#531 Mirijam Trunk | Media Executive, Journalist, Bestselling Author, Podcast Host, Advisory Board Member

Shownotes

Unser heutiger Gast hat früh gelernt, wie wichtig es ist, die eigene Stimme zu finden und zu erheben. Nach dem Abitur studierte sie Psychologie, Kommunikationswissenschaft und Politik in München und Washington D.C., absolvierte die renommierte Deutsche Journalistenschule und war unter anderem Stipendiatin der Hanns-Seidel-Stiftung. Erste Stationen führten sie zum Bayerischen Rundfunk, dann ins Management von Bertelsmann, Gruner + Jahr und RTL Deutschland. Dort entwickelte sie zentrale Podcast-Strategien, baute die Audio Alliance mit auf, verantwortet heute crossmediale Markenführung und leitet die Abteilungen für Nachhaltigkeit, Diversität und Inklusion, mit gerade einmal Anfang 30. Als Autorin wurde sie mit ihrem Debüt Buch: „Dinge, die ich am Anfang meiner Karriere gerne gewusst hätte“ zur Stimme einer Generation von Frauen, die sich fragt, wie beruflicher Erfolg gelingen kann, ohne sich selbst zu verlieren. Seit mehr als achteinhalb Jahren beschäftigen wir uns in diesem Podcast mit der Frage, wie Arbeit den Menschen stärkt, statt ihn zu schwächen. In mehr als 500 Episoden mit fast 700 Persönlichkeiten haben wir darüber gesprochen, was sich verändert hat – und was sich weiter verändern muss. Wie gelingt es, in der Medienwelt der Gegenwart Haltung zu zeigen – ohne sich zu verbiegen?

Welche strukturellen Hürden bremsen Frauenkarrieren – und wie lassen sie sich konkret überwinden?

Und warum reicht es nicht, nur das System zu kritisieren – wenn wir nicht auch die Spielregeln verändern?

Fest steht: Für die Lösung unserer aktuellen Herausforderungen brauchen wir neue Impulse. Daher suchen wir weiter nach Methoden, Vorbildern, Erfahrungen, Tools und Ideen, die uns dem Kern von New Work näherbringen. Darüber hinaus beschäftigt uns von Anfang an die Frage, ob wirklich alle Menschen das finden und leben können, was sie im Innersten wirklich, wirklich wollen. Ihr seid bei „On the Way to New Work“ – heute mit Mirijam Trunk.

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00:00:00: Unser heutiger Gast hat früh gelernt, wie wichtig es ist, die eigene Stimme zu finden und zu erheben.

00:00:06: Nach dem Abitur studierte sie Psychologie, Kommunikationswissenschaft und Politik in München und Washington, D.C.

00:00:13: Sie absolvierte die renommierte deutsche Journalistenschule und war unter anderem Stipendiatin der Hans Seidl-Stiftung.

00:00:19: Erste Berufsstation führten sie zum Beispiel Rundfunk, Danis Management von Bertelsmann, Gruner und Jaa und RTL Deutschland.

00:00:27: Dort entwickelte sie zentrale Podcast-Strategien, baute die Audiolines mit auf, verantwortet heute crossmediale Markenführung und leitet die Abteilung für Nachhaltigkeit, Diversität und Inklusion, mit gerade einmal Anfang dreißig.

00:00:40: Als Autorin wurde sie mit ihrem Debubuch Dinge, die ich am Anfang meiner Karriere gerne gewusst hätte, zur Stimme einer Generation von Frauen, die sich fragt, wie berufliche Erfolge liegen kann, ohne sich selbst zu verlieren.

00:00:52: Seit mehr als acht und ein halben Jahren beschäftigen wir uns in diesem Podcast mit der Frage, wie er arbeitet, in Menschenstärkstudien zu schwächen.

00:00:58: In mehr als fünfhundert Episoden mit fast siebenhundert Persönlichkeiten haben wir darüber gesprochen, was sich verändert hat und was sich weiter ändern muss.

00:01:06: Wie gelingt es in der Medienwelt, der Gegenwart Haltung zu zeigen, ohne sich zu verbiegen?

00:01:11: Welche strukturellen Hürden bremsen Frauenkarrieren und wie lassen sie sich konkret überwinden?

00:01:16: Und warum reicht es nicht nur das System zu kritisieren, wenn wir nicht auch die Spielregeln verändern?

00:01:21: Fest steht.

00:01:22: Für die Lösung unserer aktuellen Herausforderung brauchen wir neue Impulse.

00:01:25: Daher suchen wir weiter, nach Methoden, Vorbildern, Erfahrungen, Tools und Ideen, Dienst im Kern von New Work näherbringen.

00:01:32: Da wir hinaus beschäftigen uns von Anfang an die Frage, ob wirklich alle Menschen das finden und leben können, was sie im Innersten wirklich, wirklich

00:01:40: wollen.

00:01:42: Ihr seid bei On the Way to New Work heute mit Miriam Trunk.

00:02:05: Hallo.

00:02:05: Hi.

00:02:06: Ich hab's grad schon gesagt, ich bin wahnsinnig gefreut, weil ich war ... Wirklich gefühlt Wochen off from Podcast aus Tausend Gründen.

00:02:13: Und jetzt darf ich eine Folge vor Ort aufnehmen.

00:02:15: Schön, dass du da bist.

00:02:16: Ja, danke, dass ich da sein darf.

00:02:17: Schön bei euch.

00:02:19: Wir haben das ja gerade gehört.

00:02:20: Michael hat quasi die Intro gemacht.

00:02:22: Er lässt sich heute legitimerweise von mir vertreten.

00:02:25: Wir haben jetzt ein paar Folgen nochmal wieder so und so aufgenommen.

00:02:29: Und ich wüsste, er hätte jetzt die Agenda im Kopf und würde sagen, wir wollen das Thema, das Thema, das Thema und ich versuche ihn immer so ein bisschen im Hinterkopf zu haben.

00:02:36: Aber ... Ich bin wahnsinnig neugierig, deine Version zu hören von, wie bist du der Mensch geworden, den du heute bist?

00:02:43: Ich glaube, die offensichtlichste Antwort sind natürlich immer die Eltern, die einprägen.

00:02:49: Also, ich habe zwei Eltern, die unterschiedlicher nicht sein könnten und ich habe sie im Vorgespräch gesagt, bin auch ein Scheidungskind, was in der Hinsicht dann kein Wunder ist.

00:02:57: Ich habe eine Mutter, die Sozialpädagogin ist, die mit Kindern arbeitet.

00:03:02: die ein bisschen einen schweren Staat ins Leben hatten aus verschiedenen Gründen und zusätzlich noch den Notruf für opfersexualisierter Gewalt leitet.

00:03:14: Und ein Vater, der Unternehmer ist, der ein Unternehmen mit teilweise in der Spitze waren es, glaube ich, mal achthundert Leute, ein Logistikunternehmen in Oberfranken aufgebaut hat, politisch engagiert war, vom JU-Vorsitzenden in seiner Jugend bis hin zum IHK-Präsidenten.

00:03:30: Und was beide eint, ist ein wahnsinnig starker Leistungsgedanke und ein Spaß am Arbeiten.

00:03:37: Also meine Mutter, die am Wochenende auf irgendwelchen Elternveranstaltungen sitzt und abends in Kindergärten Informationsveranstaltungen leitet und mein Vater der gefühlt immer an ist.

00:03:49: Und ich glaube, das sind so die Grundlagen, also ein Verständnis von zurückgeben, sich einsetzen für andere, auch ein Demokratieverständnis, aber auch Lust am Unternehmen, Lust am Machen, Lust am Vornherein gehen und überall sicherlich einmal gesunder und mal ungesunder Leistungsdruck.

00:04:09: Okay, da kann ich ein bisschen nachfühlen.

00:04:13: Und auch so von der Motivation her.

00:04:17: Du erzählst es natürlich jetzt aus der Distanz.

00:04:19: Aber ich bin immer sehr bildlich und denke so wie krass, das sind der zwei wirklich sehr unterschiedliche Charaktere.

00:04:24: Total.

00:04:27: Geh mal ruhig nochmal, wenn du magst, dahin, jetzt selber aus deiner Erfahrung heraus, wenn du da nochmal drauf guckst und sagst ja okay, wo hatte ich das hingestoßen?

00:04:37: in welche Richtung und warum?

00:04:39: Ich glaube, es hat in vielerlei Hinsicht immer zu so einer gewissen Zerrissenheit auch geführt.

00:04:44: Also ich glaube, es ist auf der einen Seite, es sind zwei Pole, die eine wahnsinnige Bandbreite geben und auf der anderen Seite hatte ich immer dieses Bedürfnis.

00:04:52: auch was Kreatives zu machen, Menschen zu berühren, Menschen mitzunehmen.

00:04:57: Deswegen habe ich dann ja auch das Schreiben für mich entdeckt, bin in die journalistische Richtung gegangen und irgendwann nach diesen ersten Jahren im Journalismus habe ich gemerkt, oh, mir fehlt das Unternehmertum.

00:05:07: Und gleichzeitig war ich aber keine BWL-erin und konnte zwar zahlen und konnte Mathe, aber musste das dann mir noch drauf schaffen sozusagen on the job, um dann diesen Unternehmerteil ein bisschen besser ausleben zu können.

00:05:20: Und am Ende

00:05:38: Ostelelelelelelelelelelelelelelelelelelelelelelelelelelelelelelelelelelelelelelelelelele Schritte, die da passiert sind, weil du warst dann sehr schnell in sehr jungen Geschäftsführerinnen, aber das passiert ja nicht von heute auf morgen ganz plötzlich, sondern

00:05:55: da gibt

00:05:56: es ja trotzdem etwas, wie das da hingeht.

00:05:58: Genau,

00:05:58: also ich hole vielleicht nochmal kurz aus und zwar habe ich in meiner Kindheit hatte ich einen sehr klaren Berufswunsch.

00:06:07: Und der war Musical-Darstellerin.

00:06:08: Wow, das ist sehr speziell.

00:06:10: Ja, das

00:06:10: ist für die Hamburger ist das gar nicht so absurd.

00:06:13: Aber ich komme aus Bamberg, also eine kleine Stadt oder eine mittelgroße Stadt in Oberfranken, so eine Stunde von Nürnberg weg.

00:06:20: Und da war das schon ein bisschen exotisch.

00:06:22: Und ich habe aber gesagt, ich will das machen.

00:06:24: Und dann habe ich Gesangsunterricht genommen und habe ... getanzt und habe irgendwie alles gemacht und bin dann auch nach Texas ein Jahr auf die High School Wurr Beyonce Null, zwar eine Performing Arts High School.

00:06:35: Manche kennen die Fame School in New York, da wurden ja auch Filme.

00:06:38: Und es gibt einen Condor dazu in Houston, Texas, was natürlich einfach in Texas ein bisschen anders ist, aber auch so dieser Gedanke von lasst die Kinder singen, lasst die Kinder tanzen.

00:06:48: Und dann habe ich gesagt, das ist mein Weg.

00:06:51: Also ich will jetzt Musical-Darstellerin werden und bin dann an die Musikhochschule in Wien.

00:06:56: Und hab da gemerkt, ich bin keine Künstlerin.

00:07:01: Weil ich, und das passt ein bisschen zu dem, was du mit Michael sagst, ich war immer die, die gesagt hat, wir haben doch gesagt, dass wir uns um fünfzehn Uhr treffen, warum ist denn jetzt keiner da?

00:07:09: Und du wolltest doch den Kuchen mitbringen, jetzt hast du keinen dabei.

00:07:12: Also für mich war das, ich hatte, kam mir da immer wahnsinnig pedantisch und zwanghaft vor in diesen Runden, obwohl ich das gar nicht bin.

00:07:18: Und die anderen

00:07:19: waren es eher nicht.

00:07:20: Die anderen waren so, du, ich ... Ich kann gerade nicht und ich fühle es gerade nicht und also ich spreche sehr im Künstler Klischees, aber das habe ich da, wir waren natürlich auch alle, also da ist man ja auch noch in so einer Spätpopazität.

00:07:32: Aber ich habe einfach nach wenigen Momenten da schon gemerkt in Wien, das ist es nicht.

00:07:40: Und dann habe ich gesagt, nee, diesen Weg gehe ich nicht und war dann total lost und bin einfach zum nächsten Mikrofon und das war beim Radio.

00:07:47: Aber okay, weil ich hab euch nur euch schmunzelt deswegen, weil ich hab irgendwann mal in einem Artikel gelesen, es ging um, weiß ich nicht, Tonstudios, und dann schrieb einer ja, und der, der immer morgens pünktlich nüchtern und nicht unter Drogen da war, war Mick Jagger.

00:08:03: Alle anderen kamen zu spät, waren nicht da, konnten nicht performen, der saß von acht bis acht da und hat sein Ding durchgezogen und hat sich so, ach krass, das macht halt einen guten Künstler aus.

00:08:12: So wie, ich sag mal, den Picasso, der sehr... diszipliniert, einfach jeden Tag gemalt hat, ohne ob er Lust hat oder nicht.

