34: Also war wirklich, dass du da an dem Punkt gesagt hast, jetzt möchte ich gerne Purpose-driven ein bisschen.
00:13:39: Hundertprozent.
00:13:40: Und ich habe auch erst mal in meinem Turf geguckt, Automatisierung, Maschinenbau, Gipsa, irgendwas.
00:13:46: Aber ich habe ehrlich gesagt nicht wirklich eine Technologie gefunden, wo ich gesagt habe, das ist es, das brauchen wir in der Zukunft.
00:13:55: Und habe dann bei der Recherche immer mehr gesehen, hey, lehms mit der Industrie.
00:14:01: Mehr als ein Viertel der CO-Zwei-Emissionen kommt aus der Lebensmittelindustrie.
00:14:05: Jede vierte Tonne, die wir imitieren, kommt aus der Lebensmittelindustrie.
00:14:10: Und jetzt sagen wir mal Innovationen, irgendwie die mit Tech darauf einzahlen.
00:14:13: Also da bleibt man dann halt bei Hafermilch und vegan Burger Petty hängen.
00:14:18: Und
00:14:19: bei Schraubverschlüssen, wo jetzt die Deckel dann hängen bleiben, an der Flasche man sich immer voll sappert.
00:14:24: Und das ist ja absurd.
00:14:25: Deutschland ist ja wirklich stark in der Lebensmittelindustrie.
00:14:29: Aber hat da jetzt nicht irgendwie den Drang Innovationen, die dann wirklich das Problem lösen können?
00:14:37: Ja, und Dinge auch in den USA, wo man so gedacht hat, ich weiß noch als Beyond Meat an die Börse gegangen ist, aber habe ich auch sofort gekauft, habe auch sogar Geld verdient, aber das ist ja auch ein Unternehmen, was fast ein Pennystock geworden ist.
00:14:48: Das heißt, da gibt es dann mal zwischendurch irgendwie so Flammtwas auf, aber man hat nicht das Gefühl, dass jetzt nachhaltig da Erfolge erzielt werden.
00:14:58: Ja, alle, alle großen Hersteller machen irgendwie was und teilweise sieht man, aha, okay, und ja, Bio, aber wenn man eben sieht, wie wenig Bio man eigentlich hinkriegt, weil einfach die Fläche nicht da ist, dann ist es schon, ja.
00:15:13: Genau, und ich habe dann wirklich ganz strategisch geguckt, hey, wo ist eine Idee, auf die ich mich draufsetzen kann und habe... mit unterschiedlichen VCs gesprochen habe geguckt, was in deren Portfolio ist.
00:15:26: Ich hatte jetzt so ein bisschen die Story schon mal ein Start-up gegründet, ein bisschen unternehmerisch unterwegs gewesen und dann hatten wir uns am Ende der Berliner VC Food Labs vernetzt, also hat mich dann meiner Mitgründerin Kate vorgestellt.
00:15:42: und warum mich MicroHavis von Anfang an so begeistert hat ist, weil im Prinzip bauen wir eine Technologie.
00:15:49: Mit dem Anspruch, dass es skalierbar und das kann man in großer Menge herstellen.
00:15:55: Und nicht, wir machen geniale Sachen im Labor, was ich jetzt gar nicht abwerten will.
00:16:00: Und später gucken wir mal, wie es skaliert.
00:16:03: Es braucht beides.
00:16:05: Aber für uns war klar, wir wollen prozessfokussiert wirklich da ein Problem lösen.
00:16:11: Und damit ein Problem lösen, was ganz ganz viele andere Unternehmen wiederum in eine Situation bringt, damit auch was Gutes zu tun.
00:16:17: Ganz genau.
00:16:19: Ja, Protein.
00:16:20: Erzähl mal.
00:16:22: Ja, Proteine sind ja so ein bisschen ... Sorry, das ist jetzt überhaupt nicht der Sechzig Sekunden.
00:16:27: Nein, egal.
00:16:30: Proteine sind ja so ein bisschen bei uns im Körper die kleinen Superhelden.
00:16:36: Die übernehmen ganz viele Funktionen.
00:16:38: Antikörper sind Proteine.
00:16:42: Und Enzyme sind Proteine.
00:16:44: Im Prinzip funktioniert.
00:16:47: unser Denken über Proteine, unsere Verdauung, unsere Bewegung.
00:16:52: Ohne Proteine kann unser Körper gar nicht funktionieren.
00:16:58: Und jetzt gibt es Proteine zusammengesetzt aus Amino-Assets und es gibt neun Amino-Assets, die unser Körper nicht selber herstellen kann, die wir also aufnehmen müssen.
00:17:08: Und jetzt, ich weiß nicht, du bist ja vielleicht einer, hast du mal getrackt, was du an Proteinen am Tag ist irgendwann?
00:17:16: Also ich bin nicht sehr stolz drauf.
00:17:20: Ich mache sehr viele auch dann zusätzliche Nahrungsmittelergänzungen, also wirklich so mit Eiweiß-Shakes und ich plotte es aber nicht wirklich mit, sondern ich sage mir, ich glaube einfach, ich habe zu wenig.
00:17:31: Ich bin jetzt sechzig, ich mache Fitness, mache viel Sport, weiß, dass ich jetzt eine Phase in meinem Leben komme, wo Muskelabbau noch schneller geht.
00:17:40: Also ich esse einfach gegen an und Hab mir zum Beispiel abgewöhnt, irgendwelche Schokoriegel zu essen, sondern begreife immer zu einem Einwässerriegel.
00:17:47: Das heißt, irgendwie weiß ich es, aber ich weiß jetzt nicht viel, viel Gramm.
00:17:50: Also, wie viel ich, ich müsste mal mitplotten.
00:17:53: Ja, mache ich mal noch nicht.
00:17:54: Die World Health Organisation empfiehlt pro Kilogramm Körpergewicht, Null, acht, drei Gramm Proteine aufzunehmen.
00:18:02: Das ist jetzt eine super abstrakte Zahl.
00:18:03: Wenn man viel Sport macht, bis zu zwei Gramm.
00:18:06: Aber man kann es quasi kaum überdusieren.
00:18:10: Genau, wenn man gesund ist, ist es schwer, das um überdusieren.
00:18:13: Und wenn du jetzt irgendwie ein gesunder Mensch, der sich bewegt ist, seventy-fünf Kilo schwer, dann bedeutet das minimal nach WHO gut zu sechzig Gramm bis zu hundertfünfzig Gramm.
00:18:25: Und wenn man sich das jetzt vorstellt, das bedeutet in Eiern, Neun bis einzwanzig Eier am Tag.
