#584 Dr. Carsten Brosda | Senator für Kultur und Medien der Freien und Hansestadt Hamburg

Shownotes

Unser heutiger Gast hat Journalistik und Politikwissenschaft an der Universität Dortmund studiert und schon früh beides zusammengedacht. Im Rahmen seines Studiums absolvierte er ein Volontariat bei der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung in Essen und promovierte anschließend über einen Begriff, der viel über seinen Blick auf die Welt sagt: Diskursiver Journalismus. Was folgte, war eine Karriere durch den Maschinenraum des öffentlichen Lebens. Fünf Jahre Pressereferent, Redakteur und schließlich Redenschreiber im SPD Parteivorstand. Vier Jahre im Bundesministerium für Arbeit und Soziales, zuständig für Reden, Texte und Analysen. 2010 kehrt er als Abteilungsleiter Kommunikation zum Parteivorstand zurück. 2011 zieht es ihn nach Hamburg. Er leitet das Amt Medien in der Senatskanzlei, verantwortet ab 2013 als Bevollmächtigter des Senats die Medienpolitik der Stadt, dann kommen Kultur und Digitalisierung als Staatsrat dazu. Als die damalige Kultursenatorin Barbara Kisseler verstirbt, fragt ihn Olaf Scholz, ob er sich vorstellen könnte, Senator für Kultur und Medien zu werden.

Seit Februar 2017 ist er Senator der Kulturbehörde, seit November 2020 außerdem Präsident des Deutschen Bühnenvereins. Für uns ist er mehr als ein Gast. Er war bereits in Folge 101 dabei und wir freuen uns sehr, dass er heute zurückkommt. Denn heute ist es das erste Mal: On the Way to New Work live aus den Hongkong Studios in Hamburg. Stefan Kiefer, Gestalter und fast zwei Jahrzehnte beim Spiegel, 14 Jahre davon als Chef des Titels, ist heute unser Co-Host.

Seit über neun Jahren beschäftigen wir uns mit der Frage, wie Arbeit den Menschen stärkt, statt ihn zu schwächen. In mehr als 580 Folgen haben wir mit über 700 Persönlichkeiten darüber gesprochen, was sich bereits verändert hat und was sich weiter ändern muss. Was können Führungskräfte und Unternehmen wirklich von Kunst und Kultur lernen – und warum tun wir es so selten? Wie verändern Digitalisierung und KI kreative Arbeit – und was bedeutet das für eine Gesellschaft, die sich gerade neu sortiert? Was hält uns zusammen, wenn vermeintliche Gewissheiten schwinden – und welche Rolle spielt dabei Kreativität? Fest steht: Für die Lösung unserer aktuellen Herausforderungen brauchen wir neue Impulse. Deshalb suchen wir weiter nach Methoden, Vorbildern, Erfahrungen, Tools und Ideen, die uns dem Kern von New Work näherbringen. Darüber hinaus beschäftigt uns von Anfang an die Frage, ob wirklich alle Menschen das finden und leben können, was sie im Innersten wirklich, wirklich wollen. Ihr seid bei On the Way to New Work, heute live aus den Hongkong Studios in Hamburg, mit Gastgeber und Co-Host Stefan Kiefer und unserem Gast Dr. Carsten Brosda.

Hier findet ihr alle Links zum Podcast und unseren aktuellen Werbepartnern

Transkript anzeigen

00:00:00: Unser heutiger Gast hat Journalistik und Politikwissenschaft an der Universität Dortmund studiert, und schon früh beides zusammen gedacht.

00:00:07: Im Rahmen seines Studiums absolvierte er ein Volontariat bei der westdeutschen allgemeinen Zeitung in Essen und promovierte anschließend über einen Begriff, der viel über seinen Blick auf die Welt sagt – diskursiver Journalismus!

00:00:19: Was folgte war eine Karriere durch den Maschinenraum des öffentlichen Lebens.

00:00:23: Fünf Jahre Presseferent, Redakteur und sich redenschreibe im SPD-Parteivorstand.

00:00:28: Vier Jahre im Bundesministerium für Arbeit und Soziales, zuständig für Reden, Texte und Analysen.

00:00:33: Zwei-tausendzehn kehrte er als Abteilungsleiter Kommunikation zum Parteivorstand zurück.

00:00:38: Zweitausendelf zieht es ihn nach Hamburg, erleitet das Amt Medien in der Senatskanzlei, verantwortet ab zwei-tauenddreizend als bevollmächtigte des Senats die Medienpolitik der Stadt.

00:00:49: dann kommen Kultur und Digitalisierung als Staatsrat dazu.

00:00:52: Als sie damalige Kultursenatorin Barbara Kisler verstirbt fragten Olaf Scholz ob er sich vorstellen könnte Senatur für Kulturen Bidin zu werden.

00:01:01: Seit Februar, zwei Tausend Siebzehn ist er der Senat oder Kulturbehörde seit November, zwanzundzwanzig außerdem Präsident des Deutschen Bühnenvereins.

00:01:09: vor uns ist ja mehr als ein Gast.

00:01:10: Er war bereits in Folge Einhundert Eins dabei und wir freuen uns sehr dass er heute zurückkommt denn Heute ist es das erste Mal unser Podcast live aus den Hong Kong Studios da.

00:01:21: wer kein Video Podcast sind muss ich sagen ein fantastischer Ort hier in Hamburg.

00:01:25: in Hamburg Stefan Kiefer Gestalter und fast zwei Jahrzehnte beim Spiegel, vierzehn Jahre davon als Chef des Titels ist heute Gastgeber und Co-Host des Podcasts.

00:01:35: Seit über neun Jahren beschäftigen wir uns mit der Frage wie Arbeit den Menschen stärkt statt ihnen zu schwächen?

00:01:40: In mehr als fünfhundertachzig Folgen haben wir mit über siebenhundert Persönlichkeiten darüber gesprochen was sich bereits verändert hat und was ich weiter ändern muss.

00:01:48: Was können Führungskräfte und Unternehmen von Kunst und Kultur lernen und warum tun wir es so selten?

00:01:53: Wie verändern Digitalisierung und KI kreative Arbeit?

00:01:56: Und was bedeutet das für eine Gesellschaft, die sich gerade neu sortiert.

00:02:00: Was hält uns zusammen wenn vermeintliche Gewissheiten schwinden und welche Rolle kann dabei Kreativität spielen?

00:02:06: Fest steht – Für die Lösung unserer aktuellen Herausforderung brauchen wir neue Impulse.

00:02:10: Deshalb suchen wir weiter nach Methoden, Vorbildern, Erfahrungen, Tools und Ideen, die uns dem Kern von New Work näher bringen!

00:02:17: Darüber hinaus beschäftigt uns von Anfang an die Frage, ob wirklich alle Menschen das finden und leben können.

00:02:21: Was sie im Innersten wirklich, wirklich wollen.

00:02:24: Ihr seid bei On The Way To New Work heute live aus den Hongkong-Studios in Hamburg.

00:02:29: Gastgeber und Chorus Stefan Tiefer mit unserem Gast Dr.

00:02:32: Karst Broster.

00:02:50: Herzlich willkommen!

00:02:57: Ja, du warst schon mal bei uns zu Gast und vor etwas mehr als sieben Jahren habe ich dir dieselbe Frage gestellt aber da die meisten der Zuhörer heute dich damals nicht gehört haben und die Anderen das vergessen haben.

00:03:09: Du kriegst unsere Signature-Frage, die wir an jedem Gast stellen noch mal... Wie bist du eigentlich der Mensch geworden?

00:03:14: Der du heute bist!

00:03:16: Das Problem ist ich erinnere meine Antwort auch gar nicht mehr.

00:03:18: Also

00:03:21: was ja schon beschrieben welchen Weg ich gegangen bin und Ich glaube man wird ja dass was man is durch die Begegnung, die man so im Laufe des Weges hat weil das immer viele Menschen waren, die eingeprägt haben Und was mich relativ früh geprägt hat diese Idee gewesen, dass ich was machen möchte, was irgendwas damit zu tun hat.

00:03:38: Dass öffentliche Räume entstehen und in diesen öffentlichen Räumen vernünftige Dinge möglich sind.

00:03:43: Und ich habe immer wieder Menschen getroffen die ähnlich unterwegs waren und von denen ich mir dann etwas geborgt oder geklaut habe an Ideen, was ich dann so weiter mit mir rumgeschleppt habe und jetzt versuche ein bisschen davon, was in die Welt zu

00:03:54: bringen.".

00:03:58: Leiner Junge, ich stelle mich jetzt mal dich so mit fünf, sechs, sieben Jahren vor.

00:04:00: Der kommt ja nicht voll alleine drauf?

00:04:02: Nee

00:04:02: da war es ganz wahnsinnig.

00:04:04: Was waren das für Begegnungen?

00:04:04: Was waren vielleicht zu zweiter Leute die bei dir so wieger aufgezeichnet

00:04:09: haben?

00:04:09: Mit fünf, sechster war ich die Phase da, wo die Förster werden.

00:04:12: Aber dass in Gelsenkirchen aufwachsen, dann kommt man noch eine dumme Idee ins Spiel.

00:04:16: Also alles Mögliche andere zwischendurch eigentlich ein Journalist.

00:04:18: Das geht dann schon in die Richtung.

00:04:20: Was waren die Leute?

00:04:21: Ich glaube, das war meine Lehrerin in der Journalism Class in Texas.

00:04:24: Als ich ein Austauschjahr da gemacht habe und ich das erste Mal dann beim Hufbiet in meiner Schülerzeitung dieser texanischen Heilskul gearbeitet habe, die wirklich organisiert war wie eine Redaktion.

00:04:35: Das war total spannend um zu sehen okay du kannst das lernen!

00:04:37: Das ist kein Begabungsthema, das wäre glaube ich der erste Punkt.

00:04:41: Dann war es mein Politik der mir im ersten Semester in einem Referat aufgebrummt hat, wo ich den Strukturwandel der Öffentlichkeit von Jürgen Habermas lesen durfte.

00:04:53: Das habe ich verflucht.

00:04:54: aber als ich das Buch dann gelesen hatte, habe ich gedacht okay jetzt musst du auch weiter was damit machen, dass es mit allem Referat für zu wenig.

00:05:00: Insofern hat mich das da nicht mehr losgelassen.

00:05:02: und dann war das die wissenschaftliche Punkt.

00:05:05: und was das Kulturelle angeht... Zum einen der langjährige Kulturerzehnte meiner Heimatstadt in Gelsenkirchen, Peter Rose.

00:05:12: Der hat das von ca.

00:05:14: seventy bis zweitausend enger Freund meines Vaters.

00:05:17: Und er traf den permanent und das war der, der jedes Jahr dafür gekämpft hat dass das Theater nicht zugemacht wurde auch in den Zeiten in denen die Stadt kein Geld mehr hatte weil die Zechen schon geschlossen waren und die Stahlwerke auch dicht machten.