00:08:20: Und dann dachte ich, okay, da ist es offensichtlich so doch ein bisschen diese Disziplin dahinter.

00:08:25: Aber ich würde jetzt sagen, als du sagst, ich bin spät, wo bei dir kann mir schon auch gut vorstellen, das mischt sich wahrscheinlich

00:08:30: mit rein.

00:08:30: Total.

00:08:31: Und man muss ja auch sagen, ich habe da, also das Programm, für das ich mich da beworben hatte, war klassischer Gesang.

00:08:37: Und um... Du musst ja, um was geben zu können, auch erst mal deine Gefühle rankommen.

00:08:42: Also du kannst dich ja nicht hinstellen und singen und das berührt die Leute, sondern du musst ja dafür auch was in dir irgendwie aufkriegen, wie so ein Reißverschluss zu deinem Herzen, damit du das auch ans Publikum geben kannst.

00:08:52: Und ich glaube, dass es ganz viele Wege gibt, diesen Sweet Spot der Emotion in sich zu finden.

00:08:59: Einer sind vielleicht Drogen, das war jetzt in dem Fall nicht so, aber ich glaube, einer ist auch, dass man einfach ... Ja, drauf schaut, was brauche ich jetzt gerade in dem Moment?

00:09:08: Und wenn es nicht der Kuchen um fünfzehn Uhr ist, dann ist es das halt nicht.

00:09:11: Ja, ne, das ist eine sehr erwachsene und sehr richtige Betrachtung.

00:09:15: Es ist natürlich trotzdem nicht einfach, wenn du nachher da sitzt und sagst, ich wollte das immer machen.

00:09:18: Und es klingt so, als wenn du schon richtig was rein investiert hast.

00:09:21: Total.

00:09:21: Leider und do it.

00:09:22: Total.

00:09:23: Aber ich glaube, was mir auch bewusst wurde, es wurde mir später im Journalismus nochmal bewusst, sozusagen die ökonomische Realität eines Berufs.

00:09:31: Also, ich bin aufgewachsen, hab ich ja jetzt mit meinem Vater war Unternehmer.

00:09:35: Also, gesagt mal mal, gutes, guter Mittelstand.

00:09:39: Und wenn dir dann bewusst wird, da gibt's wenig Festanstellungen.

00:09:43: Und das ist eher so von Engagement zu Engagement.

00:09:46: Und manchmal ist auch gar nix.

00:09:48: Und gerade für ein Sopran, was ich war, sind die Rollen ja auch altersmäßig begrenzt.

00:09:53: Und ich hab dann ganz tolle Frauen gesehen, die unfassbar gut waren, gerade im Bereich Opa.

00:09:59: Und die Wahrheit dann mit Mittevierzig, da gibt es dann halt einfach nicht mehr so viele Rollen.

00:10:04: Und als mir das dann noch so ein bisschen mehr bewusst wurde, dachte ich, vielleicht mache ich das als Hobby und halte auch die Liebe dazu.

00:10:11: Weil das ist, glaube ich, der nächste Punkt.

00:10:14: Dieser Umgang mit Kritik, wenn du deine Kunst, also was ich auch gerade sagte, wenn du deinen Herz nach draußen gibst und dann wirst du kritisiert, ich konnte damit ganz schwer umgehen.

00:10:23: Also wenn du mich morgen anrufst und sagst, du, ich hab dein Buch gelesen, ich find's nicht gut, dann sag ich, okay, das ist, ich trenne das Werk von der Person, also das hab ich gemacht und das bin ich, ich nimm's nicht persönlich.

00:10:32: Aber wenn du sagst, du, ich hab dich auf der Bühne stehen gehört und du hast da eine Aria gesungen und ich fand das ganz schlimm, dann hat das, dann hat mich das persönlich sehr angegriffen.

00:10:42: Und ich glaube, dass ich's nicht ausgehalten hätte.

00:10:44: Also zum einen, dass den ökonomischen Druck nicht ausgehalten hätte, den emotionalen Druck nicht ausgehalten hätte und einfach gemerkt hat, that's not me.

00:10:52: Ja, also würdest du von mir nie hören.

00:10:54: Ich bin eher der sehr positive Typ und kann aber diese Trennung gut nachvollziehen und tue mich eher schwer mit Leuten, die... Also genau das, was du gerade sagst, ne?

00:11:05: Es geht ja nicht darum, war das gut oder schlecht, sondern es geht darum, hat es mich bewegt oder nicht.

00:11:08: Genau.

00:11:09: Und das wäre jetzt eher so mein Typ.

00:11:10: Und ich kriege natürlich auch dort, die mir sagen, ja, du machst das und das und du machst so und so.

00:11:13: Und du, weiß ich nicht, redest so viel Englisch und machst dies und das und jenes.

00:11:16: Und dann denkst du, Mensch, es gibt da draußen... ...Einundfünfzig Millionen YouTube-Kanäle.

00:11:20: Ja.

00:11:21: Go.

00:11:22: Voll.

00:11:23: Ich schaue einander an.

00:11:24: Das ist so meine Haltung dazu.

00:11:26: Aber sehr viele Menschen haben natürlich diese Meinung und haben das Gefühl, sie müssen sie jetzt in diesem Moment loswerden.

00:11:34: Total.

00:11:35: Und dadurch störe ich durchs Internet noch mal viel mehr.

00:11:37: Ja.

00:11:39: Und das bringt mich gleich zu einer Frage, aber ich will nicht nach vorne springen, nämlich zum Thema eine Meinung zu haben in einer Machtposition.

00:11:46: Ist was anderes als eine Meinung zu haben in einer Nichtmachtposition?

00:11:49: Absolut.

00:11:51: Bleiben wir mal in deiner Situation.

00:11:52: Du hast dich damals umentschieden und musstest da quasi raus.

00:11:56: Ich gehe mal davon aus, dass gehen nicht ganz widerstandsfrei.

00:11:59: Es ging erstaunlich widerstandsfrei.

00:12:01: Ich hatte das Gefühl, dass einige Umicherung gesagt haben, ein Glück, dass sie es nicht macht.

00:12:06: Weil bei aller Bewunderung, die man hat, wenn jemand seine Leidenschaft folgt.

00:12:11: hat man ja auch so ein bisschen, oh, was soll das werden und wie viele erfolgreiche Opernsägerin gibt und wie hoch ist die Chance, die nächste andern Strepko zu werden oder die nächste Musical Queen.

00:12:22: Und dann war ich auch relativ schnell beim Radio und war dann so diese klassische Generation Praktikum.

00:12:28: Ich habe, glaube ich, zehn Praktiker gemacht in den folgenden Jahren beim Radio, beim Fernsehen, beim Washington, beim ZF, war in Brüssel im EU-Parlament.

00:12:37: Hat mir einfach alles angeschaut, was es anzuschauen gab.

00:12:40: Und hab dann so immer mehr mein Berufswunsch, glaub ich, geformt auf diesem

00:12:45: Weg.

00:12:45: Spannend.

00:12:46: Also, mein erstes Praktikum war auch tatsächlich die Radio.

00:12:48: Wirklich,

00:12:48: wo?

00:12:49: SFB, Radio eighty-eight Berlin.

00:12:51: Ich war der Praktikant, der die ersten, äh, noch analogen Träger, ähm, genommen hat und digitalisiert hat.

00:12:58: Und dann musste ich die CDs einspielen und dann auch so ein Digitalband packen.

00:13:03: Ach, witzig.

00:13:03: Ja, das war, boah, neun neunzig, ach neunzig, neun neunzig, irgendwie sowas.

00:13:08: Aber das ist doch eine gute Schule, diese Voxpops, musstest du dir auch mal machen, dass du auf die Fußgängerzone gehst und sagst, was ist denn ihre Lieblingsheiß-Sorte?

00:13:14: Oder ihre Tipps gegen Hitze im Sommer?

00:13:18: Das

00:13:19: war nicht so meine Musik.

00:13:20: Ich

00:13:20: hab das so gehasst.

00:13:21: Ich hab das auch mit.

00:13:23: irgendwann, am Ende, da war ich schon im Studium und fast fertig, musste ich das wieder machen und ich stand bei Hugendubel in München und ich hab geweint und hab gesagt, wann ist das endlich zu Ende?

00:13:32: Ich mache es seit sieben Jahren diese Voxpops, ich hasse

00:13:36: es.

00:13:37: Das meins war das nicht.

00:13:38: Also überhaupt nicht.

00:13:38: Ich hab hier bei Enjoy Radio als die Neue waren Praktikum gemacht und das Mudo von den fantastischen Vierkampfeninterviewer ein.

00:13:45: Und das war die Zeit von Flat Eric, dieser Werbung von Levis, von dieser Gamefigur.

00:13:50: Die ging damals so ab, das war alles noch pre-YouTube.

00:13:53: Und ich hatte als Prakti dann so eine Idee.

00:13:57: Da gab's so einen Teil auf der CD, der den ersten nach Minuten anfing.

00:14:02: Und die war mal im CD-Player und empfing das an und empfing an seine Stimme.

00:14:05: Und er hat gesagt, vielleicht, Derry, keine Stimme, wie kann das sein?

00:14:07: Und da hatte ich die Idee, mit dem Interview zu führen.

00:14:09: Und hab das dann so, heute kannst du das halt am Rechner zusammen basteln, Kairi, und fertig.

00:14:13: Und haben es uns dann umgebaut, das wurde gesendet.

00:14:15: Und dann hatte ich eben Smudo getroffen.

00:14:17: Und der kam in den Sender und war einfach mega cool drauf.

00:14:20: Und das war natürlich damals der Star so.

00:14:23: Und das war eine Sache, wo ich auch dachte, geil, das will ich machen.

00:14:26: Und genau die Voxpops waren bei mir so das Ding so no way on earth.

00:14:30: Ich werd niemals no way.

00:14:33: Total.

00:14:33: Das kann ich nicht.

00:14:34: Und Andreas Kuhlage war damals.

00:14:37: Werksstudie und hat ihm, wir waren zusammen, hier in der Fußgängerzone, der stellt ihn nicht so an und der ist ja auch noch, glaube ich, da.

00:14:44: Ja, aber da sieht man jetzt manchmal so eine Boomer-Aussage, aber so ein bisschen in Generationenwandel, weil jetzt, wenn es Praktis gibt, also ich bin nicht mehr beim Radio hauptberuflich, aber ich habe ja noch viele Freunde, da gibt es immer öfter Leute, die reinkommen im Berufseinschreck und sagen, oh, du, die Voxpops, das mag ich nicht.

00:15:01: Ja.

00:15:02: Ich hab das auch nicht gemacht, weil ich es mochte.

00:15:03: Aber was man so merkt, das findet doch eine Generation Wandel statt.

00:15:12: Gleich geht es weiter mit On The Way To New Work.

00:15:14: Aber hier kommt unser Werbepartner für diese Woche.

00:15:17: Kennt ihr das, ihr sucht nach einem Event, das euch wirklich weiterbringt?

00:15:19: Nicht nur im Job, sondern auch persönlich.

00:15:21: Eines, das euch inspiriert und mit echt guten Erkenntnissen voranbringt.

00:15:24: Ich glaube, ihr wisst schon, wovon ich spreche.

00:15:26: Ich spreche von einem der wichtigsten Events des Landes, die OMR.

00:15:31: Woher mehr Festival ist, eines der größten Events für digitales und online Marketing in ganz Europa mittlerweile.

00:15:37: Hier in Hamburg treffen sich die klügsten Köpfe unserer Branche für zwei Tage voller inspirierender Vorträge.

00:15:42: Diskussion und praktische Learnings über achthundert Speaker-Innen, darunter Namen wie Pip Klöckner und Meredith Whitaker, aber auch bekannte Persönlichkeiten wie Tom Brady.

00:15:51: Also es ist wirklich, wirklich spannend.

00:15:52: Ich habe schon diverse YouTube-Videos von der OMR gemacht, könnt ihr immer bei mir im Channel gucken, lohnt sich.

00:15:57: Es ist wirklich ein Highlight.

00:15:59: Also beeindruckend dazu, tausend Ausstellende auf der Expo von internationalen Tech-Giganten bis hin zu Start-up-Style.

00:16:06: kennen müsst.

00:16:07: Also bei der OMR dreht sich alles um Networking, Praxis Mehrwert und natürlich gibt es auch ein verdammt gutes Festival-Feeling am Abend.

00:16:14: Die perfekte Mischung aus Weiterbildung, Inspiration und einzigartigen Entertainment.

00:16:18: Falls ihr dabei sein wollt, habe ich was für euch.

00:16:19: Sichert euch jetzt den OMR-Sechsundzwanzig-Festival-Pass zum Early-Bird-Preis.

00:16:24: Mit dem Code NEWWORK-EIN-HUNDERD-Spart, ihr hundert Euro Netto auf den regulären Ticketpreis bis zum achtundzwanzigsten Februar könnt ihr euch diesen Vorteil sichern.

00:16:35: Den Link dazu findet ihr in den Show Notes und jetzt viel Spaß mit dem Rest von On The Way To New Work.