00:18:32: Für einen seventy-fünf Kilogramm schweren Menschen.
00:18:35: Das bedeutet irgendwie zweihundert bis vierhundertundachtzig Gramm Chicken.
00:18:40: Oder dreihundertzehn bis siebenhundertfünfzig Gramm Tofu.
00:18:45: Das realisiert man.
00:18:46: Also du hast es realisiert.
00:18:48: Du ist auch andere Präparate.
00:18:51: Das ist nicht leicht, das zu schaffen.
00:18:53: Und das ist so wichtig.
00:18:54: Und jetzt sitzen wir hier im privilegierten Hamburg.
00:18:58: Wir können jeden Tag in den Supermarkt gehen, genau das kaufen, was wir kaufen wollen und haben da gar keine Einschränkungen, aber das gilt ja bei Weiten nicht für die ganze Welt.
00:19:07: Ja, das heißt, insbesondere in Nationen, die Ernährungsprobleme haben, schon an einem wirklichen Mangel, wird das natürlich nochmal doppelt potenziert, weil die werden irgendwie mit klebrigem Reis und irgendwie Brotprodukten abgespießen, damit überhaupt satt werden, aber sie bekommen eben nicht.
00:19:24: Die notwendigen Menge.
00:19:25: Genau, die World Health Organisation empfiehlt in Drittwelt Ländern, trotz Klimawandel mindestens einmal die Woche Fleisch zu essen, weil die sonst einfach nicht auf ihre Nährwerte kommen.
00:19:34: Also da ist es wirklich überlebenswichtig, gute Proteinquellen zu haben.
00:19:40: Genau, also das ist so ein bisschen die Basis.
00:19:43: Und jetzt muss man sich dazu Proteine imitieren, sechsmal so viele Emissionen wie die ganze Luftfahrtindustrie.
00:19:50: Du hast es jetzt als
00:19:51: die, die vor den fünfundzwanzig Prozent Nachmitteln, zehn Prozent da rein.
00:19:55: Protein?
00:19:56: Genau, also über die Hälfte.
00:19:59: Es kommt immer ein bisschen drauf an, welche Studie zitiert man und was genau haben die betrachtet.
00:20:06: Wenn man sich Fleisch anguckt, wenn man sich Milchprodukte anguckt und dann noch die ganzen anderen Proteinquellen, die es gibt, das ist schon ein.
00:20:15: Riesen-Impact, gerade weil auch natürlich alle Tiere wieder essen und die essen dann so ja, die erst nicht nachhaltig angebaut wurde und so weiter und so fort.
00:20:24: Also das ist insgesamt ein Riesen-Impact.
00:20:27: Je nach Studie kommt man da, gibt es Studien, die seriös sind und elf Prozent sagen, der globalen Innovationen gibt aber auch Studien, die seriös sind und neunzehn Prozent sagen.
00:20:37: Auf jeden Fall mehr als zehn.
00:20:38: Ja, auf jeden Fall signifikant.
00:20:40: Mehr als
00:20:41: Flugverkehr, wie wir schon gesagt haben.
00:20:42: Flugverkehr ist glaube ich drei Prozent oder so?
00:20:44: Genau, also kommt jetzt auch wieder auf eine Betrachtung drauf an.
00:20:46: Wenn man nur CO² betrachtet, gibt es gute Studien, die zweieinhalb sagen, aber dann gibt es noch die Kondensstreifen und andere Effekte.
00:20:53: Das macht es dann doch nochmal.
00:20:54: Schlimmer, ja.
00:20:55: Jo, und
00:21:00: die bisher diskutierten Alternativen waren Fleisch oder pflanzlich und... Das muss ich anbauen, beim Fleischstopp also anbauen und dann wird es gefressen und beim bei pflanzlichen anbauen und das hat einen Horusen Effekt.
00:21:14: und dann gibt es ja sehr viele Abfälle in der Landwirtschaft und da wird es ja für euch spannend, erklär mal,
00:21:20: was ihr da
00:21:21: genau macht.
00:21:22: Wir setzen uns auf diese Abfälle, wir nennen die Nebenströme, weil die die erzeugen wollen natürlich hören, dass wir die wertschätzen und verwerten wollen.
00:21:30: und nehmen dann diese Nebenströme und tun die in den Prozess, der ist so ähnlich wie eine Brauerei.
00:21:38: Und in dem Prozess kommt dann der Nebenstrom und es kommt ein Mikroorganismus.
00:21:42: Und diese Mikroorganismen, die kennen wir eigentlich schon seit Jahrzehnten, wir haben die schon für die Fermentation von Joghurt, Kimchi, Sauerkraut, Bier, Wein, also im Prinzip läuft dann Fermentationsprozess.
00:21:55: nur mit einer extremen Effizient und extremen Geschwindigkeit.
00:22:00: Und wir brauen dann im Prinzip eine Proteinmasse, die wir dann trocknen, und rauskommt ein Proteinpulver, was dann wieder weiterverarbeitet werden kann.
00:22:12: Und das ist im Prinzip das Micro-Havis-Protein, Protein ohne Kompromisse, weil man hat sowohl den vollen Nährwert, das volle Amino-Assets-Spektrum, also eben alle essentiellen Amino-Assets, die wir aufnehmen müssen.
00:22:26: Man hat eine super Verdaubarkeit, da sind... viele Mineralien drin, da sind Vitamine drin.
00:22:33: Das ist wirklich ein komplettes Protein und das kann ich dann wieder weiterverarbeiten und habe eben nicht den Nachteil, dass ich irgendwie einen schlechten Geschmack habe, den ich noch maskieren muss oder irgendwelche Geschmacksträger mit dazugeben muss.
00:22:45: und dann kann das Protein jetzt einem sehr gut weiterverarbeiten.
00:22:49: Wie stellt ihr sicher, dass?
00:22:51: Also es gibt ja verschiedene Nebenströme.
00:22:54: Bis es bestimmte sein, wie stellte ich dir sicher, dass die Qualität immer gleich ist, ist das dem Mikroorganismus egal, was er kriegt, um zu wirken?
00:23:02: oder erzähl mal, wie er das Qualitätsstandard haltet, was da passieren muss.
00:23:09: Wir produzieren ja schon in einem gewissen Produktionsmaßstab und deswegen sind die Nebenströme, die wir uns angucken, schon relativ groß auch.
00:23:17: Ich kann mal zwei Beispiele machen, dann wird es ein bisschen greifbarer.