00:05:29: und dann natürlich Barbara Kisler.

00:05:31: Also, das war schon ... Eigentlich bin ich in die Kulturbehörde gegangen Anfang.

00:05:35: Weil ich mit ihr arbeiten wollte.

00:05:37: Das waren dann am Ende nur fünf Wochen, weil dann wurde sie wieder schwer krank und war weg.

00:05:40: Auf einmal stand ich da alleine aber wir hatten den Jahren vorher seit zwölf wahnsinnig viel weniger zu tun haben gesagt irgendwann arbeiten wir mal zusammen oder ich dann für Sie und dann lerne ich von Ihr was Sie kann.

00:05:51: Es kam dann leider anders aus, weil sie dann wieder schwer krank war Aber als Person eine unfassbare Inspiration

00:05:57: Kann ich bestätigen?

00:05:58: Ich durfte ja Ich glaube, das habe ich dir verdankt damals im Aufsichtsrat.

00:06:02: Das Schauspielhaus ist ein paar Jahre mitwirken.

00:06:05: Da hab' ich's noch kennengelernt und großartige Personen.

00:06:09: Du wolltest eigentlich Journalist werden und bist der NATO geworden?

00:06:11: Was ist denn für den Journalisten auch übrig?

00:06:14: Übrig ist dass ich mir Gedanken schreibend erschließe... Also tatsächlich auch wirklich selber schreiben.

00:06:19: deswegen falls wir in den Herd darauf kommen!

00:06:21: Ich kann mit KI als Tun nur sehr eingeschränkt was anfangen weil ich begreife indem ich Sachen zu Text mache.

00:06:26: also beim Schreiben durch dringe ich in Gedanken gange und kriegt dann auch eine, sozusagen, eine Argumentation für mich besser hin.

00:06:31: Und da hilft mir das halt gar nicht wenn wir das in die Maschine abnimmt und ich das dann lese ist aber nicht meins ist so.

00:06:36: Das ist mein ganz persönliches Ding.

00:06:38: also Ich schreibe relativ viel um Sachen verstehen zu können.

00:06:42: Ich glaube dass es geblieben und ansonsten lernt man halt als Journalisten.

00:06:46: Das is in der Politik durchaus etwas was du auch brauchst auf würde sagen Immer unvollständigen Informationsständen, trotzdem Entscheidungen zu treffen und Bewertung vorzunehmen.

00:06:57: Weil wenn du wartest bis du alles weißt ist in der Politik alles vorbei.

00:07:00: Du musst irgendwie bestmögliche Entscheidungen treffen Und auch fähig sein die zu korrigieren.

00:07:04: Wenn du mehr weißt so das lernt man dann irgendwann auch.

00:07:07: Das mit Journalismus genauso.

00:07:09: Man lernt einfach wahnsinnig schnell lesen und Informationen aufnehmen.

00:07:12: Auch das hilft in dieser Flut heutzutage.

00:07:15: Ihr sitzt jetzt hier an einem sehr, sehr kreativen Ort.

00:07:18: Neben dir sitzt ein sehr kreativer Mann der viele Jahre als Gestalter gearbeitet hat.

00:07:22: Wir haben ein bisschen Einladung gehört, vierzehn Jahre den Titel des Spiegels verantwortet hat auch noch Musiker ist.

00:07:28: Du hast wie gesagt geschrieben schreibst immer noch was Redenschreiber bis jetzt Senator für das kreativste Thema was man haben kann.

00:07:37: Was ist Kreativität?

00:07:39: Für dich persönlich?

00:07:40: und hast du auch eine Form von Kreativity außerdem schreiben die du noch lebst.

00:07:44: Gibt es noch andere Dinge, die du kreativ machst?

00:07:47: Ich bin ein vollständig unmusischer Mensch.

00:07:51: Also ich würde gerne Musik machen können, das ein Jahr Blockflöte spielen und in der siebten Klasse aufgefordert werden nicht mehr mitzusingen.

00:07:58: damit Zitat man ist da mal Musiklehrer, dass der Rest der Klasse eine Chance hat den Ton zu treffen und sagen hat das je beendet also leider nicht viel zu holen.

00:08:08: Es gibt Sachen, die kann ich nicht mach.

00:08:09: Aber das ist aber gefährlich, wenn du ein öffentliches Abenteuer hast.

00:08:12: Da sollte man Sachen bleiben lassen.

00:08:16: Das Kreative ist schon ... das Schreiben oder dass Menschen gemeinsam Dinge entwickeln.

00:08:22: Das ist jetzt nicht im engeren Sinne Kunst entstehen lassen.

00:08:25: Aber einfach den Glauben daran, da sind ein paar kluge Leute und ich hab das Geschenk an eine Behörde zu haben in der wahnsinnig viele tolle Leute, aber unglaublich gerne.

00:08:34: auch Neues ausdenken, um einen unkonventionellen Weg gehen.

00:08:37: Und natürlich bewege ich mich mit Kunst-, Kultur-, Medien-, Kreativwirtschaft durch den Feld hindurch, wo ich permanent mit Leuten zu tun habe die spannende Sachen machen und da einfach offen zu bleiben, einfach mal ein Tisch in die Mitte zu stellen, drei Glas Wasser draufzustellen, sagen lassen wir uns eine Stunde reden vielleicht kommt ja was bei Rom.

00:08:52: daran glaube ich zutiefst.

00:08:53: Klappt nicht immer, klappt aber bis weilen Das reicht eigentlich dann auch schon.

00:08:58: Also das ist das Kreative, was ich da noch mache, aber ansonsten, dass ich jetzt selber abends male oder so ... Nein!

00:09:05: Was inspiriert dich gerade?

00:09:06: Buch?

00:09:07: Welchen Bücher und Theater?

00:09:09: Was gibt es irgendwas, wo du grade sagst, wo bist du?

00:09:13: Ich freue mich wahnsinnig, ich war jetzt am Wochenende in den Schauspielhaus.

00:09:15: Es war ja schon erwähnt der zweite Antikenzyklus im deutschen Schauspulaus von Karin Bayer läuft sozusagen die volle Theater.

00:09:21: Drönig sangst auf Samstag und Sonntag insgesamt fünf Stücke und dabei fehlt noch eins das dann nächsten Frühjahr noch dazukommt.

00:09:27: da war der erste Teil antropolis schon großartig.

00:09:30: und was faszimiert mich?

00:09:33: also ich lese gerade mich kreuz und quer durch, weil ich versuchen will zu verstehen was eigentlich in unserer Gesellschaft los ist.

00:09:39: Ich lese gerade eine Menge Sachbücher.

00:09:40: Gerade nicht bei mir hat es neu von Robert Miesig erzielen.

00:09:43: zur Grausamkeit das inspiriert nicht wirklich aber sagen erschreckt.

00:09:46: eher war da versucht zu erklären wie eigentlich faschistische Parteien und Strukturen Menschen die Lust daran grausam zu sein beibringen.

00:09:54: wenn man so ein bisschen ins öffentliche Leben guckt sozusagen merkt man paar der Strategien sind heute auch noch dran.

00:09:59: Ich bin sehr beeindruckt, gerade mit den schlechten Laune-Themen weiterzumachen von der fünften Staffel von Babylon Berlin.

00:10:04: Weil wenn man die so liest sie sieht dann ist die... Die

00:10:08: soll gut sein!

00:10:08: Die ist sehr gut.

00:10:09: ich finde es ja auch besser als die davor, die mich ein bisschen verloren hatte.

00:10:12: aber das ist schon so einen Punkt wo ich echt dachte okay zwar historisch aber irgendwie erkennst du Muster und das fängt dann schon an beunruhigen zu werden an der Stelle.

00:10:22: und ansonsten Da komme ich gerade weniger zum Bilitristiklesen.

00:10:28: Das ist immer so eine Phase für ein Sommer, aber da habe ich ein wunderbares Buch gelesen von Markus Orts die Enthusiasten das sich vor allem nur ans Herz legen kann sie sich mal richtig in eine süffige Geschichte versenken wollen.

00:10:38: und wenn wir so gleich gehen aufs Thema Raum dass sehr schön dass du das Thema Raum auch genannt hast weil das ja an dem aus Stefan auch sehr beschäftigt Was macht dir gerade Hoffnung?

00:10:48: Weil du hast jetzt grade so ein paar eher dystopische Dinge genannt.

00:10:52: Ja genau, also mit Hoffnung macht mir jeder Abend den ich im Konzert bin, jeden Abend den nicht sagen ins Theater gehe und immer wenn ich sehe... Ich schreib grad selber Stichwort was lernen an einem Buch das im nächsten Frühjahr erscheinen wird wo ich versuche zu erklären Was ich begriffen habe, dadurch dass ich mich mit bestimmten Kunstwerken auseinander gesetzt habe.

00:11:11: Also ich versuche immer mir so einen Wert oder ein Konzept eine Idee vorzunehmen und die aus einem Kunstwerk herzuleiten also Freiheit aus Uretha Franklin's Think.

00:11:19: um mal zum Beispiel zu nehmen Willkommen Skulptur aus Paddington Bayer Geht erstaunlich.

00:11:26: Wir nehmen gerne ein

00:11:28: drittes Beispiel, Frieden aus Jagd auf Roter Oktober.

00:11:32: Wahrheit aus der Serie Andor.

00:11:33: Also wir können jetzt ewig so weiter machen und ich glaube alles was wir brauchen um es besser zu machen ist um uns herum.

00:11:42: Wir verschließen nur die Augen oder trennen das so ab und bringen den Bereich mittlerweile soweit ins private, dass wir sagen okay das machen wir für uns.

00:11:49: Das ist dann Wellness oder so ein Well-Being oder irgendwie so für uns selber.

00:11:54: Und wir verbinden nicht diese ganzen tollen Ideen in den Künsten gedacht und auf die Bühne gebracht werden mit den Herausforderungen vor dem wir als Gesellschaft stehen.

00:12:04: weil ich glaube da ist alles drin Wir vor Augenführer, wir können das.

00:12:08: Wir können das denken und spielen und in die Welt bringen.

00:12:12: Dann können wir es eigentlich auch leben!

00:12:14: Das macht mir dann schon Hoffnung.

00:12:15: Und am Ende ist eine Entscheidung anders zu machen als bisher.

00:12:19: Es ist nicht, dass wir nicht fähig wären, sondern es ist tatsächlich, dass man nicht wollen.

00:12:24: Das ist aber nicht nur der Blumenfeld, da haben wir so schön gesungen.

00:12:26: Es gibt kein Müssen oder Säulen, wenn wir nicht wollen.

00:12:30: den Satz möchte ich eigentlich vielen Leuten morgens auf dem Badet zum Beispiel nageln und dann könnte man andere Entscheidungen im Laufe des Tages treffen.