00:16:43: Und bleiben das nochmal direkt da rein, weil da sind wir jetzt hier im Thema eigentlich, für das du auch stehst, für das du auch schreibst, das ist jetzt ein Buch, habe ich vor dir vor mir liegen, Dinge, die ich am Anfang meiner Karriere gerne gewusst hätte.

00:16:56: Du bist aber auch diejenige, die die Chancen im Blick hat.

00:16:59: Und ich sage das bewusst nicht mit den Schlagwörtern, sondern bewusst mit Chancen im Blick und Chancen zusammenbringen.

00:17:06: Jetzt nehmen wir mal das Beispiel, jemand kommt rein und sagt, das mag ich nicht so gerne und dann gibt es ja einen Unterschied zwischen, das mag ich nicht gerne, das gehört dazu oder wie ich es gerade gesagt habe, stelle dich nicht so an.

00:17:16: Ich weiß nicht, ob er Interesse damit es genau so gesagt hat, aber diese stelle ich nicht so an ist ja.

00:17:21: Kernaussage.

00:17:22: Manchmal ein bisschen so eine Aussage.

00:17:26: Wie gehst du heute mit so einer Situation um?

00:17:28: und wo sagst du, wie viele ist?

00:17:30: auch ein bisschen Positives motivieren, anschubsen und sagen, Gib it a try.

00:17:36: Versus ne, ich verstehe schon, wenn wir da eine Linie überschreiben.

00:17:40: Ja, das ist so diese grundsätzliche Frage der One-Size-Fits-All-Lösung für die Arbeitswelt.

00:17:45: Also das, was ich im Buch her auch schreibe, ist, der Mann ist das weiße Denavir-Blatt der Arbeitswelt und alle anderen können sich auch auf Denavir schneiden und irgendwie... weiß machen und dann gehören sie dazu.

00:17:56: Und das passt ja so ein bisschen dazu.

00:17:59: Es muss natürlich Strukturen geben und Prozesse, die gerade große Unternehmen oder Redaktionsbetriebe gliedern und gleichzeitig gibt es natürlich Dinge, wenn jemand zum Beispiel eine Einschränkung hat oder eine Behinderung hat oder es wirklich Gründe gibt, warum er das nicht kann.

00:18:14: Dann kann man nicht sagen, du, wir haben das alle gemacht, du machst das auch.

00:18:18: Und gleichzeitig bin ich schon, der Meinung man muss so ein bisschen das Motiv dahinter abfragen.

00:18:23: Also wenn es wie bei uns ist, dass es unangenehm ist, dann ist es vielleicht eine gute Schule, einmal über diesen Punkt zu gehen.

00:18:30: Und ich sage das auch ehrlich.

00:18:32: Im Nachhinein sagt man das immer so, dass mich das wirklich weitergebracht hat.

00:18:36: Genau wie Gastronomie.

00:18:37: Ich habe auch sechs, sieben Jahre Gekehlnaht und ich habe diesen Satz im Kopf keine Lerngänge.

00:18:42: Also wenn du, wenn du zurückkommst, weil du gerade ein Kabotino hingebracht hast, dann nimm das mit.

00:18:48: Und das habe ich bei jeden Tag, denke ich, daran, weil es ist so wahr.

00:18:52: Keine Lerngänge.

00:18:54: Wenn du eh läufst, nimm was mit.

00:18:56: Ich glaube, da muss man unterscheiden.

00:18:57: Auf der einen Seite, es braucht eine generelle Struktur und generelle Prozesse und gleichzeitig braucht es auch die Flexibilität, wenn es Gründe gibt, warum du es nicht kannst.

00:19:07: Zum Beispiel, wie gesagt, eine Einschränkung oder geistige körperliche Fähigkeiten, dann muss es auch die Flexibilität im Betrieb geben zu sagen, es geht nicht.

00:19:19: Ich glaube, das ist einfach nur wahnsinnig schwer abzufragen.

00:19:21: Also ich nehme jetzt mal das Beispiel, keine leeren Gänge, ich komme aus einer Gastro-Familie bzw.

00:19:25: Getränkehandelsfamilie.

00:19:26: Das heißt, das war für mich auch ein Klassiker das zu tun.

00:19:29: Ich habe es immer gelernt, den Blick zu haben.

00:19:31: Und mir ist gerade was eingefallen, wo Leute sagen, das hat damit überhaupt nichts zu tun.

00:19:37: Ich nenne das Closing the Loop, wenn man in der virtuellen Welt Asynchron kommuniziert, in großen Gruppen und so weiter.

00:19:45: Da haben Leute immer gesagt, Corona, Remote-Office, jetzt machen wir alle New Work, habe ich gesagt, nee, nee, der Kern ist, dass Asynchron kommunizieren.

00:19:52: Auf Distanz nicht die Videokonferenzen.

00:19:54: Und diese Regel, keine leeren Gänge, lässt sich übertragen zu sagen, Du schreibst etwas und du schließt den Kreis.

00:20:01: Also du stellst keine offenen Fragen.

00:20:02: Du spielst nicht Ping-Pong.

00:20:03: Das ist selbe wie mit du gehst leer durchs Restaurant.

00:20:06: Du nimmst es nicht mit, sondern du versuchst zu sehen, jemand stellt eine Frage und du gibst nicht Einsatzantwort, dass der nächste wieder schreibt, sondern dass man sagen kann, hier ist das fertig.

00:20:18: Also closing the loop ist quasi ein selben Prinzip.

00:20:20: Und um rauszufinden, was Leute da bewegt, merke ich immer wieder, wie schwer es ist, sich die Zeit zu nehmen.

00:20:28: Du fährst mir in die eigene Nase, den Leuten eben auch diese Zeit zu geben.

00:20:32: Also zu sagen, probier es aus, lass es reflektieren.

00:20:36: Und da würde mich brennt interessieren, wie du das, wie viel Zeit du dir nimmst, wie du es machst und wann du damit begonnen hast zu gucken.

00:20:44: Weil wie gesagt, du bist dann ja mit siebenundzwanzig Geschäftsführungen geworden.

00:20:49: Aber das kam ja nicht von

00:20:50: hohem.

00:20:51: Nee, also vielleicht, um das noch einmal zu schließen, als ich war dann klassisch, wie gesagt, ich habe all diese Praktiker gemacht, habe studiert, war an der Deutschen Journalistenschule, habe bei der ARD angefangen als Reporterin und als Nachrichtensprecherin.

00:21:04: Was toll war, weil da war ich im Studio, da musste ich keine Focus-Pops machen.

00:21:07: Und dann hatte ich immer wieder so Ideen und habe immer gesagt, wir müssten mal zur nächsten Bundestagswahl so eine Fact-Checking-Plattform starten oder wir müssten mal dieses.

00:21:17: Und da habe ich im System, ich will das nicht auf dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk, weil ich die Kollegen sehr schätze, aber ich habe einfach da keinen Zugang gefunden, um gestalten zu können.

00:21:26: Ich war immer mit irgendwelchen Präsentationen, bei irgendwelchen Direktoren gesessen und die waren, glaube ich so, du bist irgendwie so eine liebe Nachrichtensprecherin und total schön, dass du so engagiert bist.

00:21:34: Aber wir haben Teams, die das machen und das ist gar nicht deine Aufgabe.

00:21:39: Und dann habe ich eben das gemerkt, ich muss dieses unternehmerische, diese BWL-Sprache sprechen, um unternehmerischer tätig zu sein.

00:21:45: Und dann bin ich zu Bertelsmann gewechselt.

00:21:47: Die hatten so ein Management-Training damals, wo sie gezielt Geistes- und Sozialwissenschaftler gesucht haben, die sie mit Management gefüttert haben, um dann zu sagen, wir haben Leute, die beides können.

00:21:56: Bertelsmann ja auch damals noch viel mehr Inhalte, Geschäfte, Gruner und Jahr hier in Hamburg auch.

00:22:00: Und RTL, Penguin in einem Haus, viele, viele Möglichkeiten.

00:22:05: Und dann habe ich verschiedenste Stationen gemacht, war ein halbes Jahr bei BMG in der Musiklizenzierung, war ein halbes Jahr bei Random House im Vertrieb, war bei Gruner und Ja im Verlagsgeschäft, also habe mir das alles angeschaut und habe einfach dieses Management Know-how bekommen.

00:22:21: Nicht nur, weil ich Kurse belegt habe und irgendwie gelernt habe, wie war das eine Bilanz und was ist eine GUNV.

00:22:28: Sondern weil ich einfach auch gesehen habe, wie Arbeitenmanager.

00:22:32: Und was dann passiert ist, in diesem Trainee, ist, dass ich zum einen einen ganz tollen Mentor gefunden habe, der auch hier in Hamburg bekannt ist, Stefan Schäfer, jetzt mittlerweile Buchautor, damals Vorstand bei Gruner und Ja, der einfach irgendwie so war wie ich und indem ich mich gesehen habe und den ich menschlich toll fand, aber der gleichzeitig auch jemand war, der gesagt, da komme ich nämlich mit.

00:22:54: Und dann wurde ich nach dem Trainee seine Referentin und habe einfach einmal gelernt, wie agiert so ein Vorstand, wie arbeitet der und so weiter.

00:23:02: Und dann kam das Thema Podcast auf.

00:23:04: Stimmt.

00:23:05: Ja, da hast du ja die ... Genau.

00:23:07: Und ich war quasi immer damit Stefan im Büro gesessen und hab das so mitbekommen, dass sich das formiert hat.

00:23:13: Und dann war die Idee, wir machen Podcast nicht wie sonst in großen Konzernen als eine Einheit, sondern wir machen das als John Venture verschiedene Einheiten.

00:23:21: Damals war Grona und Jaya noch eine eigene Einheit, dann RTL, BMG, Random House.

00:23:26: Und dann hat Stefan die Sechste mal, magst du das nicht machen?

00:23:30: Und ich habe gesagt, du, ich bin noch irgendwie, damals irgendwie, sechsundzwanzig oder keine Ahnung, ich habe noch nie jemand geführt, I don't know.

00:23:38: Und er hat gemeint, du, ich glaube, du kannst das.

00:23:40: Und dann haben die anderen CEO's, dann gibt's ja da verschiedenste Runden und Board-Meetings und die haben das dann auch so gesehen.

00:23:46: Und dann habe ich das gemacht und durfte einfach eine Firma aufbauen, from scratch, mit, sagen wir mal, viel theoretischem Wissen, aber wenig praktischer Erfahrung in der Hinsicht, aber hatte einfach jemand im Rücken.

00:23:59: Und nicht nur Stefan Theodor, sondern auch wirklich die anderen COs, die gesagt haben, du meld dich, wenn du was brauchst.

00:24:04: Wie glauben, dass du das kannst?

00:24:06: Das war der Gamechanger, wenn du einfach Leute hast, die sagen, du, du kriegst das hin.

00:24:09: Ich glaub das.

00:24:10: Ich glaub an dich.

00:24:12: Das, also mehrere interessante Fragen, die mir so durch den Kopf gehen, wo ich sage, da bin ich jetzt echt neugierig.

00:24:18: Weil, ah, dieses Podcastgeschäft, das hat sich natürlich auch als super spannendes Business entwickelt.

00:24:23: Und das ist not easy.

00:24:24: Wir haben damals die Welle auch so mitbekommen, wie das dann losgeschwappt ist.

00:24:28: Aber ich hänge gerade noch an der Einstelle, wo ich häufig sage, es gehören hier mal zwei Seiten dazu.

00:24:34: Die eine Seite, die sagt, hier ist eine Möglichkeit.

00:24:37: Und die andere Seite, die sagt, du kannst es tun.

00:24:40: Und das ist ja wie immer jemand zum Tanzen zu bitten.

00:24:42: und jemand sagt, nee, ich will aber nicht so ungefähr.

00:24:44: Und ich sage mal, na ja, man kann halt nicht sagen, es gibt die Möglichkeit nicht und dann nicht, wenn es die Chance gibt, zu springen.

00:24:53: Wie viel auch aus der Leistungsdenke, aus der du kommst.

00:24:58: Wie viel war da von dir, dass du sagtest, ja klar, ich mach das?

00:25:01: Wer so ist, jemand musste wirklich sagen, du schaffst das, du schaffst das, du schaffst das.

00:25:04: Also weißt du, was ich meine?

00:25:05: Wie viele Bestätigungen?

00:25:07: Nee, also ich hab glaube ich schon ziemlich großes Selbstbewusstsein gehabt, in dem Sinne aber auch, dass mir signalisiert wurde, du kannst nicht tief fallen.

00:25:17: Also ich hab auch jetzt, wenn du mich jetzt fragst, wirst du hier oder da was übernehmen, dann würde ich immer erst mal ja sagen und dann schau ich, wie ich es hinkriege.

00:25:28: Also außer du sagst jetzt willst du irgendwie bei mir keine Ahnung, das Controlling leiten, dann würde ich sagen, keine Ahnung, das habe ich irgendwie auch nicht so Bock

00:25:34: drauf.

00:25:36: Also das Kontrollemangel ist wie Excel.