00:23:19: Ein Beispiel ist, Wenn ich mir eine Erbsenpflanze angucke, dann habe ich ja quasi nur die Erbsenfrucht oben und die ganze Pflanze ist erstmal bei Werk, was ich nicht beachte.
00:23:31: Und wenn ich jetzt die Frucht angucke und ich möchte mit der Frucht Erbsenproteine herstellen, dann hat die Frucht, zwanzig Prozent Proteine, sechzig Prozent Stärke und der Rest sind Fasern.
00:23:43: Und wenn ich jetzt Erbsen-Protein-Esolatmache, dann können wir halt aus den beiden anderen Strömen viel, viel mehr Proteine herstellen, als in der Erbse ursprünglich drin waren.
00:23:54: Und wir nehmen dann quasi
00:23:55: den Nebenströmen der Erbse nicht, also in der Hülse, in den Blättern.
00:24:01: Gar nicht die Blätter und der Strauch.
00:24:02: Also wirklich nur die Frucht betrachtet.
00:24:04: Können wir schon viel mehr Proteine herstellen, als die Erbse selber hat, weil wir
00:24:09: dann
00:24:09: das in den... Brauprozess geben in die Fermentation und dann essen die Mikroorganismen im Prinzip die Kohlenhydrate, die da drinstecken, wachsen exponentiell und den Prozess haben wir dann optimiert, sodass es eben sehr, sehr effizient geht.
00:24:31: Und da entsteht dann die Biomasse, die wir dann als Produkt verkaufen.
00:24:37: Das klingt nicht nach, ich mach mal eine neue App.
00:24:42: Das klingt nach, ich muss irgendwann industrielle Anlagen bauen, die auch in sich haben.
00:24:47: Ich habe aus dem Gespräch in Erinnerung mit dir, dass ihr ja schon quasi ein Proof-of-Concept habt.
00:24:52: Ihr habt eine Anlage, die funktioniert, die das schon beweist.
00:24:58: Aber bevor wir uns auf die Anlage und die Hürden, die ihr da überwinden musstet, um die überhaupt hinzukriegen, würde mich noch mal interessieren.
00:25:05: Du hast vorhin von einer Co-Founderin Kate gesprochen.
00:25:08: Hat die diese, als ihr zusammenkam, diese Entdeckung, diese Technologie schon mitgebracht.
00:25:15: Wie ist die Idee entstanden?
00:25:18: Gibt es einen Patent?
00:25:20: Ich bin da immer sehr an der Wurzel interessiert.
00:25:22: Ja, ich habe zwei bezaubernde Mitgründerinnen.
00:25:25: Kate, Kate und Louisa.
00:25:28: Um Kate herum ist die Idee im Prinzip erstanden.
00:25:31: Kate und Louisa kommen beide außer Biotechnologie und haben da Background.
00:25:35: Ich habe ja vorher schon einen Tech-Start-Up gehabt und wir haben AI gemacht und Software rauf und runter und ich dachte, das wäre jetzt komplex gewesen.
00:25:45: Aber wenn man in die Biotechnologie einkaucht, dann nimmt man noch mal eine ganz andere Pandora-Box.
00:25:50: Und ich will jetzt wirklich keiner, der schnell aufgibt und jetzt wirklich die ganze Ingredientsindustrie zu verstehen und da zu sehen, was Gibt es eigentlich?
00:26:01: Und wo sind Lücken in der Feminationstechnologie?
00:26:04: Das war natürlich was, was ich jetzt vor drei, vier Jahren überhaupt nicht hätte machen können.
00:26:08: Und da hat Kate zusammen mit Freunden beim Bier die Idee entwickelt und dann auch quasi die Grundschutz.
00:26:18: Döcke der Strategie zusammengepusselt, als ich dann dazu kam.
00:26:21: Aber wie musst du es vorstellen?
00:26:23: Also, die hat irgendwie einen Beruf gehabt, hat es nebenbei gemacht und hat sie in einer Forschungseinrichtung gemacht als Teil ihres Jobs oder wie?
00:26:29: Ich finde es wirklich so spannend, weil es ja nicht irgendwie ... ihr seid ja richtig dabei, was zu revolutionieren.
00:26:35: Die hat hier in Hamburg bei einem Ingredienzhersteller Oli gearbeitet und hat dann gekündigt, weil sie gesagt hat, ich will was machen.
00:26:43: Und hat dann gesucht und geguckt und bis sie das Thema hatte.
00:26:47: Also unglaublich mutiger Schritt raus aus der Konfortzone und gesucht, bis was gefunden war und dann ja das Team zusammengestellt und dann waren wir zu dritt und haben Gas gegeben.
00:27:02: Und Patent, habt ihr einen
00:27:03: Patent auf?
00:27:04: Genau, wir haben mehrere Patente.
00:27:05: Es ist natürlich dann unterschiedlichen Bereichen unterschiedliche Sachen patentiert.
00:27:09: Und ich stelle mir vor von der Idee, Und irgendwelchen Prototypen und kleinen Tests, wo man was nachweist, bis zu einer ersten Anlage ist schon ein großer Weg.
00:27:21: Vielleicht beschreibst du dir nochmal, was ihr da auch gebraucht habt, wahrscheinlich auch schon gleich mit Investoren.
00:27:27: Also erzähl mal ein bisschen eure Entstehungsgeschichte.
00:27:29: Genau, das war erstmal was ein Mindset, glaube ich.
00:27:31: Also wie gesagt, viele Start-ups machen geniale Sachen im Labor, zeigen die und gucken dann die Skalierung an.
00:27:39: Und wir hatten im Prinzip, das war auch von Kate getrieben, Von Anfang an ein Pilotslot gebucht in einem halben Jahr und losgelaufen, den Prozess entwickelt und direkt in den Piloten getan.
00:27:53: Dann haben wir sehr, sehr früh Geld eingesammelt und eben um den Prozess, wenn er immer groß sein muss, das kostet natürlich auch Geld.
00:28:02: und dann haben wir früh einen eigenen Piloten gebaut, der steht jetzt in Lissabon.
00:28:06: und haben den Prozess sehr schnell in Pilotmaßstab immer wieder erprobt und alles quasi mit industriellen Maschinen getestet und haben dann auch schnell den Schritt gemacht, zu einem Partner zu gehen und den Prozess noch weiter zu skalieren.
00:28:21: Also es ging sehr viel darum, Immer wieder das Mainz-Set, wir müssen den Prozess schnell skalieren, wir müssen schnell lernen, wie es in der Produktion aussieht, damit wir nicht den Fehler machen, dass man mit irgendwelchen Isolaten im Labor arbeitet und dann merkt bei der Eskalierung, hey, da ist ja total teuer jetzt oder gar nicht mehr effizient.