00:12:39: Treffen ist ein gutes Stichwort für mich, weil wir haben mit diesen Hongkong-Studios seit zwölf Jahren versucht einen Ort zu bauen.

00:12:48: Aufzubauen auszustatten im Leben zu erhalten auch durch die Wüste Corona Zeit wo ich ja monatelang alleine war.

00:12:56: und trotzdem gibt es uns noch.

00:12:58: und treffen heißt Menschen treffen Begegnungen finden und suchen.

00:13:03: Und das gerade in Zeiten wo sich vieles von dem was wir früher noch als werte begriffen haben irgendwie zu verflüchtigen Schienen während Corona, weil es nur diese Office-Humoffice-Nummer gab.

00:13:13: Und es gibt wieder Menschen die sich treffen wollen und treffen müssen.

00:13:17: Was mich interessieren würde ... bei uns treffen viele verschiedene kreative Disziplinen aufeinander nicht nur Räume für Workshops machen können.

00:13:27: wir haben Musikstudie Wir haben einen Yoga Studio was von meiner wunderbaren Tochter Amelie gespielt wird.

00:13:33: Was meinst du als Kultursenato?

00:13:35: Wo gäbe ist in Hamburg Orte, die man bräuchte wie diesen?

00:13:40: müsste es mehr davon geben.

00:13:41: Ich würde mal sagen ja ich nehme die Antwort vorne weg aber es ist jenseits von Theater und Öffentlichkeit dass es einfach Räume gibt wo man die Zukunft durch Kreativität irgendwie bewegen könnte.

00:13:55: Und Kreativity das mein großes Thema schon mein ganzes professionelles Leben auch vorher und mich interessiert aber was spielt für dich als Kultursinnator welche Rolle spielt Kreatividad?

00:14:10: Ich

00:14:10: fange mal bei den Räumen an und komme dann zur Kreativität wieder rüber, weil ich glaube da stecken zwei Fragen drin.

00:14:15: Also das eine ist in der Tat – und das ist ein bisschen merkwürdig tatsächlich – wenn man sich historisch anguckt wie Städte eigentlich sich entwickelt haben, dann waren diese Räume früher selbstverständlich da.

00:14:29: Und ich nehme mal das Corona-Bespiel als eine oder andere wird es sich erinnern wir die dystopischen Bilder hatten von den geschlossenen Marktplätzen in Italien.

00:14:41: Als Corona noch gar nicht wirklich hier war, als das da schon losging und alles leer war.

00:14:46: Da hat Nils Minkma damals noch beim Spiegel einen Text geschrieben, indem er gesagt hat die Aufgabe vor der wir als Gesellschaft stehen ist wenn wir wieder aufmachen nach der Pandemie die Frage zu beantworten, wie wir diese Räume eigentlich wieder bespielen wollen.

00:14:59: Wollen wir sie wieder so füllen mit Konsum dieser Form von Overtourism, die da drin hängt und dergleichen mehr?

00:15:06: Oder wollen wir uns daran erinnern warum diese Plätze historisch mal in Städten entstanden sind?

00:15:10: Nämlich als öffentliche Räime, in denen Menschen sich begegnen aus dieser Begegnung heraus auch anfangen können zu verhandeln, wie sie miteinander eine Gesellschaft leben wollen?

00:15:19: Die Antwort haben wir uns selbst gegeben, wir haben sie wieder so aufgemacht wie wir sie zuletzt auch bespielt hatten und haben damit glaube ich eine Chance vorbeiziehen lassen.

00:15:25: Darf

00:15:26: Sie neu zu erfinden?

00:15:27: Darf

00:15:27: sie neu zu erfinden weil tatsächlich der öffentliche Raum ist nicht Selbstverständliches mehr.

00:15:33: Und das hat schon vor der Digitalisierung angefangen also das berühmte Buch von Richard Sennet über The Rise and Fall of Public Man der genau das beschreibt.

00:15:40: die verändert sich im öffentlichen Raum in Städten ist ja aus der vordigitalen Zeit und das ist aber natürlich auf Social Media noch mal schlimmer geworden, wenn man so will.

00:15:48: Und wir verwechseln sogar teilweise das was wir da an digitaler Interaktion machen mit Menschen den wir nie begegnen mit dem realen Zusammenkommen.

00:15:56: Da stecken Chancen drin weil auch Menschen teilhaben können die vorher nicht teilhabten können bei Menschen sich begegneten sie sich vorher nicht begegnet haben.

00:16:02: Aber es steckt natürlich auch das Potenzial der Vereinzelung da drin.

00:16:05: und dass wir mittlerweile Länder haben, in denen Ministerien gegen Einsamkeit gegründet werden.

00:16:09: Ich würde immer sagen Kulturministerium ist auf eine Art Ministerium gegen Einsammkeit weil wir permanent Angebote machen die sich an fünfhundert an tausend Leute abends richten und sagen komm zusammen und guckt euch gemeinsam was an steht bei einem Getränk in der Pause rum und redet drüber!

00:16:22: Das ist schon sozusagen der erste Schritt gegen Gemeinsamkeiten.

00:16:24: ich kann allein ins Kino gehen und trotzdem ist die Chance, dass sich mit jemandem Spreche vorher oder nachher ja gegeben und schon entsteht auch soziales sich einbezogen fühlen.

00:16:34: Das finde ich wichtig und das geht am leichtesten und niedrigställigsten dadurch, dass ich erst mal irgendwo hingehen, mir was angucken kann und nicht sofort etwas mitbringen muss, sondern da schon was passiert, mit dem ich dann in Interaktion gehen kann.

00:16:44: Und die nächste Stufe ist das, was ihr hier macht wo ihr im Prinzip sagt offene Raum, Werkzeugkasten nehmt euch das was ihr braucht und macht was damit.

00:16:52: So wie als Stadt machen wir das mit Stadter Kulturzentren?

00:16:54: Mit Bürgerhäusern dergleichen?

00:16:56: Da fördern wir es auch versuchen uns in den einzelnen Stadtteilen und Quartieren dann auch fortzuhalten eben dieses ... da was möglich machen.

00:17:04: Da ginge aber natürlich wahnsinnig viel mehr, die Frage ist dann in so einer sich verdichtenden Stadt wie kann man das refinanzieren?

00:17:11: Weil wir können nicht endlos diese Räume fördern sondern dann geht die Frage Kann ich das so mischen dass ich sage auf der einen Seite kommen Leute hierher mieten Die machen tagsüber ihre Workshops Dafür kann ich dann noch Formate nebenhermachen und die Begegnungen ermöglichen Sollte mich verursachen.

00:17:24: Genau deswegen hab euer Geschäftsmodell schon durchdruckt.

00:17:28: Und die Frage zweite ist Dann find' Ich auch Leute Und da können wir natürlich ein bisschen behelfen und machen das teilweise als Stadt auch, die wenn Immobilienprojekte entstehen sagen solche Räume werden auch mit geschaffen.

00:17:38: Und finanzieren sich dann auch quer dadurch dass ich eben sage okay wenn ich einen Quartier schaffe ist es sinnvoll auch Räumene dabei mitzudenken in denen auch Kultur denkbar ist in denen soziale Begegnungen möglich sind und findet dann auch einen Träger.

00:17:49: aber lass überhaupt den Raum dafür entstehen indem das geht.

00:17:52: Das kann dann vom Musikclub um die Ecke über das Atelierhaus bis zu einem Space wie Ehlen.

00:17:58: hier macht alles wirklich sein Entwicklung, die eine lebenswerte Stadt baut.

00:18:03: Denkt sowas mit und versucht diese Räume immer wieder in Neubauten mit entstehen zu lassen.

00:18:08: Und da wo sie entstanden sind auch nicht wechselnieren zu lassen was

00:18:11: ... Ich wollte Neubauden!

00:18:13: Wir sind ja hier im alten Gebäude von Anno-Toback, zweiundsechzig.

00:18:17: Und sind so dankbar dass es noch steht und das es auch stehen bleiben wird weil als wir hier anfingen vor fünfzehn Jahren war drum herum wir konnten die Elfi sehen da drüben und hier gab's auch noch nix ist alles gewachsen Und uns gibt es noch.

00:18:30: Man merkt doch den Spirit in so einem alten Haus, das macht immer noch einen Riesenunterschied ob man sich in einem gewachsenen Umfeld bewegt also sprich in einem alten Gebäude ich empfinde es jedenfalls so oder im Neubau.

00:18:41: also deswegen...

00:18:43: Ich möchte meine Lanze für ein Neubauer brechen.

00:18:47: die Familie Otto, Benjamin Otto und seine Frau, denn sie haben gerade ein Haus öffentlich hat das große Glück dort bei der Öffnung dabei zu sein wo eine der Russen-Hamburger-Familien quasi so ein Landmark gesetzt hat und zwar eins, das sieht aus wie ein Ufo.

00:19:02: Auf dem Auto Kampus dann?

00:19:04: Ein freundliches Ufo.

00:19:05: also es ist sehr einladend und es ist ein Begegnungshaus für jung und alt.

00:19:08: Es hat man schon in der ja... Wie es eröffnet wurde.

00:19:11: da hat sowohl einen Kinderchor als auch so einen Heaven Can't Wait Chor von älteren Menschen gesungen Und dort stellt sich die Familie vor dass Menschen sich treffen.

00:19:22: Da ist eine Schule Eine sehr moderne Schule.

00:19:24: Siehst du ähnliche Ansätze von anderen wohlhabenden Hamburger Familien?

00:19:29: Bleibt das eine Ausnahme?

00:19:32: Live Hamburg ist natürlich einfach ein gigantischer Campus, das trägt sich auch dadurch dass man Menschen hat die so was wollen.

00:19:38: aber natürlich haben wir große Stiftungen die jetzt nicht das gleiche, aber ähnlichen Sachen dann durchaus auch machen.

00:19:44: und das fängt an, bei dem was keine Ahnung die Körberstiftung in ihrem Körperforum regelmäßig an Begegnungen organisiert.

00:19:50: Die Töpfer-Stiftung macht wahnsinnig viel!

00:19:52: Die Zeitschriftung mit dem Kunstforum, dass ihr unterhält mit der Puzzerius Law School.

00:19:57: Dass wir mit der Küne Stiftung darüber nachdenken dürfen einen Opernhaus zu bauen in der Stadt ist auch eine einmalige Chance aus der glaube ich eine ganze Menge wachsen kann weil damit auch wieder Möglichkeiten frei werden, wenn wir ansonsten als Stadt unsere bestehende Oper sanieren müssten.

00:20:11: Wäre ganz viel Geld der Stadt dann gebunden in dieser Sanierung?

00:20:15: Weil das Opernhaus mit drei Hundertfünfzig Jahre in zwei Jahren, dass wir jetzt sagen, drei oder fünfzig Jahre sind genug.