00:25:37: Nein.

00:25:38: Liebe das.

00:25:39: Nein.

00:25:39: Nee, aber grundsätzlich habe ich schon diese Einstellungen und habe das auch gelernt im Leben, dass ich mir Dinge einfacher arbeiten kann und dass ich das immer alles irgendwie gut hingekriegt habe.

00:25:52: Aber auch weil ich die Leute hatte, also natürlich nicht alleine hier gekriegt habe, sondern weil ich wusste, wenn es jetzt hier irgendwie schwierig wird, dann kann ich da Leute anrufen.

00:25:59: Und jetzt mehr.

00:26:00: Und genau da denke ich jetzt gerade drüber nach, wenn es beim Thema Diversity, Equity, Inclusion und dass das eben kein Buzzword ist.

00:26:08: Und darüber hatten wir vorgesprochen.

00:26:09: Für mich, ich fand es immer total normal und mich jetzt eher gewundert, dass man es so stark betonen muss.

00:26:14: Sie ist das jetzt aber, dass das notwendig ist und sage aber auch gleichzeitig und das ist für mich geschlechter unabhängig.

00:26:21: dass es Leute gibt, die sagen, ich weiß nicht.

00:26:23: Und ich weiß nicht.

00:26:24: Und dann sage ich immer, du kannst die Sachen nicht fertig denken.

00:26:28: Und es gibt immer diese Ambiguität, dass beides auch zwei Seiten hat.

00:26:32: zu, ja, kann klappen, kann schief gehen.

00:26:36: Ich sag das auch, es passiert nicht viel.

00:26:37: Ja, aber das ist halt was mit Privilegien zu tun.

00:26:40: Und das ist im Kontext von dem ganzen Thema, die Eier, aber auch generell Vielfalt, ein ganz wichtiges Thema.

00:26:46: Also ich sag das immer, es geht nicht nur um Mann und Frau, sondern die Frage ist auch, hast du zum Beispiel Gewalterfahrungen in der Kindheit gemacht?

00:26:53: Welches finanzielle Netz hast du?

00:26:55: Hast du eine Behinderung?

00:26:58: Hast du Erfahrungen von Zurückweisung gemacht?

00:27:00: Weil ich glaube, also ich kann das nur über mich sagen, ich habe sehr oft die Erfahrungen gemacht.

00:27:05: dass ich nicht tief gefallen bin.

00:27:07: Und ich habe sehr oft die Erfahrung gemacht, dass jemand mich supportet.

00:27:11: Und es gibt ganz viele Leute, und das sind wir schon wieder auch bei Herkunftsthemen, aber auch bei Themen zum Beispiel, wird dir immer wieder signalisiert, dass du nicht dazugehörst.

00:27:20: Also gerade People of Color, so eine Frage, woher kommst du denn?

00:27:25: oder so, ne?

00:27:25: Also das ist ja eine ganze Matrix.

00:27:28: Die Charter der Vielfalt hat da ein ganz schönes Rat zu, die so diese Diversitätsdimensionen zeigen.

00:27:33: Und sich das bewusst zu machen, dass Selbstbewusstsein auch aus Privilegien stammt.

00:27:38: Das ist, glaube ich, ganz zentral.

00:27:40: Bin ich hundert pro dabei plus natürlich noch aus einer Prägung, wie du eingangs gesagt hast, von bei dir jetzt zwei Eltern, die in beide Richtungen sehr leistungsorientiert sind und in verschiedensten Bereichen.

00:27:53: Also wir haben auch immer mit den Unterhaltungen wieder zu Hause, wie privilegiert, auch in welchen Stadtvierteln und welche Schulen und welche Situation und welche Erfahrungen.

00:28:01: Und dann gibt es natürlich Beispiele und wir hatten in den vielen vielen hundert Folgen auch natürlich Leute, die die eben aus ganz wirklich auch zehn schwierigen völlig unprivilegierten Bereichen das aufgebaut haben.

00:28:13: Das wiederum kann aber auch an diversen Gründen, Zufällen, Mentoren liegen.

00:28:19: Wenn du das jetzt in deiner Rolle das erste Mal Du gemerkt, dass ich mach das jetzt, plus du hast gesagt, das ist keine Führungserfahrung.

00:28:27: Hast du das da schon mit gedacht?

00:28:30: War das für dich schon mit ein Thema?

00:28:32: Oder ist dir das selber erst aufgefallen?

00:28:35: Ja.

00:28:36: Also das muss ich wirklich sagen, auch wenn mich das so ein bisschen wie so ein Dummi erscheinen lässt, aber ich habe das erst gecheckt, als ich mitten drin war.

00:28:44: Weil ich lange diesen Gedanken hatte, der ja auch, wo es ja auch eine ganze Bewegung gibt, die das sagt, Leistung.

00:28:50: Es kommt auf Leistung an.

00:28:52: Irgendwann habe ich gemerkt, in diesen Runden, wenn du dann so auf so einer Geschäftsführer Ebene bist, hast du ja auch, bis ja auch bei diesen ganzen Management Meetings und so.

00:29:00: Und ich habe gemerkt, hier sind überhaupt keine Frauen mehr.

00:29:03: Und hier sind ja also alle sind weiß und Behinderung ist schwierig, kannst du nicht immer sehen und kannst auch nicht immer abfragen.

00:29:10: Aber ja, ich habe einfach gedacht, das kann noch nicht sein.

00:29:15: Das, wenn wir auch von dem Leistungsprinzip ausgehen, am Ende, da keine oder nur noch sehr wenige Frauen sind.

00:29:21: Und das meine ich jetzt nicht auf den Konzern bezogen, sondern wirklich generell auch auf die Managementwelt.

00:29:26: Und dann habe ich angefangen, Fragen zu stellen, wo sind denn die Hänge geblieben?

00:29:31: Und dann wurde mir bewusst, dass dieser Berufsweg und wenn wir jetzt mal Erfolg als beruflichen Aufstieg definieren, ist ja auch die Frage, ob wir das tun.

00:29:38: Aber jetzt in diesem Kontext tue ich es mal.

00:29:40: Das ist eben kein Marathon, wo wir beide bei oder wo wir alle bei Punkt Null starten und der schnellste ist am schnellsten am Ziel, sondern der eine startet halt bei Punkt Minus Fünf und der andere startet bei Punkt Dreißig Kilometer.

00:29:52: Und natürlich kann es sein, dass der von Minus Fünf so rasend schnell ist und die lahme Ente bei Dreißig Kilometer überholt.

00:29:58: Aber es ist sehr viel wahrscheinlicher, wenn du nur zwölf Kilometer laufen musst oder wenn du sieben und vierzig Kilometer laufen musst, dass du Dass dann der, der nur zwölf hat, schneller ist.

00:30:07: Und dann wurde mir bewusst, dass das alles Punkte sind, die dich ein bisschen weiter vorne auf diese Marathonstrecke setzen, dass du eben keine Gewalterfahrungen machen musst, dass du aus einem finanziell stabilen Umfeld kommst, dass du keine Behinderung hast, dass du einen Mentor hast, der sagt, komm, ich setze dich mal fünf Kilometer weiter vor.

00:30:23: Also, dass das Privilegien sind.

00:30:26: Und dann wurde mir bewusst, wenn wir wirklich das Leistungsprinzip wollen und sagen, wir wollen, dass die besten als erstes ins Ziel kommen, dann müssen wir mit einbeziehen, dass es unterschiedliche Startpunkte gibt.

00:30:35: Ja.

00:30:36: Das ist ein gutes Bild.

00:30:37: Hab ich so noch nicht, also so als Direkten vielleicht noch nicht gehört.

00:30:44: Aber wann hast du gemerkt, jetzt willst du das mit verändern?

00:30:49: Das war auch ein Prozess, weil ich am Anfang, also ... Ich hab so diese typischen Erfahrungen gemacht, die man auf all diesen Frauenkonferenzen hört.

00:30:56: Also, du kommst in den Raum rein und die Leute denken, du bist die Assistentin.

00:31:01: Oder ich hatte ein Meeting mit einem Künstler, seinem Manager.

00:31:04: Ich hatte einen Kollegen dabei, also nur Männer, alle reden über Fußball, super Klischee.

00:31:09: Und dann sagt der Künstler, ich hätt gern einen Kaffee und schaut mich an.

00:31:12: Weil er gedacht hat, na klar, wer holt den Kaffee?

00:31:14: Die junge Frau holt den Kaffee.

00:31:16: Und da hab ich dann gedacht ... Am Anfang hatte ich einen gewissen Roll und dachte, wie kann das sein?

00:31:23: Dann habe ich gedacht, warum ist das so?

00:31:25: Und dann habe ich mich zum Beispiel auch, ich habe auch mal psychologisch studiert, das habe ich jetzt übersprungen, aber mit diesen semantischen Netzen im Gehirn.

00:31:31: Also warum wir Prototypen von gewissen Dingen im Gehirn haben, zum Beispiel, wenn ich dir ein Bild von einem Spatz zeige, wirst du sehr viel schneller sagen, das ist ein Vogel als vom Strauß, weil der spatzt den Prototypen des Vogels, was du im Kopf hast, viel näher ist.

00:31:46: Und das ist übrigens auch bei KI spannend, wenn du eingibst show me a picture of a CEO, wirst du einen weißen Mann im blauen Anzug finden.

00:31:54: Wenn du sagst show me a picture of the person who gets coffee for everyone, dann wirst du eine junge Frau, die freundlich lächelt mit der Kaffee.

00:32:01: Weil KI ja auch auf diesem samantischen Netz tatsächlich aufbaut und wir mit diesen Prototypen im Gehirn anfangen müssen, dass wir die angreifen und dass wir jetzt nicht... Böse sind, weil einer diesen Prototyp im Gehirn hat, sondern uns eher fragen, wie schaffen wir es diesen Prototyp zu verändern?

00:32:20: Und ich denke gerade, das ist natürlich ein typisches sehr gutes Beispiel.

00:32:25: Genauso wie ich habe heute Morgen, bevor die Kids aufgestanden sind, an was gekodet mit einem Coding Assistant und die Halluzinien eben auch, auch wenn die sehr präzise sind.

00:32:38: Und nie zu vergessen, dass es ein Tool bleibt und jemand, ein Mensch dieses Tool bedient.

00:32:42: Ich habe das Gefühl, wir geben dazu viel Verantwortung momentan ab.

00:32:45: Sagen, ja, die wurden irgendwie trainiert und die meisten verstehen nicht mal technisch, wie das passiert ist.

00:32:50: Und es ist halt auch nur ein Baustein.

00:32:51: Und wir definieren, wie Prototypen entstehen.

00:32:56: Das sind natürlich aber Dinge, die sich über sehr, sehr, sehr, sehr lange Zeit verändern.

00:33:02: Wie sind wir darauf gekommen letzte Woche?

00:33:04: Ach so.

00:33:07: Kinder waren krank und so weiter und haben wir diskutiert, wie privilegiert das auch ist, in einem Land zu leben, in dem schnell ein Arzt kommen kann, verfügbar ist und so weiter.

00:33:16: Und da meine ich, ja, ich meine, mich zu erinnern in der Doku wurde beschrieben, wie früher die Kinder dann abgegeben wurden.

00:33:23: Das heißt, die Eltern waren gar nicht da, wenn die Kinder krank waren, sondern die wurden abgegeben, ganz viele Betten haben geguckt.

00:33:30: Und solche Dinge verändern sich ja wirklich über Generationen.

00:33:36: Und ich hab manchmal das Gefühl, wir haben diese Ungeduld von, ich kann auch alles runterladen, das muss alles morgen gehen.

00:33:43: Wie hast du das erlebt?

00:33:44: von deinem Geroll hinzu?

00:33:46: Ich beginne jetzt an den Dingen, was zu verändern, wo ich weiß.

00:33:49: Die haben irgendwann mal ein Pay-off und vielleicht Sachen im Alltag, weil du schlagfertig bist und dem Künstler auf elegante Art und Weise sitzt.

00:33:58: Hier hol jeder selbst.

00:33:59: Ich weiß, als wir den mit Döpfen in den Podcast aufgenommen haben, hat er den Kaffee geholt oder so.

00:34:04: Das kann mir auch ein Status sein.

00:34:06: Es ist so witzig.

00:34:06: Ich habe mich sehr viel mit Status beschäftigt auch in der Zeit.

00:34:09: Und Kaffee holen kann natürlich ein Zeichen von niedrigen Status sein, sondern ich bin die, die alle bedient.

00:34:14: Aber es kann auch der sein, von denen komme ich dabei hinaus.

00:34:16: Das ist dann wieder, dass du, der wisst, der sagst, komm, geht auf mich, bleib sitzen.

00:34:21: Das ist ganz witzig, diese Statusspiele, das habe ich erst in der Zeit verstanden.

00:34:25: Aber was ich auch erst in der Zeit verstanden habe, das ist vielleicht noch wichtig, um deine Frage zu beantworten, ist dieses Thema Empathie für Privilegien.