00:28:40: Wenn du sagst Partner, was war das für ein Partner?
00:28:42: Das war jetzt im Prinzip der Partner, mit dem wir dann nochmal einen weiteren Marsch abgemacht haben.
00:28:45: Das ist ein alter Pharma-Konzern, der früher im Bereich Pharma unterwegs war.
00:28:50: Und der hatte dann Fermentationskapazität frei und dann konnten wir mit einem auch schon noch großen Investment, aber ja natürlich viel kleiner, als hätte man die Produktion selber bauen müssen.
00:29:03: Ja, da anfangen und da haben wir jetzt ein Produktionsmaßstab, wo wir fünf Tonnen in der Woche produzieren können.
00:29:09: Fünf Tonnen ist equivalent eine Tonne, es sind ungefähr drei tausend Schicken, also Hühnchen in der Massentierhaltung.
00:29:17: Wenn man mal eine
00:29:18: Tonne ist.
00:29:20: Eine Tonne sind dreitausend Hühnchen, d.h.
00:29:21: fünf Tonnen die Woche können wir produzieren, dann sind es ungefähr fünfzehntausend Hühnchen.
00:29:26: Die nicht
00:29:26: haben müssen.
00:29:27: Aber ein Hühnchen lebt ja in der Massentierhaltung ein Monat, d.h.
00:29:31: das nochmal mal vier.
00:29:32: Also wir haben ja jetzt schon eine Produktion stehen, die vergleichbar wäre mit einer Chicken Farm, die sechzigtausend Hühnchen hätte.
00:29:38: Also schon ein Maßstab allen.
00:29:40: natürlich überhaupt noch nicht das, wofür wir angetreten sind.
00:29:43: Ja, ja.
00:29:46: Ihr seid gestartet sofort mit Business Angels oder erst mal mit eigenem Geburtsreppen Setup?
00:29:54: Genau, ich hatte es ja erzählt.
00:29:56: Foodlabs hat den Kontakt hergestellt und die waren von ganz Anfang mit dabei.
00:30:01: Also wir waren ganz am Anfang schon wie sie mit dabei, der DC-Drunde alleine gemacht hat.
00:30:06: und dann sind wir, ja, als wir als Team zusammen waren mit der Series A durchgestartet, haben die nächsten Schritte gemacht.
00:30:15: Und du hast jetzt, oder ihr habt jetzt einen Team aufgebaut von vierzig Menschen.
00:30:19: Erzähl mal so ein bisschen, was braucht man?
00:30:21: Was habt ihr für Talente?
00:30:24: Was habt ihr für Themen, die ihr gerade macht in Vorbereitung?
00:30:29: jetzt zum Big?
00:30:30: Genau.
00:30:31: Es war natürlich am Anfang ganz viel Wissenschaft und Entwicklung hier in Hamburg.
00:30:37: Machen wir das Upstream Development.
00:30:38: Das bedeutet, im Prinzip gucken wir uns an, welche Nebenströme können mit welchen Mikroorganismen zusammen funktionieren.
00:30:46: Wie können wir den Prozess noch effizienter machen?
00:30:48: Wie können wir das später skalieren?
00:30:51: Also ganz
00:30:51: viel Laborarbeit, Tests, Experimente.
00:30:53: Genau.
00:30:54: Dann geht es in Lisserbaum darum, wie geht dann im Pilot der erste Skalierungsschritt?
00:30:59: Wie können wir es weiter optimieren?
00:31:01: Wie können wir unterschiedliche Prozessschritte noch effizienter gestalten?
00:31:05: Und daneben eine kleine Organisation, die dann angefangen hat, natürlich auch irgendwie die Organisation zu sein, also ein bisschen Recruitment, ein bisschen Distress, bis wir jetzt halt wirklich in der Skalierung natürlich auch Sales und alles brauchen, was dazu gehört, ein bisschen Marketing und genau jetzt.
00:31:26: wird der Fokus immer mehr auf Operations gelegt, wo natürlich dann auch am Ende wir planen gerade eine große Produktion, viel Energie reinfließt, dass die erfolgreich gebaut werden kann.
00:31:41: Habt ihr schon eine Vorstellung, wo das stattfindet?
00:31:43: Also gibt es schon einen Standort, wo ihr gesagt seid?
00:31:46: Es ist
00:31:46: ganz witzig.
00:31:46: Wir haben uns in Europa, also wir haben gesagt, Europa muss es sein und haben uns dann in Europa verschiedenste Standorte angeguckt, vierzig Stück.
00:31:57: Und es wird jetzt einer in Ostdeutschland.
00:31:59: Also wir gehen mit der Produktion nach Ostdeutschland tatsächlich.
00:32:02: Toll, toll zu hören.
00:32:04: Und nur um für Höhren und Höhren mal eine Vorstellung zu haben, über was wir da sprechen, was wird da so, ist so der Plan, wie viel wollt ihr da produzieren?
00:32:15: in Tonnen?
00:32:17: Das sind fünfzehntausend Tonnen im Jahr, das ungefähr fünfzig Tonnen am Tag.
00:32:22: Also Da fahren dann richtig Zwergabinen raus.
00:32:28: Das ist einfach eine riesen Zahl, die kann man sich nicht mehr vorstellen.
00:32:31: Und das ist dann, wie viel Fläche braucht man dafür?
00:32:36: Das ist relativ klein.
00:32:37: Also die Logistikflächen, um das Ganze zu bespielen, das Produkt rein und raus zu kriegen, machen schon einen signifikanten Teil aus.
00:32:45: Also der Prozess ist eben so effizient.
00:32:48: dass es ein relativ kleines, ich sag mal so ein bisschen, kann man sich das vielleicht vorstellen, wie ein Fußballfeld oder so was?
00:32:53: Nein,
00:32:53: ich hab eben gerade gedacht, das klingt mega, Fußballfeld.
00:32:56: Genau, aber auf dem Fußballfeld muss halt Speicherkapazität sitzen, damit man nicht jeden Tag einen Lkw oder Zug haben muss.
00:33:05: Und da geht relativ viel Fläche für Logistik drauf.
00:33:09: Der Prozess selber ist sehr, sehr klein.
00:33:12: Und ... Von heute an, was ist so der Traum?
00:33:17: Wann möchtet ihr dort quasi ready to deliver your first?
00:33:22: Ende siebenzwanzig wollen wir anstatt gehen.
00:33:23: Ende siebenzwanzig
00:33:24: heißt, wir sind jetzt Ende fünfundzwanzig, zwei Jahre um das zu machen.