00:20:19: Wir machen die Opa zu weil sie sanierungsbedürftig ist.

00:20:22: Sieht sich auch für keine gute Story.

00:20:24: Also in Hamburg sind wir und ich bin immer wenn ich im Land unterwegs bin und sagen gucken wir mal alle was den Aspekt angeht relativ neidisch auf uns.

00:20:32: Wir haben vergleichsweise viele Bürgertum in der Stadt da es sich um die Kultur kümmert.

00:20:37: Und das ist insofern historisch auch gut herleidbar, weil diese Stadt ja niemals ein König oder einen Fürsten hatte der hier irgendwie Theater- oder Museen gebaut hat.

00:20:45: Weil man das zu Demonstration des eigenen Machtanspruchs brauchte.

00:20:48: Sondern was wir hier an Kulturlandschaft haben Ist entstanden, weil die Bürgerinnen der Stadt das haben wollten und deswegen Das Schauspielhaus ist eine Gründung, weil Leute gesagt haben Wir wollen nicht nur Unterhaltungstheater Wir wollen auch gutes echtes deutsches Drama haben auf der Bühne.

00:21:02: So fing das mal an.

00:21:04: Die Leiß-Halle ist von der Rederei Leiß seinerzeit geschenkt worden.

00:21:07: Von den Eigentümern der Stadt, die Musikhalle.

00:21:10: Die Kunsthalle ist entstanden weil ein reicher Hamburger Sammler Herr Harzen gesagt hat ich habe hier Achtzigtausend Blatt Kupfersticht, die könnt ihr haben, ihr müsst nur einen Museum drum herum bauen.

00:21:18: dann kriegt ihr mal eine Sammlung und so kann man das durchziehen.

00:21:21: bis heute Lebt diese Stadt eine sehr republikanische Vorstellung von Kultur?

00:21:27: Und da fügen sich dann eben solche Neugründungen wie jetzt, dass der Auto einfach sensationell gut ein.

00:21:32: Aber auch das was Michael Otto oder über die Autogruppe mit den Young Classics-Küren überall in der Stadt macht ist jetzt kein Ort!

00:21:39: Ich brauche ja nicht immer nur Steine.

00:21:42: genauso wichtig sind ja auch Menschenfördern, die etwas machen wollen und dann einfach in Räume, die da sind reingehen.

00:21:47: Der Hamburger hat auch so ne Tendenz immer Sachen zu bauen und dann festzustellen er hat kein Geld mehr zu betreiben.

00:21:51: manchmal hilft es ja auch einfach dann in die Software und nicht nur in die Hardware zu investieren.

00:21:58: Ganz kurz Stichwort Musik, da ich auch Musiker bin und früher immer das empfinden hatte Hamburg ist eine Musikmetropole und jetzt weiß dass es nicht mal mehr ein großes Musikgeschäft in Hamburg gibt so wie Just Music.

00:22:13: spätestens als sie abgewandert sind kann man da noch mehr machen?

00:22:17: Kann man mehr erwarten?

00:22:18: oder verkenne Tatsächlich Situation jetzt auch nach dem Reeperbahnfestival, tut Hamburg genug für seine glorreiche Vergangenheit als Musikmetropole oder...

00:22:30: Also wir genutzt von unserer glorreichen Vergangenkeit tun weiß ich nicht.

00:22:32: Wir tun eine Menge vor unsere hoffentlich halbwegs glorreichige Gegenwart und Zukunft.

00:22:36: Also das Reepern-Festival ist mittlerweile auf den Weg dazu der größte Treffpunkt der Musikwirtschaft der Welt zu werden.

00:22:42: Das würde ich jetzt auch nicht unterschätzen.

00:22:44: Über Austin?

00:22:45: Also mittlerweile noch nicht über Austin, aber Austin leidet sehr unter den sozusagen Einwanderungsbedingungen, die sich die Trump-Regierung so ausmalt und nicht jeder auf der Welt hat Lust seinen Social Media Account bei der Immigration auslesen zu lassen.

00:22:59: Das spüren wir schon und die Frage wo treffe ich mich dann Spiel zunehmend eine Rolle?

00:23:03: Deswegen hat South Bay mittlerweile auch einen Ableger in London gegründet.

00:23:06: Der ist aber noch klein, den versuchen sie natürlich hochzuziehen.

00:23:09: Und das Reparation Festival ist schon, das kriegt man manchmal aus Hamburg gar nicht so mit international.

00:23:13: Einer der Hotspots und das ist schon wirklich faszinierend was da Alex Schultz und Dennis Schwarte gebaut haben.

00:23:20: Ansonsten ist der Musikmarkt halt insgesamt total im Umbruch.

00:23:24: und sagen dass so ein Musikgeschäft nicht mehr so vorhanden ist hat auch etwas damit zu tun, dass wenn wir die jungen Leuten redet was sie für Tools eigentlich brauchen, sagen gar nicht mehr.

00:23:32: deswegen Instrument genannt wird was ich als sozusagen als traditionalist anstrengend finde, was ich aber durchaus immer häufiger auch sagen von denen höre die jetzt neu auf diese merkte kommen.

00:23:42: und die Aufgaben vor denen wir stehen sind die die wir seit zwanzig jahren haben.

00:23:45: gibt es genug proberäume gibts genug netzwerkpunkte gibt's genug förderung?

00:23:49: wir sind in hamburg eines der wenigen wegen städte und länder die eine klubförderung haben die eine labelförderungen haben die an der stelle wirklich viel machen.

00:23:56: Aber am ende Ist es schon so, dass man strackeln muss und die Frage wann eine kritische Masse zusammen ist?

00:24:03: Und aus der wieder was entsteht so zyklische Bewegungen hat.

00:24:07: Aber ich finde gerade entsteht eine ganze Menge hochspannender Musik in Hamburg.

00:24:10: das ist schon so und da muss mal gucken, ob man denen genug Thermik gibt, das ist unser Job.

00:24:15: Das letzte Haus, das wir noch ansprechen wollen... Was erwartest du vom Digitalmuseum?

00:24:20: Der ist von Lars Hinrichs.

00:24:22: Ich bin gespannt, was die Teamlabsachen von seiner ersten Präsentation, die er gemacht hat kennen.

00:24:29: Vielleicht bin ich gespannt in diesem Raum mal tatsächlich zu stehen?

00:24:32: Ich glaube schon dass das eine Erweiterung des Kunstbegriffs auch noch einmal mit sich bringen wird ähnlich wie als wir für dreißigvierzig Jahre angefangen haben.

00:24:38: im Haus der Fotografie sagen damals FC Gund nach Fotos als Kunst, was mich da an ja auch noch alle gesagt haben es ist doch Gebrauchsgegenstand macht ihr beim Spiegel so für Illustration aber ist das wirklich Kunst?

00:24:50: Das ist dann da deutlich gemacht, deutlich geworden.

00:24:52: Ich hoffe sehr dass das Digitalmuseum das Gleiche schaffen wird jetzt auch für das was digital möglich ist weil das ja auch wiederum heute so unter diesem Ruch.

00:24:59: das ist doch Illustration und das sind Überwältigungsbilder und ich glaube schon dass das was Team Laptop macht einen sehr starken ästhetischen Eigenwert hat.

00:25:07: Das wird eine spannende Ergänzung werden.

00:25:10: Ich hoffe sehr, dass es Menschen dazu anrückt auch in andere Museen zu gehen und nicht stattdessen jetzt mal eine New Kid in Town auszuprobieren.

00:25:16: Und unsere schöne Kunsthalle das Museum von Kunst und Gewerbe die darf ich doch einen anderen zu vergessen, damit wir ärgerlich sind.

00:25:21: Aber eigentlich haben wir die ganzen Dinge der Vergangenheit gekommen.

00:25:24: Die Elbphilharmonie hat ja auch nicht abgezogen sie hat ja neu hinzugebracht und

00:25:28: so ist das da auch da freundliche alle drauf.

00:25:30: Was sich sehr schön finde ist, dass man eben überlegt hat nicht ausschließlich auf die Kunst zu setzen die jetzt an den anderen Digital Arts dass man Uli Schraut auch jemand an Bord geholt hat, der auch selber anfängt zu überlegen.

00:25:45: Wie kann ich denn auch kuratieren?

00:25:46: Der hat hier schon ein paar Jahre diese Virtual Reality Hamburg also ein zweijähriges Format gemacht wo sie virtuelle Kunst ausgestellt haben die tatsächlich explizit für sagen auch so einen lokalen Bereich aber von globalen Künstlern.

00:26:01: Also dann Mese und so der da eben auch entsprechend teilgenommen hat Und dass da eben auch Kunst produziert wird, die aus dem europäischen, aus dem deutschen und aus dem Hamburger Raum kommt.

00:26:10: Ich finde eine spannende Ergänzung zu den globalen Aspekten und Positionen, die dazu sehen sein werden.

00:26:16: In unserem Podcast beschäftigt uns wirklich seit Anfang an damit wie Arbeit etwas sein kann was Menschen wirklich im tiefsten Internet erfüllt.

00:26:26: Wenn Menschen dann nicht verstehen, was wir damit meinen, dann kommen wir immer mit Beispielen aus Kunst und Kultur wo Arbeit als etwas Schöpferisches empfunden wird, was Teil des Lebens ist und was sie nicht über Work-Live-Balance abgrenzen muss.

00:26:43: Und die Frage, die uns beschäftigt, Stefan und ich, als wir uns vorbereitet haben, ist, was können Unternehmen und Führungskräfte von Kunst und Kultur lernen?

00:26:51: Ist das eigentlich übertragbar auf Arbeit, die per se vielleicht nicht so kreativ ist?

00:26:59: Also ...

00:27:00: Das Schönste mit ihm muss man vorher keine Fragen abstimmen.

00:27:03: Das ist sehr, sehr cool!

00:27:04: Ja, aber deswegen muss er noch nachdenken.

00:27:05: Genau, das

00:27:06: auch unbegrenzt lang!

00:27:07: Ja Gott, es wird ja für den Podcast anstrengend.

00:27:10: Aber sagen diese Schweigeminuten... Nein, ich stutz deswegen ein bisschen... tatsächlich auf der einen Seite innerhalb von Kulturinstitutionen und als Bühnenvereinspräsident bin ich ja dann auch Chef des Arbeitgeberverbandes, der Deutschen Theater und Orchester wenn man so will.

00:27:25: Insofern kenne ich die Seite auch das sagen wie organisiert man ganz konkret Arbeit?

00:27:31: Da haben wir die gleichen Fragen, die viele moderne Unternehmen haben.

00:27:35: Und älterweise viele Kulturbetriebe sind nicht so modern organisiert in ihrer Arbeitsorganisation wie es viele moderner Unternehmen schon sind weil sie stark auf die intrinsische Motivation ihrer Arbeit nehmen setzen können und deswegen Sachen wie Selbstausbeutung auch das Überschreiten von dem Zulässigen einfach mal mit einkalkulieren können.