00:34:35: Ich hatte eine Freundin, die ist schwarz und die hat mir von ihren Ressismus-Erfahrungen erzählt.

00:34:42: Das war schon im Jahr zwei Tausend Fünf in zwei Tausend Sechzehn.

00:34:45: Das war vor der ganzen George Floyd-Welle, bevor wir uns auch genauer damit beschäftigt haben mit Rassismus im Alltag.

00:34:52: Und ich hab zu ihr gesagt, du, das kommt doch überhaupt nicht mehr so auf vor.

00:34:55: Also das sind jetzt vielleicht so zwei, drei Nazis gewesen, aber Rassismus ist doch over.

00:34:59: Das gibt's doch nicht mehr.

00:35:01: Sie hat gesagt, naja, Mireille.

00:35:03: Weißt du, warum du denkst, es gibt's nicht mehr?

00:35:04: Weil du weißt bist.

00:35:06: Und weil es nicht nur dir nicht passiert, im Alltag, sondern es gibt gar keine Möglichkeit, dass du zum Beispiel in der U-Bahn angespuckt, was so jemand sagt, warst dich, das wird dir nicht passieren.

00:35:16: Und da wurde mir bewusst, dass wir Empathie nur für Erfahrungen entwickeln können, die wir auch machen könnten.

00:35:22: Also wenn du mir sagst, mein Kind war letzte Woche krank, dann kann ich das total nachfühlen, weil es die Möglichkeit gibt, dass mein Kind auch krank ist.

00:35:30: Aber wenn ich dir sage, du, ich bin dir, zum Beispiel, als ich dann diese Geschäftsposition gab, gab es ein paar Kolleginnen, muss man sagen.

00:35:40: Es waren keine Männer, die so gesagt haben, oh, wie hat sie das denn geschafft?

00:35:43: Mit wem hat die dann was gehabt?

00:35:45: Wo ich mich natürlich aufgeregt habe und wo ich zu meinem Chef sage, du, das ist doch so unfair.

00:35:50: Warum sagen die jetzt, ich hätte das nicht verdient?

00:35:51: Ich habe so hart gearbeitet, ich habe immer gearbeitet.

00:35:54: Sagt ihr, du lacht doch da drüber, das ist doch total lächerlich.

00:35:57: wo ich sage, ja, weil für dich ist es lächerlich, weil wer dir könnte, es gar nicht passieren, dass du in so eine Position kommst und jemand sagt, mit wem hat die denn was gehackt?

00:36:05: So eine Art.

00:36:06: Das würde einfach, es ist nicht möglich.

00:36:09: Und da wurde mir bewusst, dass unsere Empathie Grenzen hat und diese Grenzen, was mit unseren Privilegien zu tun haben.

00:36:16: Und dass wir das dann kognitiv versuchen müssen, zu sagen, okay, Rassismus gibt es in meiner Welt nicht.

00:36:21: Das heißt nicht, dass es ihnen gar nicht gibt, sondern ich muss denen zuhören.

00:36:25: Denen, die es erleben.

00:36:28: Da frag ich mich und gehe ich sofort mit, kann ich verstehen.

00:36:32: Und wir haben eine gute Kultur in einer Firma, wo das auch gespiegelt wird.

00:36:37: Also wo ich dann auch sage, ich fühle mich da irgendwie doof bei oder was auch immer.

00:36:41: Und jemand sagt, komm, du bist dann wirklich hier so privilegiert und so.

00:36:45: Und dann muss ich es immer einmal wegatmen und sagen, aber ich fühle mich gerade schlecht.

00:36:49: So wie so ein kleiner Junge.

00:36:53: Also wir können da sehr, sehr offen mit umgehen, also dass jeder da auch mein Zurückschleudert.

00:36:58: Ich frage mich jetzt gerade das, was du beschreibst, zu welchem Teil was Social Media positiv oder negativ beeinflusst hat.

00:37:08: Ich sagte gleich, warum ich darauf komme.

00:37:09: Ich stolper in den letzten Wochen vermehrt über Bilder, Meldungen, Themen, wo ich merke, kreieren natürlich massiven Einfluss für Storytelling und eigentlich würde man sagen, Filme, Videos, Gesang, was du alles beschrieben hast, kann die Empathie, kann Menschen bewegen.

00:37:31: Und ich frage mich gerade, diese Erfahrung, die das Hirn auch braucht, das selber erlebt zu haben, das selber gemerkt zu haben, die kannst du in der Theorie erklären?

00:37:42: Das geht schon nicht.

00:37:43: Kriegst du die überhaupt vermittelt?

00:37:45: und ist dann diese Masse an Sachen, die auf uns einprasseln, nicht eher etwas, was super krass davon ablenkt?

00:37:52: Oder hat das jetzt mehr Möglichkeiten, darüber zu reden?

00:37:55: Man kann mehr Menschen zeigen, dass es die Geschichten gibt.

00:37:57: Also, weißt du, hat Floyd, welchen Einfluss hat die Story von Floyd gehabt?

00:38:01: Wie viel Empathie herrscht da?

00:38:02: Oder ist man irgendwann so abgestumpft, dass man sagt, ich will's nicht mehr sehen, ich kann's nicht mehr hören?

00:38:08: Ich hab da keine Antwort auf euch.

00:38:09: Es ist wirklich eine Gedanke, die ich grad hab.

00:38:11: Ich glaub, den Schmerz spürst du nur, wenn du betroffen bist.

00:38:14: Also, ich glaube, dieses Video von George Floyd, was das in People of Color ... ausgelöst hat, das kann ich nicht nachvollziehen.

00:38:26: Ich fand das schrecklich auf einer menschlichen Ebene und ich fand das unför und ich fand das ein politischen Skandal.

00:38:30: Aber ich konnte nur zuhören und die Leute sprechen lassen, die betroffen sind oder die... Ja, also ich glaube, das ist vielleicht auch was, was wir bei all dem verlernt haben, dass wir ab und zu mal auch sagen, ich kann es gerade nicht sagen, ich bin gar nicht... Sprechfähig dazu.

00:38:50: Ich glaube, das, was du sagst mit dem Abstumpfen, ist auch in Richtung, womit sollen wir uns noch alles beschäftigen.

00:38:57: Und da kommt ja dieses ganze Thema, das Woke so ein Negativwort wurde, her, dass man sagt, okay, ich höre dir zu, aber habe ich nicht jetzt auch mal genug zugehört.

00:39:07: Das ist wieder der kleine Junge.

00:39:09: Und mich kümmert sich auch gerade.

00:39:10: Genau, ja, genau.

00:39:11: Und die sehe ich auch, das meine ich auch.

00:39:13: Ich meine jetzt aber wirklich ein, also sehe ich, Ich mein jetzt wirklich dieses Gefühl von weißen Story zum Beispiel, wie wir uns unterhalten haben letzte Woche, da wurde eine junge Frau Mitte dreißig erschossen von einem Team von Eis in den USA.

00:39:29: Wir sind Thema

00:39:30: gerade.

00:39:31: Genau.

00:39:32: Und die Frage eben, wie, also mir ist aufgefallen in den letzten Jahren, je mehr Geschichten und Meldungen und Skandale und Katastrophisieren an diversen Stellen sich wiederholt, desto weniger bekommt man natürlich diesen Diese Aufmerksamkeit für krasse Themen.

00:39:51: Dann kommt noch dazu, ist das echt, ist das nicht echt?

00:39:53: Du denkst an die Bilder aus Venezuela, was hat eine KI-Generierung, was nicht.

00:39:58: Und wie kann man sicherstellen, die Menschen noch genug mitzunehmen, wirklich relevant mitzunehmen?

00:40:05: Nicht im Sinne von, wir haben es jetzt genug besprochen, sondern wirklich relevant mitzunehmen.

00:40:09: oder ist es immer, immer, immer schwieriger geworden?

00:40:13: Also... Ja, ich... Tendier ein bisschen dazu zu sagen, ist es immer schwieriger geworden, weil natürlich wirklich so eine gewisse Sättigung stattfindet und gleichzeitig diese Sucht auch nach Emotionen.

00:40:26: Also zu sagen, du musst auch eine Geschichte so erzählen, dass sie emotional berührt, sonst schaut sie keiner mehr an.

00:40:34: Und ich finde das ganz interessant, weil ja auch Nachrichten zumindest mir kommt so vor komplexer werden, dass wir ganz oft so eine Gleichzeitigkeit aushalten müssen.

00:40:44: Also wenn du zu Elas ja so ein Beispiel ist, dass es gleichzeitig war, dass dieses Land feiert, weil der Diktator weg ist.

00:40:50: Und es ist gleichzeitig war, dass da jemand das Völkerrecht gebrochen hat.

00:40:54: Und diese zwei Dinge stehen nebeneinander.

00:40:57: Und ich habe ganz oft das Gefühl auch auf Social Media, dass das Leute zerreißt, dass die sagen, es kann nicht... Also, wer ist jetzt böse und wer ist gut?

00:41:05: Also, wir wollen so diese Heldengeschichte, wer ist der Held und wer ist das...

00:41:08: Ja, wir wollen das einordnen können.

00:41:09: Genau, sag mir jetzt mal, was gut und böse ist.

00:41:12: Und zu sagen, es ist komplizierter als das, da brauchst du natürlich auch eine Aufmerksamkeitsspanne da rein zu tauchen, die, das wissen wir ja auch, gerade in der TikTok-Zielgruppe, echt sinkt.

00:41:24: Und genau das hast du jetzt wieder sehr schöne Worte gefasst.

00:41:28: Das war genau das, was ich versucht hatte oder wo ich keine Antwort gerade drauf hatte.

00:41:32: Und du beschreibst das gerade als ein Gefühl, diese Extreme auszuhalten.

00:41:37: Und ich komme immer wieder zurück auf das Bild deiner Eltern und stell mir vor, dein Vater führt achtzehnt Leute und ist in der EU und hast du nicht gesehen.

00:41:44: Und deine Mutter hat eine krasse Notsituation ja auch mitbekommen als Chefin von einem Notruf.

00:41:52: Ja.

00:41:52: So.

00:41:54: Das bedeutet, für dich ist es, so wie ich dich wahrnehme, sehr normal diese Extreme zu nehmen und auszuhalten.

00:42:01: Total.

00:42:02: Und ich würde auch behaupten, und das ist glaube ich was, was über die letzten Jahre und auch durch Kinder viel besser wurde, aber dass ich auch durchaus diese Extreme oft gesucht habe.

00:42:11: Also dass mir einfach auch wahnsinnig schnell langweilig wurde immer.

00:42:15: Und das ist was, finde ich, sehr Positives, weil es ein Motor ist, zu sagen, können wir machen mehr und wir machen größere Sachen und wir überlegen uns noch.

00:42:22: Und auf der anderen Seite ist es natürlich auch anstrengend für alle Beteiligten.

00:42:26: Aber ich glaube, zurück nochmal auf die Nachrichtenlage, ich habe da leider auch nicht die ultimative Antwort drauf.

00:42:33: Aber ich glaube, wir müssen gerade, jetzt klinge ich wie so ein Nachrichtenpaps, aber bei den Fakten bleiben, Nüchtern berichten und... es irgendwie schaffen, trotzdem die Leute emotional anzusprechen.

00:42:46: Ja, also wie gesagt, ich habe da ja keine Antwort drauf und beobachte das und weiß halt technisch immer sehr gut, was möglich ist und wie leicht das möglich ist und weiß das Menschen, das halt dann auch benutzen.

00:42:59: Und bin da sehr besorgt tatsächlich, also ich halte das für echt gefährlich und meine Methode ist dann meistens reinzugehen und die Sachen... wirklich gut zu verstehen, zu wissen, wie sie funktionieren, um zu sehen, was geht, was nicht, um da nicht zu sitzen.

00:43:11: Oh, wie kann das jetzt plötzlich sein?

00:43:13: Die Stimme kann man noch machen, das ist ja irre.

00:43:15: Genau.

00:43:16: Und das wird sich dramatisch ändern, weil damit natürlich wahnsinnig Geld verdienen wird.

00:43:21: Und das sind wir wieder bei der Medienkompetenz.

00:43:22: Also wenn du das Thema sollte Medienkompetenz in Schulfach sein, ich habe sehr, sehr viele Lehrerfreunde und bin manchmal schockiert, dass sie mir erzählen, nee, als das Social Media benutze ich nicht, da habe ich auch keinen Bock drauf.

00:43:33: Wo ich sage, wenn... Ich, und ich sage das voller Liebe zu meinen Freunden, aber wenn ich einen Mitarbeiter habe, der sagt, ich benutze kein Social Media und sage, das ist Teil deines Jobs, das zu benutzen.

00:43:42: Ob du das jetzt privat nutzt, ist mir egal.

00:43:44: Aber als Teil deines Jobs musst du verstehen, wie TikTok funktioniert, wie ein Algorithmus und so weiter.

00:43:50: Und ich würde mir wünschen, dass Medienkompetenz einfach noch, beziehungsweise noch höher ist, hängt ja noch nicht so wahnsinnig hoch.

00:43:57: dass das einfach höher gehängt wird, damit genau das eben stattfindet.