00:33:29: Vielleicht sprichst du mal so ein bisschen über die Herausforderungen, die ihr bis dahin noch lösen müsst.
00:33:35: Also der Prozess ist sehr weit und da haben wir technologisch eigentlich... einen ziemlich guten Haken schon dran.
00:33:44: Natürlich muss das ganze Ding jetzt geengineert werden.
00:33:46: Also wir arbeiten jetzt mit professionellen Engineering Companies, die sowas auch schon mal gemacht haben zusammen.
00:33:53: So
00:33:53: eine Anlage plant.
00:33:54: Genau.
00:33:54: Und dann ist das natürlich eine ganze Menge Geld, was wir bewegen müssen.
00:33:58: Also wir bauen da eine Anlage an einem Standort, wo es sehr effizient ist.
00:34:03: Die Agrarströme sind vor der Tür.
00:34:06: Da sind auch wirklich sehr gute Rahmenvoraussetzungen.
00:34:10: Wir haben einen Industriepark, wo schon sehr viel vorliegt.
00:34:14: Also da ist Dampf liegt vor.
00:34:16: Wir brauchen keine Abwasseranlage bauen.
00:34:18: Aber trotzdem, was wir da bauen wollen, braucht noch relativ viel Kapital.
00:34:22: Das ist schon ein großer zweistelliger Millionbetrag, den wir da auf die Beine stellen müssen.
00:34:27: Und dafür brauchen wir natürlich dann auch Abnahme.
00:34:31: Und das ist ja so ein bisschen so ein Thema.
00:34:32: Wir haben heute zwar schon große Kapazitäten, aber natürlich noch längst nicht so groß.
00:34:39: Und wir wollen ja, dass die Produktion von Anfang an sehr gut gefüllt ist.
00:34:43: Das bedeutet, wir bereiten jetzt auch den Markt darauf vor.
00:34:47: haben wir jetzt mit sehr vielen großen Unternehmen Gespräche, die unser Produkt, genau, die heute schon kleine Mengen beziehen können und dann später große Mengen beziehen wollen.
00:34:57: Das heißt, in eurem Pitchcheck, was ihr jetzt wahrscheinlich gerade finalisiert, steht dann auch drin, wir haben die und die Vorgespräche, die und die Kontakte, wir sehen die und die Potenziale, so dass man eben auch sagt, ihr kennt nicht nur Produktion im Griff, sondern auch Absatzmärkte.
00:35:12: Genau, und der Einkauf ist supertechnisch und der versteht unsere Marktpositionierung extrem gut, was zur Folge hat, dass wir wirklich mit den relevanten Plänen sprechen und da die auch bereit sind wirklich Commendments auf Papier zu schreiben.
00:35:27: Ja, ich finde mit eurem Firmennamen irgendwie klingt irgendwie professionell, klingt aber auch irgendwie, klingt nachhaltig, kann ich nicht sagen warum, aber klingt für mich nachhaltig.
00:35:39: Etwas, ist das, wird das eine Marke?
00:35:41: Ich stelle mir sofort, könnte sowas sein wie Intel Insight, also so ein Ingredient Brand, ist das was der anstrebt?
00:35:46: Oder sagt ihr, soll ich eigentlich völlig egal?
00:35:49: Also ich, Micro Harvest ist ja schon irgendwie für den Deutschen auch ein bisschen technisch, ne?
00:35:53: Also Harvest ist jetzt nicht die leichteste Vokabel.
00:35:56: Also ich glaube, am Ende ist es wichtig, dass wir eine gewitze Bekanntheit kriegen, um auch mal ein politisches Bein zu kriegen.
00:36:06: Das ist jetzt gerade bei dem Projekt in Deutschland wichtig.
00:36:09: Aber für unsere Kunden, die sind oft sehr technisch, da geht es wirklich darum, was kann das Produkt?
00:36:16: Und nicht ganz so viel Marketing.
00:36:18: Also am Ende klar Bekanntheit hilft, beim Geld einwerben, das hilft, um politisches Backing zu kriegen, das hilft, um Talent zu kriegen.
00:36:27: Aber für den Kunden ist das, glaube ich, gar nicht so wichtig.
00:36:32: Wenn du, weil du ja auch vorhin mal darüber gesprochen hast über Purpose, Wenn du jetzt mal in die Zukunft träumen darfst und sagen darfst, okay, ihr werdet das richtig hinkriegen, es wird nicht bei der einen Fabrik in Ostdeutschland bleiben, ihr könnt das Ding wirklich zu einem globalen Player aufbauen.
00:36:51: Wie groß kann der Effekt sein, den eure Technologie hat?
00:36:54: Also wie viel, also ja, es ist ja ca.
00:36:55: ninety-fünf Prozent.
00:36:58: Kann man einsparen, aber es wird ja nicht unbegrenzt.
00:37:05: Seitenprodukte da, habt ihr es mal ausgerechnet, was von der Fakt ihr haben könnte, wenn alles gut geht?
00:37:10: Ja, man muss mal gucken, was man ersetzt und am Ende sehen wir... In Europa zwar ein Fleischmarkt, der nicht mehr schnell wächst, aber global wächst er noch ziemlich rasant.
00:37:23: Das bedeutet, man geht da wirklich auch in die Schiene.
00:37:27: Wie ernährt sich die Welt in Proteinen?
00:37:31: Wenn wir es ausrechnen wollen, rechnen wir Volumen und dann gucken wir, was wir ersetzen.
00:37:37: Ersetzen wir Soja oder Erbsenproteinen, dann ist natürlich unser Impact.
00:37:44: geringer, aber immer noch da tatsächlich, als wenn wir jetzt ein Fleisch ersetzen.
00:37:50: Ist es ein rotes Fleisch oder ist es was anderes?
00:37:52: Also das ist dann im Prinzip so ein bisschen, man muss Annahmen treffen und Entscheidungen treffen.
00:37:57: Deswegen kann man da schon Zahlen ausrechnen, aber die sind dann immer mit sehr vielen Annahmen, was man genau wann ersetzt und das ist ja auch... Wir schaffen ja auch eine neue Kategorie und die Möglichkeit, ganz neue Produkte zu denken.
00:38:12: Also wenn du Heißhunger hast, dann musst du ja nicht unbedingt ein Snickers essen, du kannst ja auch eine ganz andersartige Riegel essen, der dann vielleicht irgendwie deinen Heißhunger erfüllt, aber nicht unbedingt mehr Fett und Zucker braucht.