00:27:56: zwar nicht rechtlich aber faktisch.

00:28:00: Ich meine, es gibt wenige Jobs wo es so einen harten Anschlag gibt wie an einem Theater.

00:28:06: Wenn um zwanzig Uhr eine Vorstellung angesetzt ist dann musst du, wie es so schön heißt im Zwanzig-Uhr der Lappen hochgehen und wenn jemand sagt ich brauche nur fünf Minuten länger ist für dich egal.

00:28:14: Um zwanziger Uhr geht der Vorhang hoch und das muss... Also da ist ein Betrieb von mehreren Hundert Leuten die auf diese zwanzigen Uhr der Land jeden Tag arbeitet Und zwar jeden Tag und du hast auch keine Ausfallquote.

00:28:25: Also woanders kannst du irgendwie sagen, okay wenn es in neun, neunzig, acht Prozent der Ferien gut geht ist ja super!

00:28:31: Das wären zwei Vorstellungen pro Jahr.

00:28:33: Das willst du nicht haben das zwei Vorstellung pro Jahr einfach mal ersatzlos ausfallen, wenn der Saal mit tausend Leuten besetzt ist.

00:28:38: Das tut mir leid heute sind halt die Null-Kommer-Zwei-Prozent.

00:28:40: indem wir's nicht machen können tut uns ruhig beileitig abbech gehabt.

00:28:43: Das funktioniert ja nicht.

00:28:44: also diese Ausfahrraten kann ich im Prinzip gar nicht abbilden.

00:28:47: Das führt dazu dass die Frage wie organisiere ich Arbeit Schon eine ist, die wir unfassbar intensiv diskutieren.

00:28:53: V.a.

00:28:53: lang der Fragen Arbeitzeiten, Vereinbarkeit.

00:28:56: wie vereinbare ich an dieser Stelle Jobs, die immer dann ja eigentlich arbeiten wenn andere frei haben damit sie das Produkt wahrnehmen können was wiederum dann die Schwierigkeit mit sich bringt dass sozusagen Familienfreundlichkeit neipflich komplizierte Angelegenheit ist.

00:29:10: Das auf der einen Seite wo ich sagen würde gleiche Probleme teilweise fast noch zugespitzte Probleme Auf der anderen Seite das Produkt.

00:29:16: was entsteht über den Kreationsprozess Da steckt, glaube ich schon eine Menge drin.

00:29:20: Weil man natürlich aus diesem auch immer wieder was Neues schaffen können das Bewusstsein dafür dass man nicht eingeengt ist in Routinen die so sein müssen stärken kann.

00:29:31: und da glaube ich kann man sich dann schon etwas rausnehmen wie wie organisiere ich eigentlich ein Kreationsprozess?

00:29:35: Wie beziehe ich denn auch verschiedene Perspektiven ein?

00:29:38: Wie arbeite ich zwischen unterschiedlichen Gewerken zusammen?

00:29:41: Und wie lasse ich Dinge in die Welt kommen die keine Blobhause haben?

00:29:47: Das sind Punkte, wo ich schon eine Menge mitnehmen kann.

00:29:51: Es gilt aber fast noch nicht mehr nur für andere Arbeitgeber, sondern es gilt viel grundsätzlicher für unsere Gesellschaft insgesamt.

00:29:57: von Bert Brecht und später aufgenommen.

00:29:59: Max Frisch stammt der schöne Satz.

00:30:00: Wir spielen im Theater die Welt als eine veränderbare.

00:30:04: Was er damit meint ist nicht das ... auf der Bühne eine Veränderung dargestellt wird, sondern dass der Umstand das Menschen auf der bühne stehen und etwas spielen was nicht ist.

00:30:14: Was aber nur sein könnte weil sie es denken und spielen Wir eigentlich uns bewusst machen dass wir verändern können also dass wir nicht das machen müssen was wir im Alltag machen so dass wir was anderes machen können zuerst mal in diesem geschützten Raum des als ob.

00:30:28: Und das führt zum letzten punkt.

00:30:29: Auch Scheitern kann eine wunderbar schöne Angelegenheit sein.

00:30:33: Christoph Schlingsief, Gott hab ihn seelig, Scheittern als Chance.

00:30:37: Natürlich steckt da ne Menge drin, dass sich Dinge ausprobieren und feststellen hat nicht geklappt aber trotzdem alle daran teilhaben lassen.

00:30:43: das es nicht geklappt hat, kann auch unterhaltsamer Abend sein.

00:30:46: Das passiert kreativen immer wieder ja?

00:30:48: Ich weiß, ich darf viel zugucken!

00:30:51: Ja, aber das sind so die schönen Überleitung auf meine Anschlussfrage.

00:30:55: Kreative Menschen scheitern oft.

00:30:57: Der Organisationspsychologe Adam Grant hat das mal untersucht.

00:31:00: In Originals ist er in seinem Buch ... Man hat eben gesagt, Mozart, Beethoven haben alle unfassbar viel Mist auch produziert.

00:31:08: Die haben halt aber so unglaublich viel auch produzieren und da sind eben dann diese herausragenden guten Dinge.

00:31:13: Und alle Kreativen die ganz viele herausragende Dinge schaffen machen auch ganz viel Mist.

00:31:17: Scheitern als Chancen sozusagen?

00:31:18: Ja!

00:31:19: Aber kann man das wirklich übertragen?

00:31:20: Ist es eine Haltung, die auch an anderen Berufen funktioniert?

00:31:22: Darf man der Kulturbehörde auch mal scheitern?

00:31:24: Nee wir

00:31:24: scheittern permanent.

00:31:25: natürlich dass.

00:31:26: also Ich glaube, das Scheitern ist okay.

00:31:28: Zwei Dinge sind wichtig.

00:31:29: Das eine ist, dass man aushält als derjenige, der für den Prozess verantwortlich ist, das dann auch gescheitert werden kann ohne dass es sofort Sanktionen gibt und das zweite, dass die Bereitschaft steht aus dem Gründen fürs Scheittern zu lernen.

00:31:42: Also schwierig ist, wenn jemand dauerhaft scheitert und er sagt ja ist doch cool so, dann wird dann wirklich auch irgendwann sagen also selbst Bob Dylan hat irgendwann aufgehört so Platten zu machen wie Anfang der achtziger Jahre und dann ging's wieder gut weiter.

00:31:52: Also Scheitarn gehört überall dazu.

00:31:56: Chefs sind gefordert, scheitern sanktionsfrei zu halten.

00:32:01: Aber wir sind auch geforderd Prozesse zu bauen in dem wir daraus lernen und das ist schon was, was wir für die Kulturbehörde ernst nehmen.

00:32:06: Und natürlich war vorhin gesagt man trifft permanent in der Politik Entscheidungen und es gilt für Verwaltung auch auf unzureichender aber eben zu dem Zeitpunkt nun mal nur zur Verfügung stehender Datenbasis.

00:32:17: trotzdem kann ich nicht sagen Ich warte jetzt nochmal ein halbes Jahr.

00:32:19: wenn ich jetzt entscheiden muss muss ich jetzt entscheiden und ganz häufig ist ehrlicherweise Jetzt in meinem konkreten Fall und ich entscheide wahnsinnig viel falsch, aber ich weiß eins.

00:32:28: Nicht entscheiden wäre noch schlimmer.

00:32:30: Weil dann warten alle.

00:32:31: sozusagen wenn du quasi an der Spitze eines Ministeriums stehst musst du das.

00:32:34: wir sind ja noch merkwürdig hierarchisch organisiert.

00:32:36: am Ende muss ich ja entscheiden.

00:32:38: Wenn ich nicht entscheide stehen alle und denke macht er denn jetzt.

00:32:41: also man kann weiter machen.

00:32:43: Und wenn dann anfangen Leute umgehungslösungen zu bauen auch weil sie nicht wissen was ich denke oder sozusagen wenig gemeinsame Vorstellungen davon haben wo es hingeht wird schwierig.

00:32:51: deswegen finde ich dieses So eine gemeinsame Idee zu entwickeln, wo man hin will.

00:32:55: Darüber auch immer wieder zu sprechen schafft auch Leuten die Möglichkeit den Weg selber ein Stück zu gestalten.

00:33:01: und manchmal stellt man fest dass Leute echt einen coolen weiten Weg gegangen sind bis sie dann irgendwann mal gescheitert sind und man da mit dem Produkt des Scheiterns konfrontiert verlegt.

00:33:10: aber die Strecke davor ist viel wichtiger von der wusste ich gar nichts.

00:33:13: die ist super.

00:33:14: also hätte mir darüber vorgesprochen nicht gesagt mach's genau so.

00:33:17: Aber auch diese Räume zu geben und das auch möglich zu machen, weil Leute das Gefühl haben sie wissen wo sie hin wollen.

00:33:22: Ich finde man merkt total gut bei Ministerien da kenne ich es jetzt nur am besten aus der Binnensicht Wo die Organisation keine Idee hat was ihr eigentlich machen soll.

00:33:33: also ich habe mal Leute kennengelernt von ein paar Jahren in Berlin.

00:33:35: die haben erzählt Sie lesen morgens in der Zeitung um zu gucken was der Herr Minister möchte Und dann gucken sie und dann versuchen sieht aus den Interviews heraus zu übersetzen Was er denn gemeint haben könnte mit Blick auf das, was sie im Haus tun sollen?

00:33:50: Heute haben sich wahrscheinlich einen digitalen Minister gebaut.

00:33:53: Ein AI-Minister.

00:33:53: und Fragen denen oder?

00:33:55: Es gibt ja nur den Weimar-Tat über den höhle ich jetzt den Mantel des Schweigens.

00:33:59: Das ist dann ein Avatar, mit dem mein Kulturkollege im Bund sich vertreten lässt.

00:34:02: Ein Digitalminister.

00:34:04: in irgendeiner Regierung hat sich jetzt ein KI-Minster gebrochen.

00:34:06: Aber irgendwo gibt es auf jeden Fall eine KI Minsterin, die auch noch für Staatsmodernisierung zuständig ist.

00:34:14: Mal gucken, wie das so ausgeht.

00:34:16: Stichwort Digitalisierung!

00:34:17: Stichvor-Digitalisierung.

00:34:19: habt ihr ja nicht den Begriff, den Trump jetzt für die KI neu erfunden hat?

00:34:23: Nicht mehr Künstlinien...

00:34:24: Super Internet-Zeit gestern, ja.

00:34:27: Sensationell

00:34:28: Das ist ja alles gut.

00:34:30: Nur mit der alles gut Sind die

00:34:31: Karten schon geändert im Netz?

00:34:34: Google und Apple kriegen wahrscheinlich gleich wieder hinterher und machen das erschreckend.

00:34:38: Aber Google und Appel sind auch Stichworte.