00:44:01: Wie du sagst, dass man das KI-generierte Bild sieht und erst mal Fragen stellt, bevor man sich aufregt.

00:44:07: Ja, ich habe das neulich schon in einem Podcast gesehen, dass ich mir die Kinder mache, die immer so, dass ich denen Fragen stelle und dann dürfen die ein bisschen rumforschen.

00:44:14: Das ist ja jung, ne?

00:44:15: Das ist vor Social Media, wir sind auch sehr klar.

00:44:18: Aber allein schon mit Apps auf dem iPhone frage ich denn, warum hat Steve Jobs mal gesagt, macht den Button so geil, dass die Leute ihn ablenken wollen.

00:44:24: Das macht mir den Kindern immer wieder, dann müssen sie nachforschen und erklären und dann versuchen wir es dann im Sendung mit der Maustil mit KI dann zu erläutern.

00:44:34: Ich sehe nur, ich bin Teil auch im Elternrat und ich sehe, wie schwer das ist, das dann halt auf die Straße zu bringen.

00:44:39: Und da haben wir natürlich auch haltungstechnisch echt dran zu arbeiten.

00:44:45: Jedes Land.

00:44:46: Braucht ihr nicht erzählen jetzt jemand, der der Rundfunk kennt?

00:44:51: Jedes Bundesland hat eigene Regeln und ich glaube wir stehen uns da brutal selbst im Weg.

00:44:58: Hast du bei den Erfahrungen jetzt und weil du dich auch so viel damit auseinandersetzt?

00:45:03: Immer das Gefühl... Ja, aber ich bin wirksam auf dem Bereich und ich krieg da was hin und bewegt.

00:45:08: Oder hast du Tage von Weltschmerz, wo du das Gefühl hast, how on earth?

00:45:11: Absolut.

00:45:12: Ich hab immer wieder diesen Tag, wo ich so denke, so.

00:45:15: Ich hab keinen Bock mehr.

00:45:17: Nee, also, was vielleicht auch jetzt, ich bin vor ein bisschen von deiner Frage weg, aber was passiert ist, ist, dass ich mit diesen, all diesen Erkenntnissen, die ich beschrieben hab, zu sagen, okay, es gibt da Mechanismen, Prototypen, es gibt, äh, es gibt eine Empathie Lücke, ähm, und die führt all das und viele andere Dinge führen dazu, dass wir ... Ende so dastehen, wie wir dastehen jetzt, wenn ich mal auf die Führungsposition in der Wirtschaft schaue, habe ich halt irgendwann gesagt, okay, ich kann jetzt, ich habe jetzt drei Wege.

00:45:42: Entweder ich ignoriere es, das wird mich ignorant machen oder ich sage, wie cool, so wenig Frauen, besser für mich, dann wäre ich opportunistisch.

00:45:51: oder ich sage, ich mache was dagegen.

00:45:54: Und wenn ich was dagegen mache, dann werden das sehr viele Leute sehr anstrengend finden.

00:45:57: So logisch hast du das für dich.

00:45:59: Ja,

00:45:59: das habe ich auch damals dann mit meinem Chef lang gesprochen oder also nicht mit meinem direkten Chef, aber mit jemandem bei uns aus dem Führungsteam, der zu mir gesagt hat, überleg dir, ob du in der Ecke stehen willst.

00:46:09: Willst du in dieser Diversity-Feministin in Ecke stehen?

00:46:12: Es wird viele Leute geben, die dann wirklich keinen Bock mehr auf dich haben.

00:46:16: Und ich muss dir sagen, Es ist auch so, dass ich glaube, beruflich gesehen hat mir mein Einsatz für Diversity mehr Türen verschlossen als geöffnet.

00:46:25: Ich glaube, dass es einfach eine grundsätzliche Entscheidung ist.

00:46:30: Und da sind wir jetzt wieder bei der Frage, was ist Erfolg, dass du irgendwann überlegst, was habe ich aus dem gemacht, was mir mitgegeben wurde?

00:46:36: Aus den Möglichkeiten, aus dem Netzwerk, aus den Zugängen.

00:46:40: Und für mich war klar, ignorieren geht nicht, dafür ist es zu offensichtlich.

00:46:44: opportunistisch halte ich nicht durch.

00:46:46: Es gibt nur die Möglichkeit, dass ich jetzt sage, ich gehe jetzt raus und spreche darüber.

00:46:52: Und dann eben dann stehe ich halt in dieser Ecke und dann gibt es halt Männer, die sagen, ich habe keinen Bock auf diese feministen Sache und die sehr super anstrengend.

00:47:00: Und genau das ist auch passiert.

00:47:02: Du fängst an, dich auf LinkedIn zu exponieren.

00:47:04: Du fängst an, Reichweite aufzubauen.

00:47:05: Und natürlich kommt Geldungsbedürfnis und Selbstdarstellung und all diese Sachen.

00:47:10: Und das musst du dann halt einstecken.

00:47:13: Und gleichzeitig, wenn du es schaffst, dass einfach mehr Awareness auf dieses Thema gelegt wird.

00:47:20: Und wenn es nur an zwei, drei Punkten ist, dann musst dir das als Erfolg irgendwie reichen.

00:47:26: Aber natürlich gibt es immer wieder diese Momente, wo du dir so denkst, oh, wie lange dauert das denn noch?

00:47:31: Und damit habe ich mich leider abgefunden.

00:47:35: Ich werde es nicht mehr erleben, dass wir so was wie gleich geschossen, gleichheit oder Gerechtigkeit haben.

00:47:39: Ja, und das beantwortet eigentlich genau die Frage, wo ich dachte, okay, ne?

00:47:44: kommst du mit dem Weltschmerz klar und das ist die Ambiguität auszuhalten, dann schiebe ich es vielleicht an und ich erlebe es nicht, aber ich fühle, da ist ein, nicht nur ein bisschen wichtiger, sondern der Teil, den ich mit verändern möchte oder wo ich ein Bauscheln von sein möchte.

00:47:58: Und manchmal verändern sich denn doch Sachen, es gibt ja Dinge, die brauchen sehr lange und man merkt, da tut sich was, da tut sich was, da tut sich was, Verschuldung von Ländern.

00:48:09: Und innerhalb von einer Woche merkt man so jetzt.

00:48:11: kippt das halt um, weiß ich auch nicht, ob der Moment da so kommen wird, wo ich gerade noch mal drüber nachgedacht habe, als du da auch wirklich voll rein bist.

00:48:21: Und ich weiß genau, was du meinst mit, es gibt ja nicht nur Männer, die eine Meinung dazu haben, es gibt auch andere Frauen, die da eine andere Meinung zu haben und ganz viele sagen, das ist so nicht nötig.

00:48:28: und was weiß ich.

00:48:32: Auch da, du sattest wieder zwei Eltern und so weiter, wie viel Miriam war in der Entscheidung und wie viel war das auch, wenn du jetzt den Prozess dir anschaust?

00:48:42: Mit den Schritten, die du in so kurzer Zeit gemacht hast, bist du nicht opportunistisch, bist du reingesprungen und hast gesagt, ich kriege das schon hin.

00:48:51: Das wird schon klappen.

00:48:52: Oder so sortiert, wie du gerade vorgegangen bist, dass du gesagt hast, ich weiß, ich nehme wirklich bewusst das, das, das in Kauf.

00:48:59: Also warst du naiv an einigen Stellen?

00:49:01: Ja,

00:49:01: am Anfang sicherlich mit dem Buch, das war dann eine bewusste Entscheidung.

00:49:04: Also du weißt, wenn du ein Buch zu dem Thema veröffentlicht und dann ja auch damit verbunden irgendwie Interviews gibst und auf Bühne stehst und so weiter, dann weißt du, jetzt stehe ich nicht nur in dieser Ecke, so jetzt habe ich mir hier ein Settel eingestellt und ein Bauschrank und also jetzt ist das meine Ecke hier und du weißt auch, du wirst du nicht mehr rauskommen so schnell.

00:49:24: Also das Buch war eine sehr bewusste Entscheidung, die ich auch viel diskutiert habe, auch mit meinem Team und mit meinen Chefs und so weiter.

00:49:32: Davor war das immer so ein bisschen auch unstrategisch, dass ich linken genutzt habe, einfach auch mal Gedanken zu teilen.

00:49:40: Also zum Beispiel eine Sache, wie da ein Kollege kommt und sagt zu mir, man kann zu meinem Parkdicket validieren.

00:49:47: ist für mich auch kein Stress in Praktiken zu validieren.

00:49:49: Ich validiere gerne so viele Praktiken zu, wie ich soll.

00:49:52: Aber gleichzeitig dachte ich dann schon, warum fragst du jetzt wieder die eine Frau in der Runde?

00:49:57: Warum ausgerechnet ich?

00:49:58: Und dann natürlich habe ich mich da wieder eingelesen und gesehen, okay, Frauen gehen eher in die zuarbeitenden Positionen oder in die Positionen, in denen es weniger Geld gibt.

00:50:06: Auch Kehrarbeit, also ist ja Arbeit, aber halt unbezahlte Arbeit.

00:50:09: Wie hat sich das entwickelt und so?

00:50:11: Und ich würde sagen, mit diesen Baby-Steps und mit diesen Mikro, Mikroverletzungen, die ich dann eben auch so ein bisschen bei LinkedIn aufgearbeitet habe.

00:50:20: Da hat sich einfach eine tieferere Beschäftigung damit ergeben.

00:50:24: und dann ging halt wie so eine Matrix auf und mir wurde Klaukis ist kein Frauenmännerthema, es ist ein Thema, ein Vielfaltsthema und als mir dann auch bewusst wurde, was uns das als Wirtschaft kostet, dass wir einfach das nicht umgesetzt kriegen, was wir an Ressourcen haben.

00:50:39: Jetzt nochmal mehr mit dem Thema Kehrarbeit.

00:50:41: Also, wo mir einfach klar wird, das ist eine wirtschaftliche Irrsinn, was wir da machen und dass wir es nicht hinkriegen.

00:50:48: Und ich glaube auch, dass ein Teil dessen, was wir in Deutschland so bemängeln.

00:50:53: Zum Beispiel, dass alle zu wenig arbeiten, liegt daran, dass wir die höchste Teilzeitquote international haben, weil wir es nicht schaffen, dass Frauen voll am Arbeitsmarkt teilnehmen können, weil wir unsere Strukturen für Kinderbetreuung nicht aufgebaut kriegen und so weiter.

00:51:06: Also es ging alles nach und nach wie so eine Matrix auf so boom, boom, boom, und dann wurde mir so klar, okay, das muss ich irgendwie bearbeiten.

00:51:14: Und dann kam auch so eine Frage irgendwann, Was ist Erfolg?

00:51:19: Und wie gesagt, irgendwann wird dir klar, wenn ich jetzt weiter pushe und jetzt weiter laut bin, dann wird das wahrscheinlich karrieretechnisch Nachteile haben.

00:51:27: Aber sich dann zu sagen, bin ich erfolgreich.

00:51:30: Also, wenn ich mal achtzig, neunzig bin und jemand sagt, sie haben noch vier Wochen, werde ich dann sagen, ich war erfolgreich, wenn ich viel Geld hatte, werde ich sagen, ich war erfolgreich, wenn ich maximal viele Leute geführt habe oder welcher erfolgreich, wenn ich sage, ich habe da ein Problem gesehen und ich habe versucht, das zu lösen.

00:51:45: Und für mich war klar, Ich muss das machen und dann, ja, habe ich das, bin ich losgerannt.

00:51:54: Wie hat sich das verändert?

00:51:55: jetzt für dich als Mutter mit einer Erfahrung, die du vorher nicht gemacht hast, jetzt gemacht hast, gerade auch beim Thema Empathie?

00:52:04: Das ist wieder das Thema Privilegien und erst wenn du den Schmerz selbst spürst.

00:52:09: Also ich muss dir sagen, vorher habe ich dieses Thema natürlich, wir haben das Leute erzählt, ich habe die Zahlen gesehen.

00:52:16: Aber ich habe es nicht so verstanden, wie als ich dann selber drin gesteckt war.

00:52:20: Weil du hörst diese Geschichten, dass die Frauen dann aus dem Arbeitsmarkt rausgehen und Teilzeit falle und all diese Geschichten oder auch das irgendwie über ein Drittel nicht mehr zum Arbeitgeber zurückgeht, weil die Arbeitgeber einfach sagen, oh, Elternzeit haben wir vergessen, haben keine neue Position für dich und so.

00:52:36: Und du denkst immer, ja, da gibt es bestimmt auch eine andere Seite und die wollte vielleicht nicht.

00:52:40: Und dann steckst du da drin und bist plötzlich Teil dieser Bubble von jungen Müttern und hörst all diese Geschichten und kennst die Frauen dann und bist vielleicht auch selber bei vielen Sachen, wo du dir denkst, krass, dass mir das jetzt passiert.

00:52:57: Und dann fängst du an, das ganz anders als Schmerz zu begreifen und aus diesem Schmerz entwickelt sich dann wieder eine Power zu sagen.