00:38:24: Also da denken wir viel auch in neuen Kategorien und dann wird es natürlich auch noch viel schwerer, was man dann ersetzt hat.
00:38:30: Und wahrscheinlich ist der Markt ja auch so gigantisch groß, dass das ein Luxusproblem ist, da was zu nach irgendwie groß der Gesamtmarkt ist, an den ihr geht.
00:38:39: Aber ich glaube schon unbedingt, dass wir jetzt mit einer Produktion nicht halt machen, sondern dass wir sowohl in Europa, als auch in Asien, als auch in USA darauf aufbauen, signifikant wachsen müssen, um das Problem, was wir da vor der Brust haben, ansatzweise lösen zu können.
00:38:55: Und die Technologie hat das Potenzial, das auch zu tun.
00:38:59: Habt ihr, seht ihr weltweit andere Ansätze, die vergleichbar sind?
00:39:03: Oder seid ihr da so ein bisschen ein wirklich so in so einem Blue Ocean und ihr seid auch noch so das einst, wie Peter Thiel, der immer sagt, man sollte ein Märkte geben, wo es keine Konkurrenz gibt und kann dann eine Monopole aufbauen.
00:39:17: Ich will es gar nicht bewerten jetzt, aber seid ihr eher so oder sagt ihr, wir gehen da schon in den Markt rein, wo es auch ganz viele andere Ansätze gibt?
00:39:23: Also so viel gibt es nicht.
00:39:24: In Europa schon mal auch ganz wenig nur noch.
00:39:27: Es gibt schon Player, die z.B.
00:39:30: darauf setzen, nicht Agrarnebensströme zu nehmen, sondern Erdgas.
00:39:36: Wenn man jetzt sagt, dass Erdgas irgendwann mal mit Strom kostenlos hergestellt werden kann, das sind sicherlich noch ein paar Schritte, die erfolgreich sind, dann kann man vielleicht das Erdgas ersetzen und dann irgendwie mit... neuen Technologien da hinkommen.
00:39:51: Was macht man dann mit dem Erdgas?
00:39:53: Wie kriegt man das?
00:39:53: Also
00:39:54: im Prinzip kann ich ja auch Mikroorganismen, die brauchen Kohlenhydrate irgendwo und die können natürlich auch die Energie aus Erdgas ziehen.
00:40:03: Also die essen dann nicht den Zucker aus dem Nebenstrom oder die Phase aus dem Nebenstrom, sondern nehmen das Erdgas auf.
00:40:11: Und das ist eine Technologie, die jetzt aus meiner Sicht erstmal nicht so richtig eine Daseinsberechtigung in der heutigen Zeit hat, weil es baut auf Erdgas auf und es ist von der Effizienz nicht gleich kommt.
00:40:26: Aber es gibt schon ein paar Player, also ich will jetzt nicht sagen, wir sind ganz allein.
00:40:30: Aber das ist zum Beispiel einer, den wir jetzt auch im europäischen Markt mal sehen, der auch versucht auf die gleichen Kunden zu gehen.
00:40:36: Aber aus meiner Sicht ist das natürlich eher so ein bisschen geschäftsbelegend und wir müssen ja jetzt natürlich auch ein neues Marktsegment schaffen.
00:40:44: Ich glaube, ich habe also meine Einschätzung jetzt als der Endverbraucher und der Marketingperspektive gemischt.
00:40:51: Ist das, glaube ich, klingt viel sympathischer, Agrarhebenerzeugnisse zu nehmen als Erdgas, um ein Eiweiß jetzt zu steigen.
00:40:59: Aber das ist egal.
00:41:01: Lass uns mal, wir haben jetzt quasi, habt ihr ja so erzählt, unser Ansatz ist ja so, dass wir sagen, new work entsteht auf einer individuellen Ebene, auf einer teamebene und auf einer gesellschaftlichen.
00:41:11: also wenn ins better me, better we, better society.
00:41:15: Wir haben jetzt sehr stark bei dem impact gesprochen.
00:41:18: Mich wird schon auch noch interessieren, wie ihr als Organisation aufgestellt seid, wie ihr arbeitet.
00:41:24: Du hast jetzt ja sehr schön aus deiner biografie abgeleitet auch, was du von typisch wie du arbeitest, was du magst, was du nicht so magst.
00:41:35: Was macht ihr anders als die Corporates, die du kennengelernt hast?
00:41:38: Und was macht ihr anders als dein erstes Startup in der Zusammenarbeit im Team?
00:41:44: Also ich glaube, ein Grundprinzip ist, dass wir extrem gutes Talent kriegen.
00:41:50: Also wir haben wirklich top, top, top, top Leute.
00:41:55: Mit dem zusammenzuarbeiten ist natürlich was ganz anderes, als wenn man mit jemanden zusammen arbeitet, den man nicht vertrauen kann.
00:42:01: Also wir haben, wenn ich jetzt an meinen Team denke, dann denke ich eigentlich in allen Bereichen habe ich jemanden, der das, was er macht, viel besser kann als ich selber.
00:42:10: Und damit, ja ich will jetzt nicht sagen, kann ich mich zurückleben, aber das ist eben ein großes... Merkmal Asset, was, glaube ich, Corporates ganz oft nicht schaffen, dass sie wirklich Talente einstellen, die dann in den Teilbereichen besser sind oder vielleicht auch in allem besser sind und man das erkennt und sie machen lässt.
00:42:31: Und ich glaube, dann schaffen wir da in den Bereichen auch viel Freiheit zu geben und Vertrauen, sodass das jetzt nicht so eine klassische Hierarchie ist, sondern wie uns vielleicht als Grunderteam eher sehen, den Weg noch zu bereiten und als Ressource Sachen zu enablen, viel eher als Top-Down Entscheidungen durchzupressen.
00:43:00: Das ist gar nicht so.
00:43:01: die...
00:43:03: Also, dann haben wir jetzt prinzipiell die Betamis.
00:43:05: Du sagst, du hast einfach Top-Top-Einzel-Leute, dann lass uns von da anfangen.
00:43:09: Also Top-Top-Einzel-Leute können ja im Einzelspieler Stadium stecken bleiben, indem sie zwar super alleine sind, aber vielleicht nicht im Team.
00:43:18: Jetzt habt ihr, glaube ich... Ich weiß nicht, ob ihr ein Purpose, ob ihr es formuliert habt.
00:43:23: Aber wenn wir mal mit diesen Begriffen, Vision, Mission, Purpose, Werte, egal welche ihr nutzt, habt ihr das mal formuliert, wofür ihr steht, wie ihr funktioniert, auch vielleicht Führungsprinzipien, sodass man sagt, okay, da kann man was ableiten, wie ihr das macht?