00:34:40: Als ich beim Spiegel sixundhundzig anfing da war geradezu die Transformationszeit von Lettraset und Color Key hin zu Macs.

00:34:48: Zum großen Glück hat der Spiegel da den Absprung auch geschafft, lange, lange her!

00:34:53: Und seitdem hat sich viel getan.

00:34:54: ich habe gesehen wie die ganzen Reprobuden abgebaut wurden weil alles am Mac.

00:34:58: Desktop Publishing war damals das Wort Es wurde alles am Rechner gemacht und es hat ja auch wahnsinnig viele Vereinfachungen gebracht.

00:35:06: zum Beispiel als ich Illustration in New York bestellt hat, musste ich früher mal mit kurieren.

00:35:11: Die Originale rüber schaffen um sie dann bei uns zu digitalisieren.

00:35:15: Jahre später ging es alles per E-Mail und auf Knopfdruck.

00:35:18: heute ist ja noch viel schneller geworden.

00:35:23: meine Frage die einfach kommen muss du hast das eben auch schon angedeutet dass du damit rechnest dass wir sie dir stellen würden was KI eigentlich mit uns macht und was eigentlich übrig bleibt vom menschlichen Input insbesondere von Kreativen.

00:35:36: Wir uns fürchten müssen oder einfach sagen, wir gehen mit der Zeit und nehmen sie als Werkzeug.

00:35:43: Also ich bin da auch sehr gespalten und bin da schon mit einigem ausprobieren an große Grenzen gestoßen was KI angeht.

00:35:52: Ich erinnere mich, dass wir hier vor ein paar Jahren mal eine Veranstaltung bei denen in Räumlichkeiten sozusagen mit Next-Media hatten wo es auch darum ging also damals bei Corona und Jahrzehnte gegen Leute eine Perspektive zu geben und du dich mit Jochen Wegener von der Zeit gestritten hast?

00:36:05: Ja

00:36:06: Aber du hast gesagt, dass du würdest niemanden mehr empfehlen sozusagen deinen Job noch mal zu machen.

00:36:11: Weil das würde alles die KI übernehmen.

00:36:13: und Jochen Wegener sagst dann eben, als wir über der Zeit haben gerade entschieden, dass wir die Titelillustration ausschließlich von Menschen machen lassen.

00:36:20: Und ich habe so okay da haben jetzt einfach die gesamte Bandbreite von Möglichkeiten dar.

00:36:25: Also da steckt aber was entscheidendes drin weil am Ende des Tages glaube schaffen müssen in diesem Transformationsprozess die Hoheit darüber zu behalten, wie wir es einsetzen wollen.

00:36:37: Und das ist gar nicht so leicht.

00:36:39: aber das entscheidend notwendige weil wir haben ja eigentlich und da ist für mich die KI eigentlich auch nur die nächste Welle eines Prozesses der vorher angefangen hat man eigentlich man eigentlich sorgen können ist die Plattformisierung.

00:36:52: blödes Wort Aber sagen der Umstand dass das Ganze in diesen großen technischen Strukturen stattfindet weil wir haben seit den neunziger Jahren die Plattformisierung der Verbreitung von kreativen Inhalten und von Informationen, das ein bisschen dazu geführt hat dass diese klassischen alten Mittler, die es ja immer gab.

00:37:08: Früher gab's mal Presso-Grosso oder Kabelnetzbetreiber, die haben dann irgendwie eine technische Infrastruktur bereitgestellt, die kannte nur keiner.

00:37:16: also keiner wusste, was man mit dem was zu tun hatten.

00:37:18: Niemand kannte seinen Großisten.

00:37:20: Der Kabelnetzbetreber hatte auch einen Vertrag mit dem Vermieter aber nicht mit dir.

00:37:24: so mittlerweile sind genau diese ehemaligen Durchleitungsinstanzen, die den eigentlichen Kundenkontakt machen und der den Inhalt produziert.

00:37:32: Liegt schon dahinter und hat häufig gar nicht mehr den Kontakt zum Entkunden.

00:37:35: Das sozusagen war die erste Enkoplung.

00:37:36: Ich habe mein Publikum im Direkt-Kontakt verloren.

00:37:39: Und die Distribution hat sich anders organisiert.

00:37:42: Der zweite Schritt in der Leben war gerade ist das und sagen die Inhalteproduktion wenn man so will die industriellen Kontexten würde mal sagen die industriere Vorstufe Also alles, was so an Rohstoffen in den Veredelungsprozess reingeht.

00:37:57: Das wird mittlerweile auch über die KI generiert und in der Regel die KI ja über die Latch Language Models als Plattform.

00:38:03: Das sind nicht viele kleine bunte Blumen, sondern das sind drei oder vier große Modelle, die dann eine Systeme runtergebrochen werden.

00:38:10: Aber diese Modelle merkt man sehr schön!

00:38:12: Wenn man mit denen auf Englisch interagiert, sind die teilweise super.

00:38:15: Wenn man versucht mit ihnen auf Deutsch zu prompten kommen dabei skurrile Sachen raus weil sie einfach viel weniger und viel weniger kulturspezifisch unterwegs sind als wir das gerne hätten.

00:38:23: da finde ich merkt man auch noch welcher Bayes darin steckt und welche Konsequenzen das haben wird man mal sehen.

00:38:29: Und das rückt so immer näher dran.

00:38:31: Das heißt ich kann als Kreativer gar nicht mehr eine direkte Publikumsansprache machen oder zunehmend schwieriger.

00:38:35: und von der anderen Seite kommt sozusagen die Inhalteproduktion auch immer nähe an mich ran.

00:38:39: Der Level dazwischen bleibt kleiner.

00:38:41: Und der dritte Schritt, der jetzt kommt ist die Agentic AI irgendwann am nächsten Schritt.

00:38:45: Wenn sozusagen die KI-generierten Inhalte über die KI Distribution dann noch mit einem Endgerät kommuniziert auf dem auch eine KI aussucht was sich zu interessieren hat und was nicht Dann hast du im Prinzip ein vollständig KI-Gesteuer im Loop Indem du als Mensch vielleicht mal was siehst aber eigentlich fast unerheblich bist.

00:39:02: Das fände ich die unschöne Variante an der Stelle wenn wir es schaffen zu sagen das is n Tugel dass uns ne ganz viele lästige Arbeit abnimmt.

00:39:10: Ich weiß nur, wie ich früher gefrickelt habe.

00:39:12: Ich hab ein Teil meines Studiums in seiner kleinen Layout-Agentur in Dortmund verbracht und ...

00:39:17: Hast du auch Layouts gemacht?

00:39:19: Ja

00:39:19: ganz früh, dass

00:39:19: man aus der Schülerzeitung

00:39:21: sah.

00:39:21: Nee, aber ich hab Geschäftsberichte von Sparkassen und so was gesagt und solche tollen Sachen gemacht oder öffentliche Anzeigenblätter schwebischer Kommunen und solche Sachen.

00:39:31: Ich habe sogar die Nullnummer der Tats mit, den sich die Kumpels damals beworben haben um sozusagen die Tats Rohr zu gründen gelayoutet.

00:39:38: Aber

00:39:38: ich hab sie nur ausgezahlt.

00:39:39: Ja das ist

00:39:40: so... aber wenn du davor sitzt da war eine ganze Menge sehr sehr anstrengend.

00:39:44: sozusagen in diesem tatsächlich technischen Endgame davon was sich durch Technik abnehmen zu lassen hätte ich glaube ich zu keinem Zeitpunkt problematisch gefunden wenn ich ehrlich bin wenn nicht immer noch am Ende entscheiden können wie die Seite aussieht und wenn ich irgendwie dann die Proportionen und die seine Gewichtungen machen kann.

00:40:00: also die Frage Entwickeln wir das aus eigener Konsequenz als Tool weiter oder ergeben wir uns den Plattformen?

00:40:07: Und das ist eine Entscheidung, die müssen wir treffen.

00:40:10: Die kann man aber nicht nur als Gestalter treffen sondern die trifft am Ende auch im Publikum und der Gesellschaft.

00:40:15: Da habe ich die Sorge, dass wir laufen und taumeln wieder genauso hinein in einer Situation in der wir merken, dass sie diese Entscheidung hätten treffen müssen zu einem Zeitpunkt zu dem wir sie nicht mehr treffen können.

00:40:25: Deswegen würde ich mir sehr wünschen, dass es viel lauter und grundsätzlich über das was da gerade passiert reden.

00:40:30: Ich merke in den USA fängt das an, wenn ich auf einmal höre selbst JD Vance fängt an über KI anders zu.

00:40:37: also da setzt er sich ja deutlich von Trump gerade ab was total spannend ist weil der eigentlich mit Peter Thiel befreundet ist andererseits und sagen Trump hier an allem hinterher läuft.

00:40:46: Das wird die große auseinander setzen durch mit ziemlich sicher des zwanzig-achtenszwanziger Präsidentschaftswahlkampf werden dort Weil die jetzt schon in ihren Arbeitsmärkten sehen wie dass verändert und wie das umwälzen.

00:40:57: Wir sehen es hier ja auch, also sprecht man mit großen Anwaltskanzleien die sagen für's erste Jahr nach dem Studium haben sie keine Verwendung mehr nach den Anwelten.

00:41:05: spannenderweise sagen Sie aber die zweiten und dritten Jahrgänge, die brauchen wir wieder dringend.

00:41:08: wenn er sagt, der ist gut wenn er die ersten einstellt dann wird ihr die dann auch irgendwie anders dahin bringen können.

00:41:14: Also wir sind unbegrenzt fähig, kurzfristig falsche Entscheidungen zu treffen mit langfristig fiesen Auswirkungen und deswegen muss man diese kurzfristige falschen Entscheidungen irgendwie verhindern.

00:41:22: Und das setzt voraus, dass wir uns überhaupt bewusst machen, dass das nicht ein gratueller Unterschied ist wie so viele andere medientechnischen Revolutionen sondern einer ums Ganze.

00:41:30: Das ist ein kategorialer Unterschied ob dann eine Maschine nur vorrechnet oder ob ein Mensch wirklich mit der Welt ringt.

00:41:36: Ich glaube schon, dass es gerade in der Kunstproduktion einen Unterschied macht Und wenn wir es gut machen, wird am Ende Human-Mate ein Qualitätsstandard.

00:41:44: Ja

00:41:44: das würde ich gerade sagen.

00:41:45: vielleicht brauchen wir auch menschliche Schutzräume also für menschlichere Kreativität.

00:41:50: Theater zum Beispiel saßen gerade letzte Woche zusammen zum Thema was heißt das eigentlich fürs Theater in dieser Zeit?

00:41:56: Da sehen wir ganz fröhlich in die Zukunft was das angeht weil wir davon ausgehen dass sozusagen der Umstand da stehen echte Menschen auf der Bühne.