00:53:06: Ich will für Veränderungen eintreten.

00:53:08: Und ich habe schon auch jetzt ein Gap nochmal gespürt zwischen Frauen mit Kindern oder Menschen mit Kindern, auch Vätern und Menschen ohne Kinder, dass da wirklich auch diese Empathie-Lücke

00:53:17: herrscht.

00:53:18: Ja, also weil das ist auch eine Unterhaltung, die wir immer wieder haben, wo ich denke, wir haben eben nicht nur mit Kindern im Unternehmen, sondern eben auch pflegebedürftige Eltern und so weiter.

00:53:29: Und es gibt ja eben auch unterschiedliche Umgangs.

00:53:31: Es gibt Menschen, die sind da deutlich resilienter.

00:53:34: Also es ist auch eine, sagen wir mal, eine Woche zu Hause zu managen mit kranken Kindern, mit pflegeblöffigen Eltern.

00:53:40: Und da gibt es Menschen, die belastet das sehr, sehr stark.

00:53:42: Also daher auch wieder dieses Thema mit, ich möchte das jetzt machen oder nicht.

00:53:48: Und das ist natürlich bei so einem emotionalen Thema, da kann man ja nicht übergriffig werden, gerade als Chefin oder Chef zu sagen, guck mal, wie es geht.

00:53:56: Und was ich immer wieder beobachte ist, was nicht passieren darf, ist, Es gibt bestimmte Charaktere, die immer wieder die gemeinsame Unterstützung von allen natürlich einfordern und andere, die es gefühlt haben, auffangen.

00:54:11: Mit, ohne Kinder, mit jeder Situation.

00:54:14: Und wie kann man das gut balancieren?

00:54:18: Ich habe da kein Standardweg für gefunden.

00:54:20: Meine Methode ist momentan, wir behandeln alles als völlig normal.

00:54:24: Also alles ist normalzustand und ich sage immer nur, es ist die schwerste Art.

00:54:29: Fünfzig, fünfzig gleich verteilen und so weiter und wenn man anfängt zu rechnen wird sowieso super schwer.

00:54:35: So und dann gibt es aber Situationen, wo ich jemanden drauf stupsen sage.

00:54:40: Ja, verstehe ich.

00:54:41: Nur lass uns mal gucken, wie kriegen wir es trotzdem jetzt an dem einen Tag hin oder jemand anderes kannst du auffangen.

00:54:45: So ich hebe aber auch immer die Hand als Chef und sage ich fange auf.

00:54:48: Und das in einen richtig guten Dialog zu bringen, muss der System anziehen, weiß ich nicht, aber überhaupt.

00:54:57: eine gute Plattform zu haben, das adressieren zu dürfen.

00:54:59: Weißt du auch so auch, wie diese kleine Push-Challenge zu sagen, geh mal auf die Straße und mach die Walks-Pops.

00:55:05: Genau.

00:55:06: Gehört dazu.

00:55:07: Hey, Woche krank, volles Verständnis, all gut.

00:55:10: Müssen wir deswegen jetzt die Krankenmeldung für eine Woche und alles in Offline haben?

00:55:13: Oder können wir trotzdem uns weiter unterhalten?

00:55:15: Da tun wir uns ja selber auch in der Gesetzeslage kein Gefallen.

00:55:17: Ja, und das ist natürlich sehr individuell und hat auch was wieder damit zu tun, wie bist du geprägt.

00:55:22: Genau.

00:55:23: Ja, ich habe gerade so ein spannendes Buch darüber gelesen.

00:55:26: Das klingt jetzt sehr esoterisch, aber über das Thema Manifestieren.

00:55:29: Und da ging es auch um das Thema selektive Wahrnehmung und warum manche Leute immer wieder diese negativen, also bei manche ist ja gefühlt, die haben irgendwie Karko-Klimp, genau.

00:55:42: Und was das auch mit dem Fokus zu tun hat, den man setzt und mit der Wahrnehmung.

00:55:47: Ich weiß, es gibt Dinge, die haben nichts mit Fokus zu tun.

00:55:49: Die sind einfach schrecklich.

00:55:50: Aber wo ... Ich glaube manchmal, wenn man auch überlegen kann, wie kann man die Leute versuchen, in ein Umfeld oder in eine Struktur zu bringen, wo sie den Fokus positiver setzen?

00:56:03: Und manchmal, und da bin ich so, ich habe auch diese ganze Thema Servant Leadership irgendwie lange bearbeitet.

00:56:09: Manchmal kommt man vielleicht auch zum Punkt, dass man sagt, du, ich glaub dir geht's hier nicht gut.

00:56:12: Ich glaub, das ist hier nicht für dich.

00:56:14: Ja, das haben wir auch.

00:56:16: Das haben wir auch schon immer wieder gehabt.

00:56:17: Da habe ich sehr, sehr gute und sehr positive Erfahrungen mit Leuten gemacht, zu sagen, that's maybe not what you want.

00:56:22: Und habe dann aber auch den reflektiert, nur deine Reaktion das selber zu merken, mit dann, du ziehst dich komplett raus, das ist auch nicht so schlau.

00:56:31: Und ich mache nochmal ein konkretes Beispiel, Kollegin, Elternzeit und ist dann aber schon bei Retreats wieder mit dabei.

00:56:40: Mit viel Aufwand und Das kann auf der einen Seite Druck auslösen, auf Bischof Florisang.

00:56:46: Ist das jetzt gefordert?

00:56:47: Nein, natürlich nicht.

00:56:48: Ja, wir können Druck und so weiter.

00:56:50: Und wir hatten lange Zeit immer Leute, die waren dann sehr akkuratet und gesagt, das dürfen wir nicht, und das dürfen wir nicht.

00:56:53: Und ich sag, wenn jemand aber teilhaben möchte, um auch wieder zurückzukommen, möchte ich das ermöglichen können.

00:57:00: Und ich fühle mich manchmal als Unternehmer in Deutschland da wirklich auch nicht gehört, weil es ja alles in eine Tabelle passen muss.

00:57:07: Und das halte ich für ein Problem, weil wir eben durch so voraus einen Gehorsam geprägt sind.

00:57:13: Und du dann schon in dem Graubereich bist als Geschäftsführerin.

00:57:16: Total.

00:57:17: Und wenn du, also ich hatte mal eine Mitarbeiterin, die wirklich so ganz, ganz genau war, was auf der einen Seite toll für manche Geschichten war, aber die zum Beispiel immer alles protokolliert hat, was ich gesagt habe, um dann am Ende sagen zu können, ja du hast an dem und dem Tag gesagt, dass während der Elternzeit das, weil ich so bin so, manchmal habe ich auch gar nicht drei Sekunden nachgedacht, aber genau dieses Risiko, wo du dich dann so absicherst.

00:57:41: Und ich muss dann in der Elternzeit.

00:57:43: Ich hatte so eine krasse Identitätskrise, weil ich diese Mega-Leistung hier und immer, und dauernd arbeiten.

00:57:49: Und so diese Frage, wer bin ich, wenn ich nicht arbeite?

00:57:52: Und wenn du zu mir gesagt hättest du, ich schenk dir drei Tage mit deinem Kind im Stangel wird Wellness, oder zu sagen, du bist so drei Tage mit uns aufs Offside, hätt ich gesagt, ich geh aufs Offside.

00:58:02: Und ich zeige noch dafür.

00:58:05: Nach dem Wochenende gibt man einen Harmon-Tag.

00:58:06: Genau,

00:58:07: genau.

00:58:08: Ja, genau, das meine ich, ne?

00:58:09: Also, das ... zu managen, weil meine Gesellschaft, meine Geschäftsführer, Kollegin und Mitgesellschafterin, die hat mir das mal auch klar gespiegelt, dass sie sich häufig in der Anfangszeit unter Druck gefühlt hat, wenn ich gesagt habe, am Wochenende und dies und das und jenes.

00:58:29: Und dann haben wir irgendwann auch mal im ganzen Team Dialog darüber geführt und ich habe gesagt, es sind halt meine einzigen Kreativzeiten am Wochenende und da wir Asynchrone arbeiten, mache ich das denn um die Zeit.

00:58:39: Und ich musste mich lange Zeit zurückhalten, das nicht zu tun, um mich alle unter Druck zu setzen.

00:58:43: Und dann habe ich gesagt, ich möchte, dass ihr meine Art akzeptiert.

00:58:46: Dafür stelle ich mich nie auf eine Bühne und sage, wie ist es so schön?

00:58:49: Was dachte Neulich Tom in dem Podcast?

00:58:51: Geschäftsführer Udo, weiß ich nicht, wie der hieß.

00:58:54: Er meinte nur so, der hätte gesagt, ja, für mich ist Freizeit nicht die Unterbrechung von Arbeit oder sowas.

00:59:00: Das sind alles so Sprüche, wo ich sage, ich kann jeden Verstehen, der halt einen Job hat, macht halt einen Job.

00:59:04: So, nur genau das meine ich mit.

00:59:07: Beide Seiten, die sich nicht unter Druck setzen.

00:59:09: So wie ich dann halt raus bin, wenn die Kinder krank sind oder ich einspringe.

00:59:13: Und dann sagen Leute, ja, ist ja immer klar, Family first, sag ich.

00:59:16: Ja, in so einer Situation, Notsituation, natürlich.

00:59:20: Und dann freue ich mich aber auch wieder auf das Retreat.

00:59:23: Und diese Gleichzeitigkeit auszuhalten.

00:59:28: Und die hat ja auch was mit Vielfalt zu tun.

00:59:30: Also, zum Beispiel, ich bin jemand, der nachts mega arbeitet.

00:59:33: Bei mir geht um achtzehn Uhr das Gehirn an und dann geht's

00:59:36: los.

00:59:37: Und wenn du zu mir sagst, du hast morgen früh um sechs Zeit, dann bin ich dann so, ich quäle mich rein und doke mich mit Koffein hoch, aber kriegst nix aus mir raus.

00:59:46: Und das ist ja einfach viel Fall, dass Leute unterschiedlich sind.

00:59:50: Und ich glaube, genau das zu sagen, auf der einen Seite einen Rahmen zu schaffen und auf der anderen Seite aber auch klar zu machen, ich bin anders als du.

00:59:58: Und deswegen erwarte ich nicht, dass du das machst, was ich mache.

01:00:02: Aber das ist natürlich trotzdem immer schwer, auf einen näher zu bringen.

01:00:07: Wenn du jetzt sagen würdest, du hast jetzt schon eine Teillegis hinterlassen.

01:00:13: Oh Gott.

01:00:13: On the journey.

01:00:14: On the way.

01:00:14: Längeste ist

01:00:14: ein großes Leben.

01:00:15: Ja.

01:00:16: Ich bin auch der Profi im denglischen, wie Leute sagen, warum rühne ich da kein Dolch?

01:00:20: und so.

01:00:20: Ja, Leute,

01:00:21: sorry, tut mir leid.

01:00:22: Ich auch, allerweise.

01:00:23: Ist einfach so.

01:00:25: Gibt es etwas, wo du sagst, ja doch, das konntest du schon in vielleicht Konzernstrukturen reinbringen, das konntest du verankert, da siehst du schon...

01:00:34: Also in meinem kleinen Umfeld glaube ich habe ich es geschafft, dass das Leute das Thema einfach auf der Agenda haben und vielleicht auch an der einen oder anderen Stelle konstruktiver darüber diskutieren.

01:00:46: Also das ist nicht dieses, also ganz oft ist ja, du fängst an mit Diversitätskette, oh nee, jetzt kommt wieder die feministen Kohle.

01:00:55: Und ich habe das Gefühl, dass es dass ich es geschafft habe, es bei der einen oder anderen Person auf die Agenda zu setzen und die Person hat verstanden.

01:01:04: Es macht uns als Unternehmen besser.

01:01:05: Es ist keine Frage von Charity oder so.

01:01:08: Das ist ja immer das große Problem, wenn du diese Abteilungen irgendwo in Richtung Kommunikation oder keine Ahnung hängst, dann bist du ja ganz schnell in dieser Charity-Nummer.

01:01:16: Das willst du ja gar nicht.

01:01:18: Also bei RTL, wir haben auch eine Stiftung, die macht Charity, aber das Thema Sustainability, und zwar, da ist kein Charity-Thema, das ist ein... Ja, und deswegen ist das für mich so dieses Grundding zu sagen, dass es Menschen gibt, hoffentlich auch dank meiner Arbeit.

01:01:33: Die gesagt haben, es ist ein Management-Thema, es ist ein Kerngeschäftsthema und wir müssen uns als CEOs, als Vorstand mit diesem Thema beschäftigen.

01:01:43: Also ich glaube, das habe ich bei zwei, drei Leuten geschafft.

01:01:46: Sicherlich auch durch die Keynotes.

01:01:47: Zum Beispiel letzte Woche war ich vor Hundertfünfzig Mittelständlern, neunzig Prozent Männer, alle so ein bisschen Babypummel-Generation.

01:01:56: Und da kamen auch danach welche und haben gemeint, ey, du hast recht, wenn ich mehr Azubis kriege, wenn ich mich damit beschäftige.