00:43:38: Genau, absolut.
00:43:39: Also zum Beispiel, wir akzeptieren Fast Failure, also sind... sind total offen dafür, dass Sachen schief laufen, wir aus Fehlern lernen, wir haben eine Diversity of Thoughts, also erstmal ist alles willkommen, aus einer Diversity of Thoughts ist auch tatsächlich ein total diverses Team geworden, also wir haben irgendwas bei zwanzig Nationalitäten auf vierzig mitarbeiten, das ist ja schon wirklich unwahrscheinlich, was wir haben.
00:44:14: Ja, ich glaube schon, dass wir uns hinter einem Purpose und einer Mission sehr gut erleiden können.
00:44:21: Und das macht es natürlich auch leichter.
00:44:24: Und jedes Quartal einigen wir uns auf OKA's.
00:44:27: Okay, also ihr nutzt OKA's.
00:44:29: Zudem wir dann rennen und dann sind wir natürlich dann neben Müschen und Wüschen hinter den OKA's auch klar alleint, was jetzt in dem Quartal gerade Sache ist.
00:44:41: Also
00:44:43: aus meiner eigenen Arbeit und auch aus dem Studium von unfassbar viel guten, schlauen Leuten weiß ich, dass diverse Teams, wenn sie psychologisch sicher sind, die besten Ergebnisse bringen.
00:44:56: Wenn sie psychologisch unsicher ist, die schlechtesten Ergebnisse.
00:44:59: Also diverse Teams, die nicht psychologisch sicher sind, die schlechtesten, schächsten Teams, weil die Leute sich so zurückziehen.
00:45:06: Gleichzeitig ist psychologische Sicherheit ... am schwersten zu erzeugen in diversen Teams.
00:45:12: Jetzt habe ich dich als Mensch ... ... kennengelernt und ... ... für mich strahlst du ganz viel ... ... Herzenswärme ... ... Inklusion aus, ... ... du bist sehr ... ... zugänglich und das trotz ... ... und trotzdem wirkst du super professionell.
00:45:28: Also ich kann mir das schon vorstellen ... ... dass das bei euch ziemlich Geiles zu arbeiten, aber ... ... vielleicht jetzt siehst du mal ein bisschen was über eure Kultur, ... ... außer was noch so in dem Fass fehlt.
00:45:37: ja und ... Und okay, was macht euch aus?
00:45:40: Also wenn ich jetzt quasi jetzt in der letzten Stufe, ich habe mir jetzt bei euch beworben und ihr habt noch keinen Marketingmenschen und ich fähre jetzt wie dreißig und würde gerne bei euch das Marketing machen.
00:45:51: Genau, ich glaube, was wir jetzt noch nicht gesagt haben, unglaublich kollaborativ.
00:45:55: Also was wir wirklich carrying und supported sind als Unternehmen.
00:45:59: Aber auf der anderen Seite natürlich auch irgendwo Championsleaks spielen und das ist natürlich was, wo Wir jetzt als ein schnell wachsendes Unternehmen sehr viel Augenmerk darauf legen, wie können wir das weiter beibehalten?
00:46:15: Ich glaube, dass wir sehr, sehr gut gestartet sind.
00:46:18: Aber jetzt natürlich im Wachstum ist ein Augenmerk, wie kriegen wir es hin, dass das auf immer mehr Schultern immer noch genauso gut funktioniert?
00:46:29: und natürlich kommt auch jeder mit seiner eigenen Erfahrung seinem eigenen Setting in ein Unternehmen rein.
00:46:34: Und man braucht nicht glauben, dass nur weil wir irgendwelche Values an die Tafel schreiben, die von heute auf morgen gelebt werden.
00:46:41: Und da stecken wir viel Energie rein und ... Ausführlich darüber auszutauschen, was glaubt ihr zu diskutieren, was ist jetzt wirklich der richtige Weg und wie können wir das noch besser machen?
00:46:55: und hatten jetzt zum Beispiel auch mal als Experiment einen Workshop, wo das ganze Team mit teilgenommen hat, wo wir dann auch so Arbeitsmethoden erarbeitet haben.
00:47:05: und ich glaube zum Zentrales die Erkenntnis, dass wir uns, auch wenn wir mal gut gestartet sind, immer weiter verbessern müssen, um ein gut beizubehalten.
00:47:19: Du hast OKRs genannt, die man ja dem Agilen arbeiten gerne zuordnet.
00:47:24: Habt ihr andere Aspekte da?
00:47:26: Also was für Retrospektiven macht ihr sowas?
00:47:27: Oder was sind so Methoden, was sind so Methoden, die ihr einsetzt und Rituale?
00:47:33: Genau, Retroperspektiv machen wir auch.
00:47:35: Sowohl wenn wir einen Event hatten, trifft sich das Event-Team als auch natürlich in den Entwicklungsteams und ich Ich glaube, also auf jeden Fall fließt da viel Energie rein, dass jeder sich traut, offen zu sagen, was er denkt.
00:47:51: Und wir sind jetzt nicht so eine People-Please-Arculture, wo immer wieder das gesagt wird, was vielleicht jemand hören will, sondern es geht sehr offen zu.
00:48:00: Und das ist auf jeden Fall was, was mir und dem Grunderteam sehr, sehr wichtig ist und wo wir viel drauf hinarbeiten und natürlich können dann so Meetings dazu beitragen.
00:48:12: Aber am Ende ist es die psychologische Sicherheit, also psycholaktrische Safety, die jeder haben muss, um dann im Unternehmen auch sich wohl zu fühlen, auch mal was Kritisches zu sagen.
00:48:28: Kommen wir nochmal auf dich und dein Leben, dein Style zu arbeiten, du hast also ohne jetzt da private Dinge, du hast erzählt, dass du heute bis du einen bestimmten Zeitpunkt Zeit hast, weil danach musst du dich um dein Kind kümmern.
00:48:42: Also das klingt nach eher einem modernen und auf Vereinbarkeit ausgerichteten Ansatz in der Familie.
00:48:51: Erzähl mal das ein bisschen.
00:48:52: Wie bist du aufgestellt?
00:48:53: Wie arbeitest du?
00:48:54: Wie stehst du da so im Leben?
00:48:56: Ja, ich glaube, da war auch wieder ein prägendes Erlebnis oder Ereignis war.
00:49:01: Ich habe mein erstes Startup gerade verkauft.
00:49:05: Und hab da meine Frau kennengelernt, damals natürlich dann irgendwie so die Anbandlung als Freundin.