00:42:04: Aber du siehst ja dann doch, dass das Avatare sind.

00:42:06: Das wissen dann ja wenigstens alle so.

00:42:08: aber wenn Du ins Theater hier gehst auf eine der vierzig Bühnen in Hamburg Dann siehst Du da echte Menschen teilweise ein Meter Fünfzig von Dir weg und Wenn die irgendwie mit Physikken um sich werfen kriegst Du die auch mal ab in der ersten Reihe So.

00:42:19: Auch das gehört dann zu einem realen Erlebnis dazu.

00:42:21: Und dieser Kontakt mit Realität und mit Haptik und Physik finde ich kann ein echtes Argument sein, weil diese Co-Presenz – das haben wir bei Corona gemerkt – ist was anderes.

00:42:32: Und ich finde bis heute auf der einen Seite die ganzen digitalen Tools zum sich treffen super praktisch, wenn man Wegezeiten spart.

00:42:40: Andererseits ist ein Meeting ein völlig anderes.

00:42:43: Ich merke es muss ja viele Sitzungen leiten und ob ich da so in Kacheln gucke oder Leute im Raum habe?

00:42:49: Ich hab völlig andere Informationen darüber, ob wir eigentlich gerade auf dem guten Weg sind.

00:42:55: Ich bin häufig aus die, also ich gehe eigentlich selten aus einem physischen Meeting raus mit einem falschen Bewusstsein davon was da kommt auch vor aber nicht so oft.

00:43:04: Aus digitalen Meetings regelmäßig.

00:43:07: Also dann merke ich regelmäßig dass jeder sein eigenes Meeting hatte aber nicht das das ich hatte und das hilft dann irgendwann.

00:43:15: es geht glaube kennen alle glaub ich und das Hilft dann irgendwann auch nicht.

00:43:18: so hätte sie eine Organisation noch nicht zusammen.

00:43:20: insofern glaube ich das sich treffen ist schon wichtig.

00:43:22: Das würde ich gerne nochmal zusammenfassen.

00:43:24: diese Trend, alles digital zu machen.

00:43:28: Fünfzigtausend neue KI-Songs jeden Tag auf Spotify gibt's ja große Gegentrends.

00:43:33: Das junge Menschen

00:43:34: ... Die Zahl ist verifiziert?

00:43:36: Ja,

00:43:37: verifiziere ich noch mal.

00:43:37: Ich glaub das hab' ich vom BMG gehört.

00:43:39: Die machen sich keine großen Gedanken und sagen, dass macht unseren Katalog nur noch wertvoller wenn der ganze Rodster hochkommt aber ...

00:43:45: Na das stimmt nicht denn da muss ich einmal kurz die Plattformen schützen.

00:43:47: nehmen also gerade Spotify und andere sind gerade heftig unterwegs das darunter zu führen.

00:43:52: Er ist seit anderthalb Jahren mindestens, weil sie eben schon merken das User davon genervt sind.

00:43:57: Weil wahnsinnig viel ist ja auch unfassbar generisch.

00:44:00: und wir hatten gerade letzte Woche Musikdialog und hatten da zwei, sagen junge Leute es ging die Next Generation und was ist der in Erwartung an Musik eigentlich?

00:44:07: In einer war irgendwie eine achten Klasse und wurde dann gefragt von jemandem aus dem Kreis der Musikmanager im Tisch, wenn du die Wahl hättest zwischen einem Streaming-Dienst der KI-Inhalte Einfach ganz noch mal mitlaufen lässt, einem der KI-Inhalte markiert.

00:44:23: Aber auch auf der Plattform hat einer der nur echte Menschen gemacht Musiker welchen will zu willen?

00:44:28: Ja eindeutig den wo nur echten Musik drauf ist.

00:44:30: ich will die KI Musik da gar nicht haben und er war dreizehn.

00:44:34: also das fand ich schon echt faszinierend weil jetzt gedacht die sind schon in ein ganz anderen Welt unterwegs.

00:44:38: Das war für ihn total hartes Kritik.

00:44:39: Er macht selber er macht Musik und er spielt auch mit KI und er nimmt seine Gitarre Die macht dann glatt und sorgt dafür dass es irgendwie besser klingt wenn sich verhauen hat.

00:44:47: Aber ich sage, die will den Instrument in der Hand haben und für mich ist das dann ein Tool dazu.

00:44:51: Das wollt ihr eigentlich auch sagen?

00:44:52: Der Gegentrend ist ganz klar!

00:44:54: Junge Menschen wollen sich treffen, verabreden sich, entstehen völlig skurrile Sachen im Berliner Start-up was so Ping Pong heißt, was Tischtennis heilen oder kleine leere Ladengeschäfte, Hallen baut, Pedal ist so ein Sport der extrem explodiert.

00:45:11: In allen Ländern gibt es diese Gegentransitionsmenschen wieder sich treffen wollen und das gibt Hoffnung genau.

00:45:16: Und auch dass sie mit einem Material arbeiten wollen?

00:45:18: Das ist ja auch nur das zweite... Also das eine ist... Das

00:45:20: war Studios, boom!

00:45:22: Ja also der Töpfer-Schuhe ist jetzt die eine Variante.

00:45:24: Ich bin nicht dieser, sondern letztes Jahr im Sommer sind wir in Südfrankreich und sind dann irgendwie da im Drom Provençal Und sind irgendwie darauf mal ins Haus angekommen.

00:45:37: Unser Vermieter sagt uns, ihr müsst unbedingt dahin fahren!

00:45:39: Da ist der Palais Ideal und wir haben das gesehen.

00:45:41: ja da hat so ein Postbote irgendwas gebaut und dann sind wir dahin gefahren.

00:45:44: ich weiß nicht wer den kennt dem Palais ideal.

00:45:47: Da hat ein Postboot um die vorletzte Jahrhundertwende irgendwie von achtzehn, siebzig, achtzend, achzig bis neunzehnt irgendwas dreißig Jahre lang einen Palast gebaut alleine Jeden Abend, nachdem er dreißig Kilometer als Landpostträger in Udriv durch die Berge gelaufen ist und die Briefe ausgeladen hat.

00:46:07: Er hatte Steine gesammelt und hat daraus irgendwie das Ding ist dreißzig Meter lang, fünfzehn Meter hoch, hat Gänge, hat Türen ... Alles sieht aus wie so eine Mischung aus Angkor Wat und Lassagrada Familia.

00:46:17: Also völlig, völlig durchgeknallt wird es hinterher von ... Picasso war da, hat das sozusagen Andre Breton, hat ihm den ersten Surrealisten erkannt, hat dem ein Gedicht gewidmet und solche Sachen Die sagen Denkmalpfleger Frankreichs haben zuerst gesagt, das ist kein Denkmann.

00:46:32: Das ist irgendwie primitive Kunst.

00:46:33: Da musst du irgendein Kunstminister in den Sechzeigern durchsetzen, dass so ein Denkmalschutz gestellt wird und du stehst davor und denkst so wie großartig!

00:46:40: Also da ist ein Mensch wirklich, der erstmal einen Stein gestolpert und fand die Form des Steins fasziniert hat ihn eingesteckt, so fing das an.

00:46:47: So und hat sich abgearbeitet auch am Material Natürlich niemals künstlisch gebildet, die Postkarten, die er ausgetragen hat.

00:46:53: Die waren für ihn Inspirationen.

00:46:55: Also da gibt es irgendwie The White House ist da irgendwie so daran.

00:46:57: Das sieht nicht nach dem Weißen Haus aus aber offensichtlich in irgendeiner Postkarte vom Weißten Haus, die ihr gesehen hatte.

00:47:02: Da gibt's eine Moschee und eine Synagoge, die hier reingebaut hat als mit den Bildern, die seinen Alltag geprägt haben.

00:47:09: Er will was in die Welt bringen.

00:47:10: Ich kann

00:47:11: Mediatur wundern

00:47:12: lassen?

00:47:12: Ja, auf eine Art!

00:47:13: Aber du stehst davor und bist wirklich... ich war ins Markt erschüttert, muss ich gestehen.

00:47:17: Und völlig ihre Nummer.

00:47:18: aber eben dieses ... Die Faszination selber etwas zu kreieren.

00:47:22: Und auch das ist was anderes, ob du es wirklich über so einen Zeitraum machst und dann in echter Auseinandersetzung oder irgendwo hinsetzt,... Machen wir mal ein Bild von einem Haus, dass er aussieht also auf dem Postbote, das dreißig Jahre lang aus Steinen und Leben gebaut hat.

00:47:36: Also es ist dreißig Sekunden später da und nach einer Minute oder zwanzig Sekunde später hat wahrscheinlich den Nährwert an das mittlere McDonald's, Schießburgers.

00:47:43: Und dann nach zwanziger Minuten fragste die Vater was?

00:47:47: Ja.

00:47:47: Meinst

00:47:47: du es wird sich selbst entlarven irgendwann das Ganze?

00:47:50: Das war ich... Der anthropologische Optimist in mir will das hoffen.

00:47:55: Ich habe genug Gegenbeispiele dafür, dass man auch scheitern kann in diesem Optimismus.

00:48:00: Aber ich will mich von ihm nicht beirren lassen und mit denen mich zusammen tun die Beispiele in die Welt bringen wie man das auch anders lösen kann.

00:48:08: Sehr schön gesagt!

00:48:08: Also mal den ganz großen Blick Gesellschaft machen der Damals, als wir gesprochen haben, Hundert und Eins waren Christoph und ich noch ganz gebannt von Folge einhundert wo wir den Erfinder dieses New Work Begriffes Friedhof Bergmann getroffen haben.

00:48:21: Und der hat so vier Tsunamis vorher gesagt.

00:48:24: die erste Tsunami war immer größer werden eine Schere zwischen Arm und Reich.

00:48:29: das zweite die Zerstörung unseres Klimas dritte Die Ausbeutung unserer natürlichen Ressourcen und das vierte Zerstören unserer Kultur.

00:48:38: Ich will jetzt gar nicht und wieder nach Amerika gucken, sondern das können wir weltweit beobachten.

00:48:45: Und das was uns so ein bisschen beschäftigt, was hält eigentlich eine Gesellschaft zusammen?

00:48:48: Wenn Gewissheiten schwinden, wenn das voran wir geglaubt haben hart attackiert wird welche Rolle kann Kultur- und Kreativität da spielen?

00:48:59: Ja ne Riesenrolle weil das ja der Raum ist in dem wir uns neu vergewissern also Tsunamis... Das Bild ist mir ein Tacken zu martialisch aber Und kann ja.

00:49:10: zumindest erricht man Aufmerksamkeit.

00:49:11: Also gerade bei der Schere zwischen Arm und Reich, glaube ich global stimmt das gar nicht unbedingt.