01:02:02: dann beschäftige ich mich damit.

01:02:05: Was waren da für Fragen, die da kamen?

01:02:07: Also es gab natürlich, du siehst immer ja dann die Leute, die die Arme verschränken, okay, der kommt jetzt und erzählt, ja, ja, der erzählt, ist meine Frau wollte ja damals gar nicht wieder arbeiten.

01:02:16: Jetzt kommt das.

01:02:18: Was sollen wir denn noch alles machen?

01:02:19: Aber ich habe einfach überzahlen, dass ich gesagt habe, wenn wir es schaffen, dass Frauen, also Mütter so viel arbeiten können, wie sie wollen, dann haben wir knapp siebenhunderttausend Arbeitskräfte mehr.

01:02:29: Vollzeitstellen.

01:02:30: die wir ausgebildet haben auf Staatskosten, die wir in unseren Unternehmen weiterentwickelt haben, Talente, die wir selbst, also wir haben keine Integrationsaufwand, wir müssen nur den Schalter hochdrehen.

01:02:40: Und das war so ein Moment, wo ich gemerkt habe, es hat geklickt.

01:02:44: Ich glaube immer wieder dieses Thema Prägungen, Rollenbilder.

01:02:49: zu sagen, wollen Frauen das überhaupt.

01:02:51: Und wo ich dann sage, ja, aber Frauen wollen halt nicht mitmachen und mit gemeint werden, sondern sie wollen halt, da bin ich wieder beim Dinner IV Blatt, sie wollen halt sagen, hey, ich bin nicht Dinner IV, ich will Dinner V oder Dinner III sein und vielleicht will ich auch Orange oder Gelb oder Grün sein.

01:03:08: Also ich will mich nicht zuschneiden müssen, um hier mitmachen zu können.

01:03:11: Und da bin ich beim Thema Vielfalt und Strukturen, wir müssen das anpassen.

01:03:15: Und ich hab das Gefühl, da ist der Moment, wo dann schon manche sagen, oh, reicht nicht erst mal, dass ihr mitmacht.

01:03:21: Und dann muss man nicht alles gleich verändern.

01:03:25: Ja, also, ich guck natürlich so von der ... von der ... Es ist häufig natürlich, denn meiner eingeschränkte Brille als Vater draufzuschauen, den Patchwork und so, wo ich denke, so Ego beiseitepacken kann ich sehr gut.

01:03:36: Und das ist ein wesentlicher Teil, um da überhaupt hinzukommen.

01:03:40: Und ... packt dann manche Männer dann eben und sagt, du, ganz ehrlich, wenn du schisserig bist hier mit Family, that's what we got hier.

01:03:48: Also hier nach Deutschland kommt keiner wegen irgendwie Ressourcen oder irgendwas, sondern wenn du mir am Nachwuchs, that's all we got, macht da ein Teil.

01:03:57: Und ich würde behaupten, da sind Frauen dann mutiger, was das betrifft, mit Family.

01:04:02: und jetzt We Go.

01:04:03: zum Beispiel, wenn du jetzt einen ganz klassischen Fall nimmst, von der ja bei Mittelschehen dann häufig schon ist mit, Wie mache ich das mit Elternzeiten?

01:04:12: Und das möchte ich als Bones in meinem kleinen Wirkungsreis als etwas völlig normales verstehen.

01:04:18: Und die Männer machen bei uns Elternzeit, die Frauen.

01:04:20: Ich frag nie nach, wer, wie, wo, was.

01:04:22: Und die Challenge wird bleiben, du musst dich zu Hause organisieren können.

01:04:27: Und wenn ihr Männer das nicht könnt, dann lernt es euch zu organisieren.

01:04:31: Nimmt die Tools, lernt das, weil die Frauen lernen das sehr schnell, viel schneller als die Männer.

01:04:37: Und das ist immer so.

01:04:38: mein erster zaghafter kleiner Schritt, dafür dann reinzugehen.

01:04:42: Und ich schlafe selber sehr kurz, nach Elfjahn kindern.

01:04:46: Die Nächte sind alle kurz, die waren

01:04:47: auch nie lang.

01:04:48: Absolut, wir haben gerade zwei Uhr nachts immer irgendwelche Bananenpartys.

01:04:52: Aber das ist das Thema Unternehmenskultur, auch was lebst du vor?

01:04:56: Ich finde, das ist die grundsätzliche Frage.

01:04:59: Vielfalt, du kannst sie nur bedingt messen.

01:05:01: Du kannst Frauen messen, du kannst Alter messen und da hört schon auf.

01:05:03: Behinderung ist schon eine freiwillige Angabe.

01:05:05: Also du kriegst es nicht komplett über Quoten oder Ziele geregelt.

01:05:10: Es geht nur über Kultur.

01:05:11: Und wenn ich sehe, der Chef macht eine Elternzeit oder der Chef sagt, meine Tochter ist krank, ich kümmere mich heute.

01:05:17: dann werde ich mich trauen, das auch zu machen.

01:05:19: Oder wenn ich sogar das Gefühl habe, es ist erwünscht.

01:05:21: Und andersrum habe ich letztes Jahr jemanden, ein Geschäftsführer in einem anderen Unternehmen, der hat am Freitag seinen Kind bekommen, wohnt irgendwo in Österreich, glaube ich, und war am Montag in Deutschland im Ruhr, wo ich sage, wenn mein Mann zwei Tage nach der Geburt meint, er muss so hinfliegen, wenn es jetzt nicht um Leben und Tod geht, sondern einfach nur um ein Meeting dazu haben, was er auch per Teams hätte machen können.

01:05:44: dass wer aber was der bekommen hat in seinem Unternehmen war.

01:05:47: Was ein krasser Typ.

01:05:49: Zwei Tage ist der schon wieder hier.

01:05:50: Und seit, weil ich denke, wenn das das Feedback ist, dann wird sich die Kultur weiterentwickeln.

01:05:55: Dann wird keiner in der zweiten, dritten Reihe sich trauen zu sagen, hey, ich hätte gern diese, die vier Wochen nach der Geburt für meine Familie.

01:06:01: Um die Hebamme zu zitieren, die den Kreiser leitete bei unserer ersten Tochter als eine... Offensichtlich Oma durch die Tür kam, durch den Kreisland sagte, mein Sohn hat hier gerade ein Kind bekommen.

01:06:13: Da sagte die Hebamme, ich vermute ihr Sohn war es nicht.

01:06:16: Insofern hat das Kind hier nicht bekommen.

01:06:18: Aber ich weiß genau, was du meinst und das verzerrt die Bilder.

01:06:22: Und ich glaube, dass, also mir hat das jetzt, ich habe mich... Also ich merke gerade, wir sind halt so richtig über die Stunde rüber und das ist immer so ein Zeichen von mich.

01:06:31: Ich war so drin, ich hätte noch eine Million Fragen.

01:06:33: Ich glaube, das müssen wir in der zweiten Runde fortsetzen.

01:06:38: Mich hast du damit erreicht, als jemand, der da sehr offen für ist, aber mir hilft jede Perspektive auf das Thema.

01:06:47: Und du hast mich da auch richtig mit reingenommen, so wie du es eben auch siehst und ich bin sehr gespannt, was du jetzt noch alles draus machst.

01:06:53: Deswegen kommt meine Frage, die nicht fehlen darf.

01:06:56: Wo willst du noch hin?

01:06:58: Ja, das ist die große Frage, was ist Erfolg, ne?

01:07:00: Das hat sich bei mir im letzten, ja, den letzten zwei Jahren extrem gewandelt.

01:07:05: Zu sagen, Erfolg ist für mich nicht mehr, jetzt zu sagen, ich will an die Spitze von irgendeinem Konzern oder... Ich glaube, meinen Traum wir Unternehmertum, wo wir natürlich auch bei der Frage Vereinbarkeit sind.

01:07:16: Und gerade, wenn man kleine Kinder hat, ist da die Hemmschwelle vielleicht noch höher, sich rein so... reinzuwerfen, aber mein Traum wäre zu sagen, erst mal, dass ich es weiter schaffe mit meinen Texten, sei es über die Bücher oder über Social Media Leute zu erreichen, zu bewegen, was zu verändern, in der Politik der Stimme zu finden und mittellangfristig es zu schaffen, wie du es auch geschafft hast, in ein Unternehmen zu gießen und einfach was aufzubauen, worauf ich dann stolz bin.

01:07:45: am Ende.

01:07:46: Und ich kann sagen, trotzdem gibt es den Rollercoaster, die Up & Downs, die Bilder hinter den Kulissen.

01:07:52: I heard.

01:07:55: Schön, dass du da warst.

01:07:56: Danke für die Einladung.

01:07:57: Schön war es.

01:08:00: Das war On the Way to New Work mit Miriam Trunk.

01:08:03: Ich wusste vorher, ich werde mich ärgern.

01:08:05: Ich war nicht dabei, wie ihr mitgekommen habt.

01:08:08: Aber Christoph hat es toll gemacht.

01:08:10: Und ich nehme mir ganze Menge mit.

01:08:12: Und das macht es natürlich ein bisschen persönlich für mich.

01:08:15: Erstens.

01:08:16: Karriere ist kein faire Marathon.

01:08:18: Wir tun oft so, als würden alle bei Kilometer Null starten.

01:08:21: Tun sie aber nicht.

01:08:22: Manche starten bei Minus fünf, manche bei Kilometer dreißig.

01:08:25: Ich finde das ein fantastisches Bild.

01:08:27: und ob es Herkunft ist, Geld, Netzwerk, Gesundheit, Mentoren.

01:08:32: Aber wenn wir wirklich über Leistungsgerechtigkeit sprechen wollen, dann müssen wir auch über diese Startlinien reden.

01:08:38: Zweitens.

01:08:39: Selbstbewusstsein ist oft ein Nebenprodukt von Privilegien, nicht romantischer Parallel.

01:08:44: Wer selten oder nie strukturelle Hürden erlebt hat, lernt früh, ich schaffe das schon.

01:08:47: Gleichzeitig haben diese Privilegien aber auch eine Kehrseite.

01:08:50: Sie begrenzen nämlich die Empathie für andere, die es vielleicht nicht so gut hatten.

01:08:56: Denn für Erfahrungen, die ich selbst nie machen kann, fehlt mir eigentlich nicht der gute Wille, sondern der innere Referenzpunkt.

01:09:02: Und genau deshalb geht es hier weniger um immer gleich bewerten und ums Rechtfertigen, sondern erst mal ums Zuhören.

01:09:10: Drittens, Diversity ist kein Charity-Thema, sondern ein knallhaftes Business-Thema-Punkt.

01:09:15: Wenn wir schaffen, dass Frauen vor allem Mütter so arbeiten können, wie sie wollen, reden wir nicht mehr über Wohlfühlprogramme, sondern über hunderttausende Arbeitskräfte, wenn nicht Millionen, die heute ungenutzt bleiben.

01:09:25: Das ist wirtschaftliche Irrsinn, mir gehört es recht.

01:09:28: Viertens, Kultur schlägt jede Quote.

01:09:30: Wenn Führungskräfte vorleben, das Familie stört, dann wird es nie besser.

01:09:35: Wenn sie zeigen, dass Verantwortung für Familie normal ist und sie auch selber übernehmen und es selber vorleben, nur dann verändert sich Verhalten.

01:09:43: Und fünftens, Medienkompetenz ist Pflicht für Führung, für Bildung, für Gesellschaft.

01:09:48: Wenn KI uns immer wieder dieselben Bilder ausspuckt, dann ist das kein Zufall, sondern ein Spiegel und dem müssen wir lesen, müssen hinterfragen und wir müssen daraus lernen.

01:09:57: Wenn dir diese Folge so gut gefallen hat wie mir, ich habe es schon gemacht, ich habe fünf Sterne gegeben, dann hilf uns, gib uns fünf Sterne, schreib Kommentare unter unsere LinkedIn-Beiträge oder aber auch super, super gerne bei diesen Podcast-Plattformen.

01:10:12: Teil die Episode mit Menschen, die gerade Führung neu denken und aktiviert die Glocke, damit du keine Folge mehr verpasst.

01:10:18: Bis bald und wie immer, bleibt neugierig, lasst euch nicht vom Weg abbringen.

01:10:23: Die Welt ist wild heute und auch Für den Rest des Jahres und für den Rest eures Lebens, unseres Lebens.

01:10:31: Und wir müssen damit umgehen.

01:10:32: Konzentriert euch vor allen Dingen auf

01:10:34: die

01:10:35: Themen, die ihr selber beeinflussen könnt.

01:10:36: Also den Circle of Influenzen, die Circle of Influenzen, die dicht bei euch dran sind.

01:10:41: Macht Dinge im Kleinen gut.

01:10:42: Dann wird aus vielen, vielen Menschen, die das tun, auch was Großes.

01:10:47: Ja, kommt gut durch die Woche.

01:10:49: Vielen Dank, euer Michael und euer Christoph.

01:10:53: Viel, viel mehr diesmal als ich.

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