00:49:11: Und der war das so egal, was da eigentlich auf der Wirtschaftswelt passiert.
00:49:16: Und die hat natürlich dann auch, heute versteht sie ein bisschen mehr, wenn man viel los ist und kann damit auch super umgehen und so ein bisschen mich auch mal grounden.
00:49:26: Damals war das wirklich, sie hat es gar nicht verstanden, es hat sich auch nicht interessiert, sie wurde es auch nicht wissen, sie war an mir interessiert, aber um Gottes Willen nicht an dem, was da gerade abging.
00:49:34: und ein Unternehmen zu verkaufen, wer das schon mal gemacht hat, ist auf jeden Fall was, was sehr bewegend ist.
00:49:39: Da hat man öfter mal Nachtschichten und muss irgendwas um aufbereiten und das war sicherlich was, was wir im Leben.
00:49:48: Mein Leben hätte einen ganz anderen Verlauf genommen, hätte ich sie nicht kennengelernt zu dem Zeitpunkt.
00:49:51: und da ist schon für mich der Fokus, dass ich eine gute Vereinbarkeit habe zwischen Arbeit und meinem Leben.
00:50:00: Und da muss ich sagen, da fehlt mir auch so ein bisschen Vorbild.
00:50:03: Da gibt es gar nicht so viele Vorbilder, die da offen und cool mit umgehen, die meisten, die wirklich viel erreichen.
00:50:10: Arbeiten auch wirklich viel und deswegen versuche ich da jeden Tag so ein bisschen mein eigenes Vorbild zu sein und mich selber zu reflektieren.
00:50:17: Und ja, mein Sohn hat jetzt gerade aufgehört seinen Mittagsschlaf zu machen.
00:50:21: Das heißt, er geht super früh ins Bett und wenn ich um acht Uhr nach Hause komme, dann stift er also.
00:50:26: Versuche
00:50:28: ich noch mal ein Vorhach zu haben.
00:50:29: Wenn immer möglich, block ich mir die Nachmittage und natürlich bin ich viel unterwegs und das geht nicht immer.
00:50:34: Meine Regel ist, ich versuche es immer, dann klappt es manchmal und dann bin ich oft noch mal ein Nachmittag da und kann ihn ins Bett bringen und setze mich dann eher danach noch mal hin.
00:50:42: Sehr cool.
00:50:44: Die Zeit hat hier voran, dass es immer ein Zeichen dafür, dass eine tolle und spannende Folge ist.
00:50:49: Zumindest für mich ist die tolle und spannende.
00:50:51: Ich hoffe, dass es auch okay ist.
00:50:53: Letzte Frage, die wir unseren Gästen stellen, stichst dann die Erste an, wo willst du noch hin?
00:51:00: Ja, also für mich ist jetzt einmal, möchte ich diese Unternehmen jetzt erfolgreich groß machen.
00:51:05: und ich glaube am stolzesten kann man immer sein, wenn man was aufbaut, was dann ohne einen weiter funktioniert.
00:51:12: und das ist definitiv mein Ziel, dass ich das so aufbauer, dass Jonathan Roberts nicht mehr erforderlich ist, sondern dass auch ohne Jonathan Roberts funktionieren kann.
00:51:21: und Wenn es dann mal ohne mich funktioniert, dann kann ich mir schon vorstellen, dass ich mich nochmal wieder so ganz in Ruhe hinsetze und mir überlege, was jetzt der richtige Weg für mich ist.
00:51:31: Also, ich kann mir nicht vorstellen, dass ich nochmal was mache, was gar keinen Purpose hat, aber ob es dann ein neues Start-up wird oder was auch immer.
00:51:40: Erst mal möchte ich jetzt mein Graves groß bauen und das ist meine große Vision und da gehört für mich eben dazu, mich auch irgendwo ersetzbar zu machen und immer ein gutes Team zu heiraten, was die Sachen besser kann als ich und dann nicht mich so ins Zentrum zu tun.
00:51:58: Vielen Dank.
00:51:59: Ich hoffe, wir machen nochmal eine Fortsetzung.
00:52:01: Wir werden sich gerne auch deine Co-Founderen mal kennenlernen.
00:52:06: Ganz, ganz viel Erfolg auf dem Weg.
00:52:08: Also mit mir hast du ein Fanboy seit OMR und jetzt nochmal extra.
00:52:13: Ich hoffe, dass die Folge euch Irgendwie hilft es, ob es im Recruiting ist oder ob irgend ein cooler Investor das hört.
00:52:21: Ich habe so ein, zwei Blick, wo ich die Folge überhinschicke.
00:52:26: Und ja, alles alles Gute.
00:52:28: Vielen Dank für deine Zeit.
00:52:29: Hat Spaß gemacht.
00:52:30: Ganz lieben Dank, Michael.
00:52:35: Die New Work Idee ist, wie ihr es ja oft schon bei uns gehört habt und auch oft wordenes gelesen habt, viel, viel mehr als die Frage, ob wir von zu Hause aus arbeiten, ob wir Hunde mit ins Büro bringen dürfen, Posts jetzt an die Wende kleben oder Kühlschränke mit Mathe-Tee haben.
00:52:55: Es ist auch nicht die Frage, ob wir von zu Hause oder jedem Ort, an dem wir gerne sind, arbeiten können.
00:53:00: Es ist sehr, sehr viel mehr.
00:53:03: Und die Idee von New Work hat immer auch die großen gesellschaftlichen Themen im Blick gehabt und von daher freuen wir uns immer, Christopher und ich, wenn wir auch Folgen haben, die wir mit Menschen führen, die an Ideen arbeiten, für Ideen stehen, die eben in diesem Better Society bessere Gesellschaft aktiv sind und eine so große Idee, wie die von Jonathan, Robert und seinen beiden Co-Founderen.
00:53:31: Die Idee mit MicroHavis ist wirklich ein Nehrußproblem, eindrücklich und ausdrücklich anzugehen.
00:53:40: Hat mich sehr beeindruckt, schon beim Kennenlernen und ich hoffe, dass dieser Funke auch auf euch übergesprungen ist, den Jonathan bei mir ausgelöst hat, nicht nur bei OMR hinter der Bühne, sondern auch hier im Studio.
00:53:54: Und wenn ihr das auch so seht, dann gibt uns doch mal wieder fünf Sterne oder keinen schönen Kommentar auf den Podcast-Plattformen und bleibt uns weiter treu.
00:54:03: Habt eine gute Woche und vielen Dank fürs hierher.
00:54:06: bis hierher zuhören.
00:54:08: Euer Michael.
Neuer Kommentar