00:49:16: Es stimmt in den westlichen Industriegesellschaften weil da haben wir ein Auseinanderklaffen, weil ich einen relativ Wohlstandsverlust der ehemaligen Industriearbeiter habe und eine sehr deutlich steigenden Wohlstandsgewinn an der Säckleingruppe die an den Kapitalmärkten hoch erfolgreich ist, global gesehen habe ich aber ein großes Aufholen der bestimmter Ehemals total verarmter und verehlender Bevölkerung.

00:49:35: Die durchaus momentan davon profitieren.

00:49:37: Das war eher in unseren gesellschaftenden Themen.

00:49:40: Aber was richtig ist es wie erleben überall wir sind an so einem Ansonnen Umbruch wo alle das Gefühl haben so wie bisher geht's nicht weiter.

00:49:49: Und das sind ja Zeiten in denen traditionell immer alle komisch werden.

00:49:54: Das kann man auch, wenn man sich so anguckt.

00:49:56: Wo sind es früher?

00:49:56: So Umbruchzeiten gewesen?

00:49:58: Merkt man auch irgendwie waren dann alle nicht mehr so ganz sortiert.

00:50:02: Also von der Seattle Ende des Jahrhunderts.

00:50:04: Ein paar Sachen erinnern mich da gerade sehr daran, wenn ich mir ein paar der Posen angucke die mir jetzt auch in manchen der grundsätzlichen Debatten Kontexte begegnen, die quasi die große katartische Katastrophe wieder erwarten nach dem man alles neu aufbauen müsste als er schon beim letzten Mal großer Humbug war, was aber natürlich wenn man davon ausgeht wieder passieren kann.

00:50:24: Das ist ja nicht ausgeschlossen.

00:50:25: nur weil man Fehler einmal gemacht hat den kann man ja wiederholen machen und ich finde das uns dramatisch.

00:50:32: fehlt momentan ist eine Vorstellung davon wie es besser sein kann.

00:50:39: Utopie?

00:50:40: Ja, Utopia-Vision ein Bild von Zukunft oder so eine Idee.

00:50:44: also begriff mir fast egal Du gewinnst jede politische Debatte, indem du dich hinsetzt und den Leuten erklärst wie schlimm alles ist.

00:50:51: Also die vier Tsunamis ausmalen reicht total aus damit so ein Saal sagt endlich sagts mal einer.

00:50:58: Endlich sind die mal ehrlich zu uns.

00:51:00: also jetzt gut dass das mal eine ausspricht.

00:51:04: Dann gehen alle nach Hause dann stellt sie fest aber eine Idee wie was verändern ist da war nicht entstanden sondern man hat sich halt nur wohlig eigentlich darin gefühlt dass es gerade wirklich schlimm ist.

00:51:14: Das ist auf eine Art ja auch emotional handlungsentlastend.

00:51:17: Es hilft in der Gruppe, sich zu finden so wie wir sehen die Situation ähnlich.

00:51:21: aber so richtig hilfreich ist es eben auch noch nicht.

00:51:23: und dann kommen die auf den Platz die sagen stimmt hier auch ist alles ganz furchtbar und wir haben das viel zu weit getrieben mit der Vielfalt in Gesellschaft und dass sie euch da jetzt erzählen ihr soll irgendwie ne Wärmepumpe einbauen und überhaupt kommen wir gehen mal zurück in die fünftiger Jahre die war noch schön.

00:51:40: Oder

00:51:40: wenn sie noch radikaler sind, wir gehen die Dreißigerjahre.

00:51:43: Das ist ja das Angebot was wir haben und das ist ein Alternativangebot zum Jetzt.

00:51:47: Und dann stehen die demokratischen Akteure drum herum und sagen dass es falsch.

00:51:51: Stimmt!

00:51:52: Ist objektiv falsch?

00:51:53: A geht's nicht.

00:51:54: B für das Unsinnverderben.

00:51:55: C war keine dieser früheren Vergangenheiten besser als heute.

00:51:59: Also ein Beispiel, erst vierundsiebzig durften Frauen alleine entscheiden ob sie arbeiten gehen durften.

00:52:04: Noch meine Tante sozusagen der wurde von ihrem von meinem Onkel verboten Arbeiten zugehen weil er fand sie habe Zuhause zu bleiben und die Kinder großzuziehen.

00:52:11: Du brauchtest aber die schriftliche Erlaubnis deines Mannes eine Arbeit aufzunehmen als Frau.

00:52:15: Das sind die siebziger Jahre hinein.

00:52:16: Willkommen in der Bundesrepublik Deutschland.

00:52:18: Ich glaube sogar

00:52:18: du hast den Arbeitsvertrag mit das alles gemacht.

00:52:20: Also

00:52:20: westdeutscher kann sogar so weit gewesen sein.

00:52:22: So also insofern alle die sich in die fünfziger jahre zurück sehen und keine Thread Wives sind sollten da lange drüber nachdenken.

00:52:30: Und selbst die aber, eigentlich werden die Männer dann nur ... Aber das ist ein anderes Thema.

00:52:34: Insofern, Demokraten sagen alles falsch, aber trotzdem bleibt bei einer Bevölkerung, die das Gefühl hat es endet was und wir wissen nicht wie's weitergeht.

00:52:43: Nur die Auswahl zwischen denen, die sagen lass uns woanders hingehen.

00:52:46: früher da warst doch schön nostalgisch melancholisch oder bzw.

00:52:50: zur Grausamkeit auch schlimmer.

00:52:52: Oder wir machen so weiter wie bisher.

00:52:56: Das, was eigentlich fehlt ist die andere Idee davon, wie es besser werden kann.

00:52:59: Und ich glaube, die ist die große Lehrstelle momentan in all diesen Debatten, die wir miteinander führen.

00:53:04: Dass sich eine demokratische Vorstellung davon habe was denn schöner und besser und anders sein könnte?

00:53:08: Und Ezra Klein und Derek Thompson haben letztes Jahr ein schönes Buch dazu geschrieben indem sie im Prinzip mal ausgemalt haben Wie sieht denn die Gesellschaft aus wenn wir die energetische Wende geschafft haben?

00:53:18: und die große Knappheit, die Wir haben neben Aufmerksamkeit also Wenn man nicht lösen können ist aber die knappheit Energie.

00:53:24: Wenn ich Energie wieder in Abandons, wie das Buch hier auch heißt also im Überfluss herstellen kann ohne dass sich den Planeten zerstöre was ja mit Sonne und Wind und auch Geothermie möglich wäre dann habe ich auf einmal wieder die Möglichkeit auf Wirtschaftswachstum zu erzeugen.

00:53:38: Ohne dass ich in die Schwierigkeiten reinkomme permanent etwas kaputt zu machen.

00:53:42: Wie sehe denn da eine Gesellschaft aus?

00:53:43: Was ginge dann auf einmal alles wieder?

00:53:45: Ob das Bild entstehen zu lassen diese ersten fünfzehn Seiten in der sie so eine Stadt ausmalen.

00:53:49: Die ist jetzt sehr US-amerikanisch und man denkt sich da möchte nicht wohnen.

00:53:52: die entspricht nicht unseren Vorstellungen von Räumen, die wir gerade besprochen haben.

00:53:56: Aber da ist ein positives Zukunftsbild auf einmal in der Welt.

00:53:59: Das hielt zwei Wochen.

00:54:00: Da haben das alle sozusagen fasziniert zitiert.

00:54:02: danach war es wieder weg.

00:54:03: aber ich würde mir eigentlich viel mehr wünschen und laufe wie so einen Wanderprädiger durch.

00:54:06: die politische Debatte bin immer noch vergleichsweise alleine dass man diese Ideen in die welt bringen muss und dass man sie auch sagen in die Welt bringen kann.

00:54:14: und dann kommen die künste weil das eine frage waren wo entstehen denn diese bilder?

00:54:18: Die entstehen doch in den Künsten.

00:54:20: Da entstehen sowohl die Utopien als auch die Dystopien permanent.

00:54:23: und auch das was wir zu KI diskutiert haben, die Dystopien zur KI sind alle aus den Sechzig oder siebziger Jahren.

00:54:30: Da sind ja schon alle entstanden da haben wir hell neun tausend gehabt.

00:54:34: Also sagen oder wir sagen Kubrick war das oder nehmen wir den Voll also Blade Runner Nehmen wir den Vorläufer dazu.

00:54:40: die Kurzgeschichte heißt do androids dream of electric sheep.

00:54:45: Wir sagen, es führt uns mitten hinein und sagen in philosophische Grundsatzfragen die wir heute entlang von KI auch diskutieren können.

00:54:51: Und zu einer Zeit zu der uns die Informatiker alle noch gesagt haben ist ja nur Machine Learning das wird immer nur sozusagen abhängig sein.

00:54:59: da schaffen wir nicht.

00:55:00: Noch ein achtziger Jahr hat Nikolas Nigroponti, der Chef des MIT damals gesagt Spracherkennung wird niemals funktionieren digital.

00:55:08: Weil es keine Eindeutigkeit zwischen Laut- und Buchstabe gebe.

00:55:11: Da macht er eine Ausnahme und sagt doch im Türkischen würde's gehen weil das türkische Masernalphabet umgestellt hat sozusagen auf das in Europa geläufige Alphabet.

00:55:19: da gibts dann in der Zuge einer eindeutigkeit jeder laut hätte eine Buchstabenkombination ansonsten könnten das Computer nicht.

00:55:26: Der war Chef des MRT.

00:55:28: Also der, sozusagen der Technik-Universität der Welt, der lach falsch.

00:55:31: schon zwanzig Jahre vorher gab es aber Bücher in denen Menschen mit Maschinen gesprochen haben.

00:55:35: also das war schon denkbar.

00:55:37: Es kam dann auch.

00:55:38: aber so war nicht ausrechenbar und wir glauben heute permanent dass wir Zukunft ausrechnen können Und nicht, dass wir Zukunft imaginieren können.

00:55:46: Ich glaube, wir müssen sie wieder imaginieren lernen und den Imaginationsmuskel trainiere ich in den Künsten.

00:55:51: War jetzt ein bisschen lange Antwort aber war auch eine grundsätzliche Frage.

00:55:55: Als Gastgeber hast du noch genau eine Frage.

00:55:57: Du darfst die letzte frag stellen.

00:55:59: Ich empfehle dir die allerletzte.

00:56:00: Ja,

00:56:01: die würde ich jetzt auch nehmen.

00:56:03: Die lese ich mal ab... Was möchtest du am Ende eines Berufslebens einmal sagen können?

00:56:08: Dafür hat es sich

00:56:09: gelohnt!

00:56:18: Ihr seht mich ratlos.

00:56:19: Ich muss noch ein paar Jahre weitermachen, damit ich euch die Frage beim nächsten Mal war.

00:56:22: Super!

00:56:22: Ich bin mit weiterer Folge gegeben.

00:56:24: Larsen, vielen Dank für den großen Applaus.

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.